praktikabel

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungprak-ti-ka-bel (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungpraktizieren-abel
Wortbildung mit ›praktikabel‹ als Letztglied: ↗impraktikabel · ↗unpraktikabel
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
für einen bestimmten Zweck brauchbar, nutzbar; sich als zweckmäßig erweisend und sich verwirklichen lassend; durch-, ausführbar
2.
a)
von Teilen der Bühnendekoration   fest gebaut und daher begehbar, zum Spielen zu benutzen
b)
begehbar, befahrbar
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Praktik · praktisch · praktikabel · Praktikant · Praktiker · Praktikum · praktizieren
Praktik f. ‘Art der Ausübung (einer Tätigkeit), Verfahrensweise, Handhabung’, frühnhd. practic, practik ‘Ausübung und Anwendung, Art eines Geschäfts oder Verfahrens, Ausübung einer Kunst (z. B. der Kalendermacherei, der Medizin), unerlaubter Kunstgriff, Kniff, Betrug’ (häufig im Plur. practicen, practiken, 16. Jh.), entlehnt aus mlat. practica ‘Ausübung, Tätigkeit, Übung, Vollendung’, auch ‘List, Schlauheit’, spätlat. practicē ‘Unternehmen, Handlung, Tätigkeit, Ausübung’, griech. prāktikḗ (téchnē) (πρακτικὴ τέχνη) ‘Tätigkeit, Aktivität’, eigentlich ‘Kunst, Lehre vom aktiven Tun und Handeln’, Substantivierung der fem. Form des Adjektivs griech. prāktikós (πρακτικός) ‘das Handeln betreffend, zu Geschäften gehörig, tätig, unternehmend, tatkräftig, wirksam’, zu griech. prā́ssein, (att.) prā́ttein (πράσσειν, πράττειν) ‘durchdringen, zu Ende kommen, betreiben, vollbringen, tun’ (s. ↗pragmatisch). Der in abschätzigem Sinne gebrauchte Plural Praktiken ‘Kunstgriffe, Schliche, Kniffe’ steht unter Einfluß von mfrz. frz. pratiques ‘Ränke, Umtriebe’. praktisch Adj. ‘die Praxis betreffend, auf Praxis beruhend, in Wirklichkeit, zweckdienlich, geschickt’, zuvor ‘listig, schlau’ (16. Jh.), spätlat. practicus ‘tätig’, griech. prāktikós (s. oben), gelegentlich wohl unter Einfluß von mfrz. frz. pratique ‘angewandt, anwendbar, ausführbar, zweckmäßig’. Seit dem 18. Jh. vielfach im Gegensatz zu theoretisch. praktikabel Adj. ‘durch-, ausführbar, brauchbar, zweckmäßig’ (18. Jh.), frz. praticable, mlat. practicabilis ‘tunlich, ausführbar’. Praktikant m. ‘wer sich auf die Ausübung eines Berufs vorbereitet’ (17. Jh.), älter ‘wer unsaubere Praktiken betreibt’ (16. Jh.), mlat. practicans (Genitiv practicantis), Part. Präs. von mlat. practicare ‘ausüben, bewerkstelligen, fertigbringen, erfinden’. Praktiker m. ‘praktischer Mensch, Mann mit praktischer Erfahrung’ (prattiger, 16. Jh.), seit dem 18. Jh. im Gegensatz zu Theoretiker, Substantivierung des Adjektivs spätlat. practicus (s. oben). Praktikum n. ‘Übungen zur praktischen Anwendung theoretischer Kenntnisse in bestimmten Fachrichtungen einer Hochschule, vorübergehende Tätigkeit eines Studenten in einem Betrieb zur Aneignung praktischer Berufskenntnisse’ (20. Jh.), latinisierende Neubildung zu Praktik. praktizieren Vb. ‘ausüben’ (15. Jh.), besonders den Beruf des Arztes, (Rechts)anwalts (16. Jh.), ‘sich auf die Berufspraxis vorbereiten, (schlau) unterhandeln, Ränke schmieden’ (16. Jh.), in neuerer Sprache ‘(theoretische Kenntnisse) in der Praxis anwenden’, entlehnt unter Einfluß von gleichbed. mfrz. frz. pratiquer und wohl auch ital. praticare (vgl. frühnhd. pratezieren, 16. Jh.) aus mlat. practicare (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
dienlich · ↗empfehlenswert · empfiehlt sich · ↗patent · praktikabel · ↗praktisch · praxistauglich · ↗zweckdienlich · ↗zweckmäßig  ●  ↗geschickt  ugs., süddt.
Assoziationen
Antonyme
  • praktikabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alternative Auflockerung Ausweg Bühnenbild Handhabung Lösung Lösungsansatz Lösungsvorschlag Lösungsweg Regelung Verbändevereinbarung Vorgehensweise Vorschlag Zwischenlösung durchdacht durchsetzbar finanzierbar gerecht halbwegs kaum kostengünstig mehrheitsfähig sinnvoll tragfähig transparent umsetzbar vernünftig wenig wirksam übersichtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›praktikabel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was sich in der Theorie durchaus vernünftig anhört, erweist sich in der Praxis leider allzuoft als nicht praktikabel.
Der Tagesspiegel, 21.07.1998
Darüber kann auch eine einmütige Abstimmung über ein kaum praktikables Papier nicht hinwegtäuschen.
Die Zeit, 07.04.1967, Nr. 14
Inzwischen hat man in dieser Hinsicht eine praktikable Lösung gefunden.
Heine, Peter: Kalender. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 737
Die "mentalistische" Alltagssprache ist in diesem Sinne eine verkürzte, wenn auch praktikable Vorgehensweise.
Roth, G. u. Menzel, Randolf: Neuronale Grundlagen kognitiver Leistungen. In: Dudel, Josef u. a. (Hgg.) Neurowissenschaft, Berlin: Springer 1996, S. 930
Die überspitzten und nicht praktikablen Maßnahmen seines Vorgängers machte P. rückgängig.
Liebing, H.: Pius IV. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 26503
Zitationshilfe
„praktikabel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/praktikabel>, abgerufen am 22.02.2019.

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