polizeilich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung po-li-zei-lich
Herkunft Griechisch
Wortbildung  mit ›polizeilich‹ als Letztglied: ↗feuerpolizeilich · ↗ortspolizeilich · ↗verkehrspolizeilich
eWDG, 1974

Bedeutung

von der Polizei ausgehend
Beispiele:
eine polizeiliche Verfügung, Vernehmung, Untersuchung, Ermittlung, Nachforschung, Erlaubnis
polizeiliche Vorschriften
das polizeiliche Vorgehen, Einschreiten
ein polizeiliches Führungszeugnis
historischdas polizeiliche Kennzeichen des Kraftfahrzeuges
mit polizeilicher Genehmigung
unter polizeilicher Bewachung, Aufsicht stehen
der Verbrecher wurde unter starker polizeilicher Bedeckung abgeführt
etw. ist polizeilich verboten
jmdn. polizeilich suchen, überwachen
bei der Polizei
Beispiel:
die polizeiliche Meldepflicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Polizei · Polizist · polizeilich · Polente · Politesse2 · Kriminalpolizei · Schutzpolizei · Kripo · Schupo
Polizei f. mit besonderen Vollmachten und Pflichten ausgestattetes staatliches Organ, das die öffentliche Ordnung und Sicherheit, gegebenenfalls auch zwangsweise, zu gewährleisten hat und damit der Aufrechterhaltung der bestehenden Gesellschaftsordnung dient (um 1800), älter ‘Sorge eines Staates, einer Obrigkeit um das Wohl der Bürger’ (18. Jh.), ‘Regierung, Verwaltung, Ordnung, Sittenaufsicht in Staat und Gemeinde sowie die dazugehörigen Verordnungen’ (15. Jh.). Frühnhd. obd. policy, polizei (15. Jh.), md. policei (16. Jh., Luther) ist entlehnt aus mlat. politia, policia ‘Ordnung, Verwaltung von Stadt und Staat, Staat’ bzw. ital. polizia ‘(Stadt)verwaltung, öffentliche Ordnung’ (15. Jh., vielleicht älter). Zugrunde liegt lat. polītīa ‘Staatsverfassung’, spätlat. ‘Staatsverwaltung’, aus griech. polīté͞ia (πολιτεία) ‘Bürgerrecht, Staatsverwaltung, Staatsverfassung’, zu griech. polī́tēs (πολίτης) ‘Bürger, Stadtbewohner’, pólis (πόλις) ‘Burg, Stadt, Stadtgemeinde, Staat’. Polizist m. polizeilich Adj. (19. Jh.). Polente f. gaunersprachliche Abwandlung (19. Jh.) von Polizei. Wolf Rotw. 251 f. setzt als lautähnliche Ausgangsform gaunersprachliches Polent ‘Burg, Schloß, Sitz der Obrigkeit, der Behörde’ an, hervorgegangen aus jidd. paltin ‘Burg, Palast’. Politesse2 f. ‘Polizeigehilfin’, Neubildung (20. Jh., lautlich wohl angeglichen an Stewardeß) zu Polizei, unter Rückgriff auf die dem Wort zugrundeliegende Stammform griech.-lat. polit- (s. oben), verbunden mit dem frz. Suffix -esse zur Bildung movierter Feminina (s. ↗Baronesse, ↗Komtesse). In Zusammensetzungen Kriminalpolizei f. (19. Jh.), Schutzpolizei f. (20. Jh.), verkürzt Kripo f. Schupo f. (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›polizeilich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›polizeilich‹.

Verwendungsbeispiele für ›polizeilich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei der polizeilichen Zusammenarbeit halte er indes eine europäische Finanzierung für sinnvoll.
Die Welt, 15.04.2005
Bei der polizeilichen Sicherung des allgemeinen Personenverkehrs ist das anders.
Süddeutsche Zeitung, 29.07.1999
In Ihrem Haus sind sage und schreibe, warten Sie, neunundsiebzig Personen polizeilich gemeldet.
Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 134
Aber wenn er Arbeit finden wollte, mußte er polizeilich angemeldet sein.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 68
Hier handelt es sich sehr viel mehr um eine ständige militärische, als um eine polizeiliche Einrichtung.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 345
Zitationshilfe
„polizeilich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/polizeilich>, abgerufen am 07.08.2020.

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