Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

prägen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung prä-gen
Wortbildung  mit ›prägen‹ als Erstglied: Prägebild · Prägedruck · Prägeform · Prägekraft · Prägephase · Präger · Prägesiegel · Prägestempel · Prägestock · Prägstock · prägsam
 ·  mit ›prägen‹ als Letztglied: Gepräge · abprägen · aufprägen · ausprägen · einprägen · mitprägen · nachprägen · umprägen · vorprägen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. prägen(geschmeidiges) Material auf seiner Oberfläche reliefartig formen, indem man ein erhabenes oder vertieftes Bild, Muster einpresst
Beispiele:
Münzen prägen
zehn Millionen in Silber prägen
es waren sauber, scharf geprägte Münzen
mit einer Holzform die Butter prägen
Briefpapier prägen
etw. auf etw. prägenetw. aufprägen
Beispiel:
Sie wird … das große Siegel mit der irischen Leier auf den großen Briefumschlag prägen [ BöllIrisches Tagebuch115]
etw. in etw. prägenetw. einprägen
Beispiele:
das Staatswappen in eine Münze prägen
[ein Siegelring] mit dem in Malachit geprägten Familienwappen [ Th. MannKrull8,533]
bildlich (sich) [Dativ] etw. ins Herz, Gedächtnis prägenetw. fest im Gedächtnis behalten
Beispiel:
das hat sich ihm tief ins Gedächtnis geprägt
2.
etw. prägt etw., jmdn.etw. beeinflusst und formt etw., jmdn., gibt etw., jmdm. ein charakteristisches Gepräge
Beispiele:
Bohrtürme prägen die Landschaft
die gotischen Giebel prägen das Antlitz der Stadt
sein Gesicht war vom Geist, Denken geprägt
die Vergangenheit hat ihn geprägt
die gesellschaftliche Umwelt prägt den Menschen
jene Stunden haben mich geprägt [ St. ZweigAmok325]
3.
etw. Sprachliches (als erster) bilden, formen, hervorbringen
Beispiele:
ein Wort prägen
einen Ausspruch, eine Bezeichnung, einen Begriff, Satz prägen
das hat Goethe geprägt, ist von Goethe geprägt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prägen · ausprägen · einprägen · Gepräge
prägen Vb. ‘Material auf seiner Oberfläche reliefartig formen, (in Münzen) ein Bild, Muster oder Schriftzeichen einpressen, Münzen herstellen’, übertragen ‘mit einer bestimmten Eigenart versehen, formen, gestalten, (einen sprachlichen Ausdruck) bilden, formulieren’, ahd. brāhhen ‘einritzen, eingraben, einprägen’ (um 800), mhd. bræchen, præchen, (md.) brēchen, prēchen, frühnhd. (mit Übergang von ch in g) brēgen, prēgen (15. Jh.), aengl. ābracian ‘einpressen’, ostfries. prakken ‘pressen’. Die Verben können als Kausativa zu dem unter brechen (s. d.) behandelten Verb angesehen werden, etwa im Sinne von ‘brechen machen, gebrochene Arbeit hervorbringen’, woraus sich die Bedeutung ‘eingraben, stempelnd einpressen’ entwickelt. Die nhd. Schreibung schwankt bis ins 17. Jh. zwischen präcken, pregen, preckchen und brechen; prägen setzt sich im 18./19 Jh. durch. – ausprägen Vb. ‘(zu Münzen) prägen, formen’, meist übertragen ‘deutlich gestalten, formen’, reflexiv ‘deutlich zum Ausdruck kommen’, oft im Part. Prät. ausgeprägt ‘stark herausgebildet, entwickelt’ (17. Jh.). einprägen Vb. ‘eindrücken, einpressen’, meist übertragen ‘eindringlich ins Bewußtsein bringen’, reflexiv ‘fest in das Gedächtnis aufnehmen’ (17. Jh.). Gepräge n. ‘Prägung (auf Münzen)’, übertragen ‘besondere Note, Eigenart, Kennzeichen’, ahd. gibrāhhi (um 800), mhd. gebræche, gepræche ‘getriebene Arbeit, Gravier-, Ziselierarbeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
prägen · stempeln
Synonymgruppe
ausbilden · ausprägen · bilden · formen · gestalten · prägen  ●  fassonieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
münzen · prägen

Typische Verbindungen zu ›prägen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prägen‹.

Verwendungsbeispiele für ›prägen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings war das Programm etwas einseitig, nämlich unverkennbar norddeutsch geprägt. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 81]
Auf den silbernen Dollars war geprägt der Kopf der Freiheit. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 619]
Negativ prägen sie erst, wenn das Bild vom anderen dazu führt, die eigene Person abzuwerten. [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 109]
Nach einer Unterbrechung von fünf Jahrhunderten begann man wieder Gold zu prägen. [Ganshof, François Louis: Das Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7395]
Einmal hat die ZEIT die Zeit geprägt – nun ist es umgekehrt. [Die Zeit, 13.02.1998, Nr. 8]
Zitationshilfe
„prägen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pr%C3%A4gen>.

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