prekär

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungpre-kär
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

misslich, schwierig, heikel
Beispiele:
eine prekäre Lage, Situation, Frage
er befindet sich in einer prekären Finanzlage
die Wasserversorgung in den hochindustrialisierten Ländern wird von Jahr zu Jahr prekärer
Aber dann wurde die Situation prekär [WeinertZwischensp.34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prekär Adj. ‘mißlich, schwierig, bedenklich, peinlich, unangenehm’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von frz. précaire ‘unsicher, schwankend, widerruflich’, afrz. precoire ‘auf Bitten widerruflich gewährt, unsicher’, das gleichbed. lat. precārius fortsetzt; zu lat. precārī ‘bitten, beten, wünschen’. Im Dt. wird das Adjektiv seit seiner Entlehnung in einem weiteren, weniger präzisen Sinne gebraucht als die frz. Vorlage.

Thesaurus

Synonymgruppe
(es gibt) keine einfache(n) Lösung(en) · ↗diffizil · ↗heikel · ↗knifflig · ↗komplex · ↗kompliziert · mit (einigen) Unannehmlichkeiten verbunden · mit Mühe verbunden · nicht (so) einfach · prekär · ↗schwer · ↗schwer verständlich · ↗schwierig · ↗unübersichtlich · verklausuliert · ↗verschachtelt · ↗vertrackt · ↗verwickelt · ↗verzwickt · ↗vielschichtig  ●  ↗delikat  geh. · kein Zuckerlecken  ugs. · kein Zuckerschlecken  ugs. · ↗tricky  ugs. · ↗verhatscht  ugs., österr. · vigelinsch (plattdt.)  ugs.
Assoziationen
  • auf verlorenem Posten (stehen) · ↗aussichtslos · ↗ausweglos · ↗chancenlos · ↗hoffnungslos · verbaut · ↗verfahren  ●  festgefahren  fig. · in einer Sackgasse  fig.
  • (das Leben ist) kein Kindergeburtstag · (das Leben ist) kein Ponyhof · (das ist hier) kein 'Wünsch dir was' · (wir sind hier) nicht bei 'Wünsch dir was' · kein Wunschkonzert
Synonymgruppe
bedenklich · ↗brenzlig · ↗brisant · ↗delikat · ↗heikel · ↗knifflig · ↗kritisch · mit Vorsicht zu genießen · ↗neuralgisch · nicht geheuer · nicht unbedenklich · prekär · ↗problematisch · problembehaftet · ↗schwierig · ↗verfänglich  ●  ↗spinös  veraltend · ↗haarig  ugs. · nicht (ganz) ohne  ugs.
Assoziationen
  • nicht ausfallsicher · nicht robust (im Betrieb) · nicht stabil (laufend) · nicht störungsfrei (arbeitend) · ↗störanfällig
  • brisant · ↗konfliktgeladen · ↗konfliktträchtig  ●  ↗explosiv  fig. · ↗hochexplosiv  ugs., fig.
  • mit positiven und negativen Aspekten · nicht nur Vorteile bieten(d) · ↗zweischneidig
  • Finger weg (von ...)! · dringend abzuraten sein (von)  ●  äußerste Vorsicht ist geboten (bei / wenn)  variabel
Antonyme
  • prekär
Synonymgruppe
labil · prekär
Synonymgruppe
schwach · ↗übel  ●  ↗schlecht  Hauptform · ↗bescheiden  ugs., verhüllend · ↗beschissen  derb · ↗mau  ugs. · ↗mies  ugs. · nicht (so) rosig  ugs. · prekär  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
arm · auf öffentliche Unterstützung angewiesen · ↗bedürftig · ↗dürftig · ↗finanzschwach · ↗hilfebedürftig · ↗mittellos · ↗notleidend · ohne das Nötigste · prekär · sozial schwach · ↗unvermögend · verarmt · ↗ärmlich
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (ein) kümmerliches Leben fristen · in ärmlichen Verhältnissen (leben) · kümmerlich leben · unter ärmlichen Bedingungen  ●  (sein) Leben fristen  Hauptform · unter äußerst bescheidenen Verhältnissen leben  positiv, verhüllend · zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig (haben)  Spruch · äußerst bescheiden leben  positiv, verhüllend · ↗vegetieren  ugs.
  • (schon) bessere Tage gesehen haben · abgewirtschaftet · an den Bettelstab gekommen · arm geworden · auf den Hund gekommen · ↗heruntergekommen · ruiniert · verarmt · verelendet  ●  in Armut abgesunken  geh. · in Armut gesunken  geh. · prekarisiert  fachspr., Jargon
  • arbeitslos (sein) · ↗arbeitssuchend · ↗beschäftigungslos · ↗erwerbslos · nicht erwerbstätig · ohne Arbeit · ohne Arbeitsverhältnis · ohne Beschäftigungsverhältnis · ↗unbeschäftigt  ●  ↗brotlos  fig. · keine Arbeit haben  variabel · ohne Job  ugs.
  • abgehalftert · ↗abgerissen · ↗abgetakelt · abgewirtschaftet · am Ende · ↗desolat · in einem schlechten Zustand · ↗marode · ↗mies · ruiniert · ↗schäbig · ↗ungepflegt · verdorben · ↗verkommen · verlottert · verludert · verlumpt · ↗verschlissen · verwahrlost · verwildert · zerfasert · zerfleddert · ↗zerlumpt · zerschlissen  ●  ↗(äußerlich) heruntergekommen  Hauptform · (herumlaufen) wie ein Penner  derb, abwertend · ↗abgefuckt  derb, jugendsprachlich · abgeranzt  ugs. · abgewrackt  ugs. · auf den Hund gekommen  ugs. · ↗gammelig  ugs. · muchtig  ugs., berlinerisch · vergammelt  ugs.
