prallen

GrammatikVerb · prallt, prallte, ist/hat geprallt
Aussprache
Worttrennungpral-len
Wortbildung mit ›prallen‹ als Letztglied: ↗abprallen · ↗anprallen · ↗aufeinanderprallen · ↗aufprallen · ↗niederprallen · ↗zurückprallen · ↗zusammenprallen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
gegen etw., jmdn., an etw. prallengegen etw., jmdn. heftig stoßen, fallen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
Wellen prallen gegen die Kaimauer, Mole
die Brandung prallt an das Felsriff
der Ball prallte an den Pfosten, ist gegen die Latte geprallt
er ist mit dem Kopf gegen die Wand geprallt
das Auto prallte an, gegen den Baum
auf etw., jmdn. prallen
Beispiele:
der Güterzug ist auf einen abgestellten Zug geprallt
in der Tür prallte er auf Herrn B
2.
die Sonne pralltdie Sonne scheint mit voller Intensität
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
mittags prallte die Sonne
die Sonne prallte auf den Asphalt
Die Sonne prallte senkrecht in den Geschützstand [NollHolt1,265]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prallen · prellen
prallen Vb. ‘(mit einem Geräusch) heftig auf etw. aufschlagen, auftreffen und zurückgeworfen werden’, mhd. prellen (Prät. pralte, wozu vielleicht auch ein Infinitiv prallen) ‘sich schnell fortbewegen, hervorbrechen, ab-, zurückspringen’, auch (von der Sonne) ‘mit voller Intensität scheinen, direkt und ungehindert auftreffen’ (18. Jh.). Daneben prellen Vb. ‘heftig stoßen, sich durch Stoßen verletzen’, mhd. prellen ‘fortstoßen, werfen’; in älterem Nhd. und im Mhd. (s. oben) auch intransitiv und gleichbed. mit prallen, vgl. ebenfalls gleichbed. zurückprallen und zurückprellen ‘zurückgeworfen, zurückgestoßen werden(auch von Licht und Schall), zurückfahren, -schnellen, -schrecken’ (beide 16. Jh.), vorprallen und vorprellen ‘sich plötzlich und schnell vorwärtsbewegen’ (19. Jh.). Heute vor allem ‘täuschen, übervorteilen, benachteiligen, betrügen’ (18. Jh.), besonders die Zeche prellen; eigentlich ‘mit einem gespannten Tuch oder Fell in die Höhe schnellen’ (16. Jh.), z. B. den Fuchs prellen ‘ihn (zur Belustigung der Jagdgesellschaft) in die Höhe schnellen und durch Wiederauffangen um seine Freiheit, in der er sich durch das Prellen wähnte, betrügen’ (17. Jh.). Danach in der Studentensprache den Fuchs (‘jungen Studenten’) prellen ‘sich von ihm bewirten lassen, auf seine Kosten zechen’ (18. Jh.). Die Herkunft von prallen und prellen ist ungewiß. Es handelt sich wohl (wie bei ↗prall, s. d.) um lautmalende, teils akustische, teils optische Eindrücke wiedergebende Wörter.

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auto Ball Baum Brückenpfeiler Bus Fahrzeug Lastwagen Latte Leitplanke Lichtmast Lkw Mittelleitplanke Pfosten Pkw Reifenstapel Straßenbaum Wagen Wucht abkommen abprallen aufeinander aufeinanderprallen aufprallen frontal schleudern ungebremst zurückprallen zusammenprallen überschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Ball prallt gegen seinen linken Fuß, von da ins Tor.
Bild, 23.02.2006
Im konkreten Fall war ein Hund gegen ein vorbeifahrendes Auto geprallt.
Süddeutsche Zeitung, 21.12.1995
Mit den alten Ideen im Kopf prallt er nun auf die neue Wirklichkeit des Jahres 1927.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 815
Der Wagen prallte gegen einen Baum und rammte sich fest.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 466
Hinter mir hörte ich den Leib meiner Mutter dumpf auf den Boden prallen.
Goldt, Max: Die Dolmetscherin und das Double. In: ders., Ungeduscht, geduzt und ausgebuht, Berlin: a-verbal-Verl. 1988, S. 0
Zitationshilfe
„prallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prallen>, abgerufen am 08.12.2019.

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