posttraumatisch

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache  [ˈpɔsttʀaʊ̯ˌmaːtɪʃ]
Worttrennung post-trau-ma-tisch
Wortzerlegung post-traumatisch
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

nach einem Trauma (1, 2) entstanden, auftretend
a)
Psychologie, Medizin durch eine seelisch schwer belastende Situation oder Erfahrung verursacht, nach einem Trauma (2) auftretend
Kollokationen:
als Adjektivattribut: eine posttraumatische Belastungsstörung, Belastungsreaktion; ein posttraumatisches Stress-Syndrom; posttraumatischer Stress
Beispiele:
Psychologen sprechen nach einem traumatischen Erlebnis von einer »Einwirkungsphase«, die in der Regel zwei bis vier Wochen dauert. Wenn lange danach noch Konzentrationsprobleme, erhöhte Schreckhaftigkeit und Schlaflosigkeit auftreten, so handelt es sich um posttraumatische Beschwerden, die behandelt werden müssen. [Berliner Zeitung, 31.12.2004]
Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die durch katastrophale Erlebnisse ausgelöst wird. [Bild, 23.02.2018]
[…] von mir hängt ab, ob auch unsere Kinder mit diesen sowjetischen Erfahrungen konfrontiert werden. Ich glaube, so denken viele tausend Ukrainer, intuitiv spüren sie, dass die Fundamente für die Zukunft der ukrainischen Gesellschaft heute gelegt werden. Und ob diese Gesellschaft oligarchisch, postkolonial und posttraumatisch oder offen und demokratisch sein wird – das bestimmen wir selbst. [Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2017]
Irgendwas ist mit deinem Verstand geschehen. […] Eine Art Nebenwirkung, des ganzen Prozesses. Es ist posttraumatisch. [Torchwood subtitles German, 2006, aufgerufen am 31.10.2014]
Insgesamt hatte jedes Kind im Schnitt sechs traumatische Situationen erlebt. 35 Prozent der Mädchen wurden vergewaltigt. 18 Prozent brachten in Gefangenschaft ein Kind zur Welt. Von den 71 Kindern, die einen längeren Fragebogen beantworteten, hatten 69 deutliche klinische posttraumatische Symptome. [Der Standard, 12.03.2004]
Diagnostiziert wurden bei vielen Überlebenden [des Holocaust] posttraumatische Belastungsstörungen, insbesondere das wiederholte Durchleben der traumatisierenden Situation, mit vielfältigen Folgen auch für die körperliche Gesundheit. [konkret, 1999]
Torstens hektischer Atem läßt die Last spüren, die auf ihm liegt. Hier zeigen sich Symptome von posttraumatischen Streßreaktionen, die seit 1980 unter der Bezeichnung posttraumatic stress disorder (PTSD) als behandlungsbedürftige Krankheit anerkannt sind. Die PTSD‑Symptomatik hat nichts mit den üblichen frühkindlichen Traumata zu tun, die Neurosen hervorrufen können. Die PTSD‑Phänomene sind aus Kriegs‑ und Katastrophenberichten bekannt. [Die Zeit, 23.07.1993, Nr. 30]
b)
Medizin durch eine Verletzung, eine schwere organische Schädigung verursacht, nach einem Trauma (1) entstanden
Beispiele:
Bei etwa einem Drittel der Patienten, die akut an einem posttraumatischen Kopfschmerz leiden, bleibt das Schmerzgeschehen in Form des chronischen posttraumatischen Kopfschmerzes länger als 8 Wochen nach der Verletzung bestehen. [Göbel, Hartmut, Die Kopfschmerzen – Ursachen, Mechanismen, Diagnostik und Therapie in der Praxis. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag 2004, 2. Aufl., S. 566]
Als die verunglückte Frau nach elf Tagen künstlichem Schlaf das Bewusstsein wiedererlangt hatte, war sie vom Hals abwärts gelähmt […] Die Lähmung, eine posttraumatische Reaktion, ließ nach wenigen Wochen sukzessive nach, und abgesehen von den etwas ungelenken Fingernist Anna wieder ganz auf dem Damm. [Die Zeit, 16.03.2000, Nr. 12]
Es [das Schulterarmsyndrom] entwickelt sich auch posttraumatisch durch Verletzungen des Längsbandsystems mit nachfolgenden Bandscheibenveränderungen, Gelenkbeschädigungen sowie Gefäßverletzungen und daraus resultierenden Folgeveränderungen. [Hierholzer, Günther, Kunze, Georg, Peters, Dirk (Hg.), HWS-Beschleunigungsverletzung – Minderung der Erwerbsfähigkeit – Arbeitsunfähigkeit. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag 1997, S. 25]
Sekundäre Durchblutungsstörungen führen zu einer Schädigung des Gehirns[…] Baethmann zitierte Untersuchungen, nach denen 90 Prozent derjenigen, die an einem Schädel‑Hirn‑Trauma starben, Merkmale solcher Durchblutungsstörungen aufwiesen. Manchmal erst Monate später kann es zu sogenannten posttraumatischen epileptischen Krampfanfällen kommen. [Süddeutsche Zeitung, 08.04.1995]
80 % der Unfallverletzten werden nicht fachgerecht und nicht rechtzeitig versorgt. […] Durch die ungenügende apparative Ausstattung der Kliniken muß es zu Fehldiagnosen kommen, werden z. B. posttraumatische Blutungen nicht rechtzeitig erkannt. [Klee, Ernst: Behinderten-Report, Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch-Verl. 1981 [1974], S. 196]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›posttraumatisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›posttraumatisch‹.

Zitationshilfe
„posttraumatisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/posttraumatisch>, abgerufen am 19.04.2021.

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