Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

poetisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung po-etisch · poe-tisch
Wortzerlegung Poet -isch
Wortbildung  mit ›poetisch‹ als Letztglied: unpoetisch
Herkunft zu poiētikósgriech (ποιητικός) ‘schöpferisch, zum Machen, zum Dichten geschickt, dichterisch’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. dichterisch
  2. 2. [gehoben, übertragen] stimmungsvoll
eWDG

Bedeutungen

1.
dichterisch
Beispiele:
die poetischen Gattungen
eine poetische Sprache, Betrachtungsweise
poetische Ausdrucksmittel
ein poetisches Bild
umgangssprachlicher hat eine poetische Ader
er drückt sich gern etwas poetisch aus
Seine poetischen Erstlinge, drei schmale Bände [ Weiskopf8,181]
2.
gehoben, übertragen stimmungsvoll
Beispiele:
eine poetische Stimmung
der 70 m hohe Damm hätte die Sonne verdunkelt, die … ihm [dem Tempel] seinen poetischen Reiz verleiht [ Urania1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Poesie · Poet · poetisch · Poetik · Poeterei
Poesie f. ‘Dichtkunst’ (Mitte 16. Jh.), ‘Dichterwerk, Dichtung’ besonders in gebundener Rede im Gegensatz zur Prosa (Anfang 17. Jh.), ‘dichterischer Stimmungsgehalt, Zauber’ (2. Hälfte 18. Jh.), Übernahme von gleichbed. frz. poésie, lat. poēsis, griech. pó͞isis (ποίησις) ‘Dichtung, Dichtkunst’, eigentlich ‘das Machen, Schaffen, Verfertigen’; zu griech. poié͞in (ποιεῖν) ‘machen, schaffen, schöpferisch tätig sein, dichten’. – Poet m. ‘Dichter’, vielfach abschätzig ‘Dichterling’ (seit etwa 1600), mhd. pōēte, Entlehnung aus lat. poēta m., griech. poiētḗs (ποιητής) ‘wer etw. macht, schafft, erfindet, Dichter’. poetisch Adj. ‘dichterisch’ (Ende 15. Jh.), aus lat. poēticus, griech. poiētikós (ποιητικός) ‘schöpferisch, zum Machen, zum Dichten geschickt, dichterisch’, später auch beeinflußt von frz. poétique. Poetik f. ‘Lehre, Lehrbuch von der Dichtkunst’ (Mitte 17. Jh.), unter Einfluß von gleichbed. frz. poétique aus lat. poētica, poēticē, griech. poiētikḗ (téchnē) (ποιητικὴ τέχνη) ‘Dichtkunst’. Poeterei f. ‘Werk, Kunst eines Poeten, Lehre von der Dichtkunst, poetische Diktion’, frühnhd. poetry (15. Jh.); entlehnt aus mlat. poëtria ‘Dichtkunst’. Der im 17. Jh. geläufige Ausdruck wird bald danach von Poesie bzw. Poetik abgelöst.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
dichterisch · gebunden · gereimt · in Versen (verfasst) · lyrisch · poetisch

Typische Verbindungen zu ›poetisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›poetisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›poetisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist an sich mit echtem poetischen Gehalt wohl verträglich. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 287]
Die poetische Sprache der Deutschen vermag in eine sehr erhabene Region aufzusteigen. [Hofmannsthal, Hugo von: Wert und Ehre deutscher Sprache. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1927], S. 15065]
Das ist pathetisch, poetisch, altmodisch, ungewohnt auf alle Fälle in unserer Zeit. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Eines jedenfalls haben alle drei Maler gemeinsam: Sie geben der Welt in ihren Bildern eine poetische Dimension. [Die Zeit, 26.02.1998, Nr. 10]
Von poetischen Empfindungen aber spürt man dann nicht gar zu viel. [Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870]
Zitationshilfe
„poetisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/poetisch>.

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