pomadig

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [poˈmaːdɪç]
Worttrennung po-ma-dig
Wortzerlegung  Pomade -ig
Herkunft Pomade
eWDG

Bedeutung

mit Pomade behandelt
Beispiel:
pomadiges Haar

Verwendungsbeispiel für ›pomadig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Haar darf nicht pomadig, muß aber dennoch exakt gescheitelt sein.
Die Zeit, 26.06.1959, Nr. 26
Zitationshilfe
„pomadig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pomadig#1>, abgerufen am 27.01.2022.

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pomadig

Grammatik Adjektiv · Komparativ: pomadiger · Superlativ: am pomadigsten, Steigerung selten
Aussprache  [poˈmaːdɪç]
Worttrennung po-ma-dig
Wortbildung  mit ›pomadig‹ als Erstglied: Pomadigkeit
Herkunft zu pomałupoln obsorb, pomalutschech ‘langsam, gemächlich’
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
salopp träge, langsam, schwunglos, Langeweile verbreitend
Kollokationen:
als Adjektivattribut: eine pomadige Spielweise, Vorstellung
als Adverbialbestimmung: pomadig auftreten, spielen
Beispiele:
Die Bayern wirkten aufreizend behäbig, mit Ausnahme von einigen Profis wie Thomas Müller und Jérôme Boateng war der Auftritt pomadig, mancher wirkte regelrecht gelangweilt vom Liga‑Alltag bei einem unangenehmen Gegner. [Der Spiegel, 15.10.2016 (online)]
Fest hält er die Zügel und treibt, wenn es sein muss, den pomadigen Chor gnadenlos an. [Thüringer Allgemeine, 04.10.2021]
Wir in unserer Familie sind übereingekommen, dass die Sendung zu pomadig war. Sie ist mit den alten Folgen nicht zu vergleichen. [Bild, 30.12.2019]
Vor allem denjenigen, die weniger seine etwas pomadigen Romane, sondern mehr seine eleganten, unerhört kenntnisreichen Essays schätzen, scheint er der ideale Festredner zu sein. [Süddeutsche Zeitung, 02.05.2009]
Die Ballettmusik zur Oper »Idomeneo« verfällt, nach einer knackigen »Chaconne«, zunehmend in einen serenadenartigen, pomadigen Tonfall. [Berliner Zeitung, 03.05.1999]
»Summa summarum war es eines der pomadigsten Halbfinals, die ich so in Erinnerung habe«, grantelte Thomas Müller [vom FC Bayern München] nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt. [Der Tagesspiegel, 12.06.2020] ungewöhnl.
Er [Manfred Kanther] managte als Generalsekretär den Aufstieg der Hessen‑CDU unter Alfred Dregger in den siebziger Jahren. Er war immer für den knallharten Kurs und damit oft auch voller Verachtung für die pomadigere Linie von Walter Wallmann oder Helmut Kohl. [Frankfurter Rundschau, 17.01.2000] ungewöhnl.
2.
herablassend, blasiert
Beispiele:
Der britische Sender […] hatte 1962 nach einem passenden Auto für seinen Serienhelden gesucht und zunächst bei Jaguar nachgefragt, ob denn nicht ein E‑Type in Frage käme. Die Jaguar‑Leute reagierten aber so pomadig, dass man bei Volvo anrief. Eine Woche später stand ein hellweißer P 1800 am Set. [Der Spiegel, 09.05.2011 (online)]
Zwar war manche Kritik etwa am TTIP‑Vertrag [einem Freihandelsabkommen] mit den USA sachlich falsch, doch die Demonstranten stellten die richtigen Fragen. Wohlstand geht nicht vor Umwelt und die Rechte von Verbrauchern. Man muss alles berücksichtigen und den Bürgern darlegen, dass man das im Vertrag auch tut. Stattdessen reagierten die EU‑Experten pomadig, die Regierungen duckten sich weg – und machten so die Kritiker stark. [Süddeutsche Zeitung, 07.08.2020]
Als ihn der Bauer nun des Sonnabends fragte, ob er am nächsten Montag wiederkommen wolle, da antwortete er so recht trocken und pomadig: »Nee, min lewer Breetfoot, glöwen Se denn, ick will hier nix anners fräten as Näsen, Ohren un Arslöcher? Dat fräten Se man sölben. Ick schiet all säben Ähl (Ellen) gegen Wind.« [Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.): Deutsche Autobiographien 1690–1930. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 54895]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pomadig Adj. umgangssprachlich (nordostd. omd.) für ‘träge, langsam, bequem’ (Anfang 19. Jh.), aus an Pomade (s. d.) angeglichenem pomale Adv. ‘langsam, gemächlich’, das um 1700 aus gleichbed. poln. obsorb. pomału, tschech. pomalu entlehnt ist; vgl. russ. pomálu, pomalén’ku (помалу, помаленьку) ‘nicht übereilt, langsam’. Bildungen mit dem Präfix po- dienen zur Bezeichnung einer bestimmten Art und Weise. Dem zweiten Teil liegt urslaw. *malo ‘wenig’ (zu urslaw. *malъ ‘klein’; vgl. aslaw. malo, malъ) zugrunde.

Typische Verbindungen zu ›pomadig‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pomadig‹.

Zitationshilfe
„pomadig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pomadig#2>, abgerufen am 27.01.2022.

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