poplig

Alternative Schreibungpopelig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungpop-lig ● po-pe-lig (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend armselig, schäbig
Beispiele:
so ein popliges/popeliges Geschenk, Zeug!
er kam in seinem popligsten Anzug
was man uns vorsetzte, war ziemlich poplig/popelig
ganz durchschnittlich, ganz gewöhnlich
Beispiele:
weshalb Frau Rakitsch nicht wie vielleicht eine poplige Ingenieursfrau in einen Volkswagen zu steigen braucht [GaiserSchlußball68]
die poplige Meldung eines Divisionskommandeurs im Oberstenrang [FühmannJudenauto116]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pöbel · pop(e)lig · pöbelhaft · pöbeln · anpöbeln
Pöbel m. ‘rohe Volksmasse’. Mhd. bovel, povel (seit 1200), popil (13. Jh.), povil, bofel (1. Hälfte 14. Jh.) ‘Volk, Volksmenge, Leute’, frühnhd. (bis ins 15. Jh. ohne verächtlichen Nebensinn) bovel, povel, pofel, poffel, (mit Umlaut seit 15. Jh.) pöfel, pöffel, pövel, bei Luther Pübel, Pubel, Pobel, schließlich Pöbel ‘Volksmenge, einfaches, gemeines Volk’ ist entlehnt aus afrz. pueple, pople ‘Volk, Bevölkerung, Leute, Menge’ (frz. peuple), das auf lat. populus ‘Volk’ beruht. Direkt aus lat. populus stammt mnd. pōpel ‘niederes Volk’; dazu pop(e)lig Adj. ‘armselig, dürftig, knauserig’ (Mitte 19. Jh.). pöbelhaft Adj. ‘gemein, roh, unfein’ (Mitte 18. Jh.). pöbeln Vb. ‘sich wie der Pöbel verhalten’ (Ende 19. Jh.), auch ‘durch flegelhaftes Benehmen, beleidigende Äußerungen provozieren, randalieren’ (20. Jh.). anpöbeln Vb. ‘mit derben Worten belästigen’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
armselig · ↗gering · ↗jammervoll · ↗jämmerlich · ↗kümmerlich · ↗minderwertig  ●  grenzlastig  ugs. · ↗grenzwertig  ugs. · ↗inferior  geh. · ↗lausig  ugs. · ↗lumpig  ugs. · ↗mickrig  ugs. · piselig  ugs., rheinisch · popelig  ugs. · pupsig  ugs. · ↗windig  ugs.
Assoziationen
  • (nur) Centbeträge  ●  das bisschen Geld  ugs. · die paar Euro  ugs. · so'n bisschen Geld  ugs. · so'n paar Euro  ugs.
Antonyme
  • popelig  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für Romneys Sieg hat er vergleichsweise popelige 5.000 Dollar investiert.
Die Zeit, 24.06.2012, Nr. 25
Es war für mich als popeliger Amateur-Fußballer die einzige Chance, bekannt zu werden.
Bild, 07.05.2002
Soeben hat es drei der popeligen Mittelklassewagen, mit denen unsereiner unterwegs ist, überrollt, zertrümmert, unter sich begraben.
Die Welt, 14.03.2005
Vorbei sind die Zeiten, wo man sich mühsam mit popeligen 8 FPU-Registern abplagen mußte, die zu allem Überfluß auch noch als Stack organisiert waren.
C't, 1999, Nr. 12
Wie popelig erscheint mir auf einmal Annelieses Zwergengarten mit seinen kleindimensionierten Rabatten und dem winzigen Rasenstück!
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 86
Zitationshilfe
„poplig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/poplig>, abgerufen am 21.04.2019.

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