possierlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungpos-sier-lich
Wortbildung mit ›possierlich‹ als Erstglied: ↗Possierlichkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

durch eine kleine, niedliche Art spaßig, drollig wirkend
Beispiele:
das Kätzchen, der kleine Hund ist ein possierliches Tierchen
die kleinen Äffchen waren sehr possierlich
etw. sieht possierlich aus, ist possierlich anzusehen
die Eichkätzchen sprangen possierlich von Baum zu Baum
Kinder tanzten ... in possierlichen, anmutigen Bewegungen einen Walzer [BredelVäter189]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Possen · Possenspiel · Posse · Possenreißer · possierlich
Possen m. meist Plur., ‘derber Streich, Unfug, Schabernack’, mhd. possen (Plur.). Auszugehen ist von (allerdings später bezeugtem) frühnhd. posse, bosse ‘Zierat, Beiwerk’ (an Kunstdenkmälern, Gesimsen), besonders ‘groteske Figuren’ (an Brunnen). Dies ist entlehnt aus afrz. boce, frz. bosse ‘Buckel, Höcker, Beule, Relief, erhabene Arbeit, Gipsabguß’. Zugrunde liegt vielleicht anfrk. *bottia ‘Auswuchs, Sproß, Beule’, das Substantivbildung zu einem dem ahd. bōʒen ‘stoßen, schlagen’ (s. ↗Amboß) entsprechenden anfrk. Verb (mit der Bedeutungsvariante ‘ausschlagen, sprießen’?) wäre; vgl. Gamillscheg ²128. Schon früh erfolgt die Übertragung von ‘komische Figur, Scherzfigur’ auf ‘Scherz, lustiger Streich’, wozu die Zusammensetzung Possenspiel n. ‘derbkomisches Bühnenspiel’ (16. Jh.), verkürzt Posse f. (18. Jh.). Possenreißer m. ‘Spaßmacher’ (16. Jh.), Zusammenbildung aus Possen reißen ‘Scherz und Spott treiben’ (16. Jh.). possierlich Adj. ‘klein und lustig, drollig’ (16. Jh.); vgl. bossieren, possieren ‘lustig sein, scherzen, Possen treiben’, eigentlich ‘als Zeichnung entwerfen, Figürliches in weicher Masse formen, bilden’ (16. Jh.), afrz. mfrz. bocer (s. ↗putzig).

Thesaurus

Synonymgruppe
drollig · ↗goldig · ↗knuddelig · ↗knuffig · ↗niedlich · possierlich  ●  ↗putzig  ugs. · ↗süß  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affe Anblick Geselle Haustier Hund Katze Kerl Nager Nagetier Posse Tier Vierbeiner Wesen fast gar höchst wirken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›possierlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Womit sich ein Finanzminister immer wieder beschäftigen muß, ist schon possierlich.
Die Zeit, 16.05.1986, Nr. 21
Der Regisseur blättert das Buch ihres Daseins feinfühlig und doch eher possierlich auf.
Die Welt, 29.01.2005
Er nieste höchstens possierlich oder knurrte, aber er schlief weiter.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 99
Das possierliche Bärchen zeigte seine Zähne und ging auf die Bahn los.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 98
Der lachte sich fast krumm und rief die übrigen zu dem possierlichen Anblick.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8668
Zitationshilfe
„possierlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/possierlich>, abgerufen am 20.03.2019.

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