prägen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungprä-gen
Wortbildung mit ›prägen‹ als Erstglied: ↗Prägedruck · ↗Prägephase · ↗Prägesiegel · ↗Prägestempel · ↗Prägestock · ↗Prägstock · ↗prägsam
 ·  mit ›prägen‹ als Letztglied: ↗abprägen · ↗aufprägen · ↗ausprägen · ↗einprägen · ↗mitprägen · ↗nachprägen · ↗umprägen · ↗vorprägen
 ·  mit ›prägen‹ als Grundform: ↗Gepräge
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. prägen(geschmeidiges) Material auf seiner Oberfläche reliefartig formen, indem man ein erhabenes oder vertieftes Bild, Muster einpresst
Beispiele:
Münzen prägen
zehn Millionen in Silber prägen
es waren sauber, scharf geprägte Münzen
mit einer Holzform die Butter prägen
Briefpapier prägen
etw. auf etw. prägenetw. aufprägen
Beispiel:
Sie wird ... das große Siegel mit der irischen Leier auf den großen Briefumschlag prägen [BöllIrisches Tagebuch115]
etw. in etw. prägenetw. einprägen
Beispiele:
das Staatswappen in eine Münze prägen
[ein Siegelring] mit dem in Malachit geprägten Familienwappen [Th. MannKrull8,533]
bildlich (sich) [Dativ] etw. ins Herz, Gedächtnis prägenetw. fest im Gedächtnis behalten
Beispiel:
das hat sich ihm tief ins Gedächtnis geprägt
2.
etw. prägt etw., jmdn.etw. beeinflusst und formt etw., jmdn., gibt etw., jmdm. ein charakteristisches Gepräge
Beispiele:
Bohrtürme prägen die Landschaft
die gotischen Giebel prägen das Antlitz der Stadt
sein Gesicht war vom Geist, Denken geprägt
die Vergangenheit hat ihn geprägt
die gesellschaftliche Umwelt prägt den Menschen
jene Stunden haben mich geprägt [St. ZweigAmok325]
3.
etw. Sprachliches (als erster) bilden, formen, hervorbringen
Beispiele:
ein Wort prägen
einen Ausspruch, eine Bezeichnung, einen Begriff, Satz prägen
das hat Goethe geprägt, ist von Goethe geprägt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prägen · ausprägen · einprägen · Gepräge
prägen Vb. ‘Material auf seiner Oberfläche reliefartig formen, (in Münzen) ein Bild, Muster oder Schriftzeichen einpressen, Münzen herstellen’, übertragen ‘mit einer bestimmten Eigenart versehen, formen, gestalten, (einen sprachlichen Ausdruck) bilden, formulieren’, ahd. brāhhen ‘einritzen, eingraben, einprägen’ (um 800), mhd. bræchen, præchen, (md.) brēchen, prēchen, frühnhd. (mit Übergang von ch in g) brēgen, prēgen (15. Jh.), aengl. ābracian ‘einpressen’, ostfries. prakken ‘pressen’. Die Verben können als Kausativa zu dem unter ↗brechen (s. d.) behandelten Verb angesehen werden, etwa im Sinne von ‘brechen machen, gebrochene Arbeit hervorbringen’, woraus sich die Bedeutung ‘eingraben, stempelnd einpressen’ entwickelt. Die nhd. Schreibung schwankt bis ins 17. Jh. zwischen präcken, pregen, preckchen und brechen; prägen setzt sich im 18./19 Jh. durch. ausprägen Vb. ‘(zu Münzen) prägen, formen’, meist übertragen ‘deutlich gestalten, formen’, reflexiv ‘deutlich zum Ausdruck kommen’, oft im Part. Prät. ausgeprägt ‘stark herausgebildet, entwickelt’ (17. Jh.). einprägen Vb. ‘eindrücken, einpressen’, meist übertragen ‘eindringlich ins Bewußtsein bringen’, reflexiv ‘fest in das Gedächtnis aufnehmen’ (17. Jh.). Gepräge n. ‘Prägung (auf Münzen)’, übertragen ‘besondere Note, Eigenart, Kennzeichen’, ahd. gibrāhhi (um 800), mhd. gebræche, gepræche ‘getriebene Arbeit, Gravier-, Ziselierarbeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
prägen · ↗stempeln
Synonymgruppe
ausbilden · ↗ausprägen · ↗bilden · ↗formen · ↗gestalten · prägen  ●  ↗fassonieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
münzen · prägen
Synonymgruppe
Eingang finden · ↗einbauen · ↗einführen · ↗einsetzen · ↗einspeisen · ↗entwickeln · ↗implementieren · prägen · ↗realisieren · ↗umsetzen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Begriff Bild Denken Erfahrung Erscheinungsbild Formel Generation Geschehen Gesicht Image Jahrhundert Jahrzehnt Kultur Landschaft Leben Münze Stadtbild Stil Stimmung Straßenbild Unsicherheit Verhältnis Vorstellung aufprägen ausprägen einprägen entscheidend mitprägen nachhaltig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prägen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kein anderer Regisseur hat das deutsche Kino der letzten Jahre so geprägt wie er.
Die Zeit, 07.01.2009, Nr. 03
Wir sind christlich geprägt, damit geht der zentrale Wert der Arbeit einher.
Der Tagesspiegel, 12.01.2005
Die Zahl als geheiligte Ordnung prägt das dem Gott geweihte Instrument.
Schneider, Günter: Musik der Meister - Meister der Musik, Gütersloh: Bertelsmann 1977, S. 14
So ist das kirchliche Leben in den Missionen auch nach 1563 noch lange vortridentinisch geprägt geblieben.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 3317
Da hängt sie vor den verkohlten Resten ihres Hofes, präg dir das Bild ein.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 49
Zitationshilfe
„prägen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prägen>, abgerufen am 14.11.2019.

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