Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

polieren

Grammatik Verb · poliert, polierte, hat poliert
Aussprache 
Worttrennung po-lie-ren
Wortbildung  mit ›polieren‹ als Erstglied: Polierer · Poliermaschine · Poliermittel · Polierscheibe
 ·  mit ›polieren‹ als Letztglied: aufpolieren · elektropolieren · hochglanzpolieren · nachpolieren
Herkunft zu polīrelat ‘glätten, feilen, abputzen, tünchen’, vgl. polirafrz frz ‘polieren’
eWDG

Bedeutung

die Oberfläche von etw. durch ein bestimmtes Verfahren glänzend machen
Beispiele:
Holz, Metall, Marmor polieren
den Spiegel blank polieren
das Auto war auf Hochglanz poliert
die roten Äpfel für den bunten Teller polieren
polierte Möbel
ein poliertes Klavier
polierte Fingernägel
polierter (= in Poliermaschinen weiß gebürsteter) Reis
Morgens spuckten wir auf die Schuhe / und polierten sie mit den Händen [ P. WeissErmittlung7]
bildlich
Beispiel:
vulgärjmdm. die Fresse polieren (= jmdm. ins Gesicht schlagen)
übertragen
Beispiele:
er musste seinen Aufsatz noch etwas polieren (= ausfeilen)
Robert hatte sich vor allem über die polierten (= nach außen glatt, einwandfrei erscheinenden) Charaktere in der Geschichte geärgert [ H. KantAula34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

polieren · Politur
polieren Vb. ‘glänzend machen, blank reiben, Unebenheiten beseitigen, schleifen, glätten’, mhd. polieren, entlehnt, wohl unter Einfluß von gleichbed. afrz. (frz.) polir, aus lat. polīre ‘glätten, feilen, abputzen, tünchen’. Zunächst (mhd.) ‘Steine glätten, Metalle und andere Werkstoffe schleifen’, übertragener Gebrauch im Sinne von ‘verschönern, verfeinern’ setzt im 16. Jh. ein und nimmt in der 2. Hälfte des 18. Jhs. zu, wahrscheinlich nach dem Vorbild von frz. polir, das solche Verwendungen seit dem Afrz. kennt. Politur f. ‘Glätten, Schleifen, Schliff’ (Anfang 18. Jh.), übertragen ‘Glanz, Verfeinerung’ (Mitte 18. Jh.), lat. polītūra.

Thesaurus

Synonymgruppe
blank putzen · polieren · wienern
Oberbegriffe
Synonymgruppe
abschleifen · glätten · polieren

Typische Verbindungen zu ›polieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›polieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›polieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Raus hatten doch zwei helle Zimmer im Lager stehen. Beinahe weiß sahen sie aus, aber waren poliert. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 15.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Der Hersteller riet uns, den Monitor noch einmal gründlich zu polieren. [C't, 1991, Nr. 10]
Und bevor er morgens um neun seine Bank betritt, lässt er sich draußen auf der Straße von ein paar Kindern noch schnell die Schuhe polieren. [Die Zeit, 15.10.2007, Nr. 42]
So macht er die Bank nicht stark, sondern poliert sie nur auf. [Die Zeit, 03.02.2005, Nr. 06]
In den jeweils zwei Monaten polierte sie ihr ohnehin gutes Englisch. [Die Zeit, 04.06.2003, Nr. 23]
Zitationshilfe
„polieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/polieren>.

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