  • alles ausgegeben haben · kein Geld mehr haben · keinen Cent mehr haben · nicht einen Cent haben  ●  auf dem Trockenen sitzen  fig.
  • (einen) finanziellen Engpass haben · Geldsorgen haben · finanziell in der Klemme sitzen · gerade nicht zahlen können · in Geldnot · in finanzieller Verlegenheit (sein) · ↗klamm  ●  (bei jemandem ist) Ebbe in der Kasse  fig. · gerade kein Geld haben  variabel · (es) gerade nicht klein haben  ugs., ironisch · auf dem Trockenen Sitzen  ugs., Redensart · bei jemandem sieht es finanziell (momentan) nicht so rosig aus  ugs., variabel · in pekuniärer Verlegenheit  geh. · knapp bei Kasse  ugs. · knapp dran  ugs.
  • (bei jemandem) ist nichts zu holen · kein Geld haben · keine Arbeit haben · mittellos dastehen · mittellos sein · nichts verdienen · nichts zu beißen haben · von Luft und Liebe leben  ●  am Hungertuch nagen  ugs.
  • Armer · ↗Bettler · ↗Habenichts · Mittelloser  ●  ↗Hungerleider  auch figurativ · Knochenrappler  ugs., selten · armer Schlucker  ugs.
  • (es) nicht (so) dicke haben · nicht Rockefeller sein  ●  nicht auf Rosen gebettet (sein)  fig. · (sein) Geld nicht scheißen können  derb, fig. · nicht in Geld schwimmen  ugs., fig.
  • auf der Schattenseite des Lebens (stehen) · nicht auf der Sonnenseite des Lebens (geboren) · zu kurz gekommen (sein)  ●  (sozial) benachteiligt (sein)  Hauptform
  • abgehängt · ↗strukturschwach · wirtschaftsschwach
  • (das Geld) reicht hinten und vorne nicht · (von etwas) nicht leben und nicht sterben können · kaum über die Runden kommen (finanziell) · so gerade (eben) über die Runden kommen · ums Überleben kämpfen (müssen) · wenig verdienen  ●  jeden Cent zweimal umdrehen müssen  fig. · jeden Pfennig zweimal umdrehen müssen  veraltet, fig. · zum Leben zu wenig, und zum Sterben zu viel sein  sprichwörtlich · zum Sterben zu viel, und zum Leben zu wenig sein  sprichwörtlich
  • (nur) den Mindestlohn bekommen · (sehr) wenig verdienen · (sich) mit (...) Euro begnügen müssen · für einen Hungerlohn arbeiten · mit (...) Euro abgespeist werden  ●  schlecht bezahlt werden  Hauptform
  • (finanziell) am Ende · (seine) Rechnungen nicht mehr (be)zahlen können · ↗bankrott · ↗insolvent · ↗mittellos · ohne Geld (dastehen) · ohne einen Cent in der Tasche · ↗pleite · ↗zahlungsunfähig  ●  ↗abgebrannt  ugs. · ↗blank  ugs. · ↗illiquid(e)  geh.
  • (nur) wenig Geld (zur Verfügung) haben · (sehr) aufs Geld achten müssen · (sich) (etwas) nicht leisten können · (sich) nichts erlauben können · (sich) nichts leisten können · haushalten müssen · sein Geld zusammenhalten (müssen)  ●  (sich) nach der Decke strecken (müssen)  fig. · keine großen Sprünge machen können  fig. · aufs Geld gucken müssen  ugs. · es nicht so dicke haben  ugs. · jeden Cent zwei mal umdrehen (müssen)  ugs. · nicht drinsitzen  ugs. · nichts zu verschenken haben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitsmarktsituation Arbeitsverhältnis Balance Balanceakt Beschäftigung Beschäftigungsverhältnis Finanzlage Finanzsituation Gleichgewicht Haushaltslage Haushaltssituation Kassenlage Lage Lebenslage Lebenssituation Lebensumstand Machtbalance Mittellage Parkplatzsituation Personalsituation Schwebezustand Sicherheitslage Situation Tabellensituation Versorgungslage Wirtschaftslage besonders höchst ohnehin äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prekär‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch wegen unserer prekären Situation blieb uns in dem Fall keine andere Wahl.
Die Welt, 17.02.2003
Die beträchtlichen Kosten der Erhaltung tragen sie trotz ihrer prekären pekuniären Lage allein.
Der Tagesspiegel, 25.08.1999
Ihre Stellung war, wenn auch natürlich durch die Moral der Zeit geschützt, prekär und jederzeit widerruflich.
Bleicken, Jochen: Rom und Italien. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8677
Die Situation sei zweifellos prekär, aber er sehe auch die Möglichkeit, daß sie sich stabilisieren könne.
Nr. 142: Deutschlandpolitisches Gespräch vom 24. Januar 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 21892
Die Gesellschaftsordnung trug die Verantwortung für die prekäre Lage, also mußte sie reformiert werden.
Rubin, Berthold: Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 15201
Zitationshilfe
„prekär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prekär>, abgerufen am 15.12.2019.

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