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prekär

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung pre-kär
Herkunft aus précairefrz ‘unsicher, schwankend, widerruflich’ < precoireafrz ‘auf Bitten widerruflich gewährt, unsicher’ < gleichbedeutend precāriuslat < precārīlat ‘bitten, beten, wünschen’
eWDG

Bedeutung

misslich, schwierig, heikel
Beispiele:
eine prekäre Lage, Situation, Frage
er befindet sich in einer prekären Finanzlage
die Wasserversorgung in den hochindustrialisierten Ländern wird von Jahr zu Jahr prekärer
Aber dann wurde die Situation prekär [ WeinertZwischensp.34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prekär Adj. ‘mißlich, schwierig, bedenklich, peinlich, unangenehm’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von frz. précaire ‘unsicher, schwankend, widerruflich’, afrz. precoire ‘auf Bitten widerruflich gewährt, unsicher’, das gleichbed. lat. precārius fortsetzt; zu lat. precārī ‘bitten, beten, wünschen’. Im Dt. wird das Adjektiv seit seiner Entlehnung in einem weiteren, weniger präzisen Sinne gebraucht als die frz. Vorlage.

Thesaurus

Synonymgruppe
bedenklich · brenzlich · brenzlig · brisant · delikat · heikel · knifflig · kritisch · mit Vorsicht zu genießen · neuralgisch · nicht geheuer · nicht unbedenklich · prekär · problematisch · problembehaftet · schwierig · verfänglich  ●  heiklig  veraltet · spinös  veraltend · haarig  ugs. · nicht (ganz) ohne  ugs.
Synonymgruppe
labil · prekär
Synonymgruppe
schwach · übel  ●  schlecht  Hauptform · bescheiden  ugs., verhüllend · beschissen  derb · mau  ugs. · mies  ugs. · nicht (so) rosig  ugs. · prekär  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(finanziell) nicht gut dastehen · arm · auf öffentliche Unterstützung angewiesen · bedürftig · dürftig · einkommensschwach · finanzschwach · hilfebedürftig · mittellos · notleidend · ohne das Nötigste · prekär · sozial schwach · unvermögend · verarmt · ärmlich
Assoziationen
  • (ein) kümmerliches Leben fristen · in ärmlichen Verhältnissen (leben) · kümmerlich leben · unter ärmlichen Bedingungen  ●  (sein) Leben fristen  Hauptform · unter äußerst bescheidenen Verhältnissen leben  positiv, verhüllend · zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig (haben)  Spruch · äußerst bescheiden leben  positiv, verhüllend · vegetieren  ugs.
  • (schon) bessere Tage gesehen haben · abgewirtschaftet · an den Bettelstab gekommen · arm geworden · auf den Hund gekommen · heruntergekommen · ruiniert · verarmt · verelendet  ●  in Armut abgesunken  geh. · in Armut gesunken  geh. · prekarisiert  fachspr., Jargon
  • arbeitslos (sein) · arbeitssuchend · beschäftigungslos · erwerbslos · nicht erwerbstätig · ohne Arbeit · ohne Arbeitsverhältnis · ohne Beschäftigungsverhältnis · unbeschäftigt  ●  brotlos  fig. · keine Arbeit haben  variabel · ohne Job (dastehen)  ugs.
  • abgehalftert · abgerissen · abgetakelt · abgewirtschaftet · am Ende · desolat · in einem schlechten Zustand · marode · mies · ruiniert · schäbig · ungepflegt · verdorben · verkommen · verlottert · verludert · verlumpt · verschlissen · verwahrlost · verwildert · zerfasert · zerfleddert · zerlumpt · zerschlissen  ●  (äußerlich) heruntergekommen  Hauptform · schleißig  österr. · (herumlaufen) wie ein Penner  derb, abwertend · abgefuckt  derb, jugendsprachlich · abgeranzt  ugs. · abgerockt  ugs., salopp · abgewrackt  ugs. · auf den Hund gekommen  ugs. · gammelig  ugs. · muchtig  ugs., berlinerisch · vergammelt  ugs.
  • alles ausgegeben haben · kein Geld mehr haben · keinen Cent mehr haben · nicht einen Cent haben  ●  auf dem Trockenen sitzen  fig.

Typische Verbindungen zu ›prekär‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prekär‹.

Verwendungsbeispiele für ›prekär‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da ist einerseits ein kleines Land mit einer prekären ethnischen Balance. [Die Zeit, 17.06.1999, Nr. 25]
Wir können ohne dieses Vertrauen nicht leben, aber gleichwohl ist es prekär geworden. [Die Zeit, 16.12.1998, Nr. 52]
An der prekären Lage des Weltreichs ändern auch strategische Erfolge nichts mehr. [Der Spiegel, 24.03.1980]
Sie können es sich leisten, erst mal prekär zu leben. [Die Zeit, 05.07.2013, Nr. 23]
Ihre Stellung war, wenn auch natürlich durch die Moral der Zeit geschützt, prekär und jederzeit widerruflich. [Bleicken, Jochen: Rom und Italien. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8677]
Zitationshilfe
„prekär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prek%C3%A4r>.

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