prellen

GrammatikVerb · prellt, prellte, ist/hat geprellt
Aussprache
Worttrennungprel-len
Wortbildung mit ›prellen‹ als Erstglied: ↗Prellball · ↗Prellbock · ↗Preller · ↗Prellerei · ↗Prellschuss · ↗Prellstein
 ·  mit ›prellen‹ als Letztglied: ↗nachprellen · ↗verprellen · ↗vorprellen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
auf, gegen jmdn., etw. stoßen, prallen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
gegen die Wand, auf die Erde prellen
umgangssprachlicher liegt da wie ein geprellter Frosch (= liegt völlig erschöpft da)
wie ein Ball prellte er vom einen zum andern [CramerKonzessionen156]
sich prellensich heftig stoßen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er hatte sich nur geprellt
er hat sich [Dativ] das Knie geprellt
sie hat ein geprelltes Knie
2.
umgangssprachlich jmdn. (um etw.) betrügen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
jmdn. um Geld, seinen Lohn, das ganze Vermögen prellen
sie sahen sich um die Früchte ihres Sieges geprellt
die geprellten Gläubiger forderten ihr Geld zurück
lass dich nicht von ihm prellen!
die Zeche prellen (= die Zeche nicht bezahlen)
3.
landschaftlich preschen, stürzen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
Stanislaus sprang auf, stieß das ächzende Untier zurück und prellte zur Tür [StrittmatterWundertäter205]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prallen · prellen
prallen Vb. ‘(mit einem Geräusch) heftig auf etw. aufschlagen, auftreffen und zurückgeworfen werden’, mhd. prellen (Prät. pralte, wozu vielleicht auch ein Infinitiv prallen) ‘sich schnell fortbewegen, hervorbrechen, ab-, zurückspringen’, auch (von der Sonne) ‘mit voller Intensität scheinen, direkt und ungehindert auftreffen’ (18. Jh.). Daneben prellen Vb. ‘heftig stoßen, sich durch Stoßen verletzen’, mhd. prellen ‘fortstoßen, werfen’; in älterem Nhd. und im Mhd. (s. oben) auch intransitiv und gleichbed. mit prallen, vgl. ebenfalls gleichbed. zurückprallen und zurückprellen ‘zurückgeworfen, zurückgestoßen werden(auch von Licht und Schall), zurückfahren, -schnellen, -schrecken’ (beide 16. Jh.), vorprallen und vorprellen ‘sich plötzlich und schnell vorwärtsbewegen’ (19. Jh.). Heute vor allem ‘täuschen, übervorteilen, benachteiligen, betrügen’ (18. Jh.), besonders die Zeche prellen; eigentlich ‘mit einem gespannten Tuch oder Fell in die Höhe schnellen’ (16. Jh.), z. B. den Fuchs prellen ‘ihn (zur Belustigung der Jagdgesellschaft) in die Höhe schnellen und durch Wiederauffangen um seine Freiheit, in der er sich durch das Prellen wähnte, betrügen’ (17. Jh.). Danach in der Studentensprache den Fuchs (‘jungen Studenten’) prellen ‘sich von ihm bewirten lassen, auf seine Kosten zechen’ (18. Jh.). Die Herkunft von prallen und prellen ist ungewiß. Es handelt sich wohl (wie bei ↗prall, s. d.) um lautmalende, teils akustische, teils optische Eindrücke wiedergebende Wörter.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden um etwas) prellen · ↗(jemanden) ausnehmen · (jemanden) ausnehmen wie eine Weihnachtsgans · (jemanden) erleichtern um  ●  ↗(jemanden) schröpfen  fig. · (jemandem) das Fell über die Ohren ziehen  ugs., fig. · Geld aus der Tasche ziehen  ugs., fig. · ↗abcashen  ugs. · ↗abkassieren  ugs. · ↗abziehen  ugs. · ↗abzocken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlageberater Anleger Augapfel Becken Betrüger Ersparnis Finanzamt Fiskus Geldanleger Geschäftspartner Handgelenk Holzfirma Hüfte Kapitalanleger Kleinanleger Lohn Masche Maut Milliardenbetrag Millionenbetrag Rentnerin Rippe Sparer Steuerberater Trickbetrüger Wade Zeche ausbeuten betrügen vorprellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In beiden Fällen sehen sich die Tiere um das bereits sicher gewähnte Futter doch noch geprellt.
Der Tagesspiegel, 01.03.2005
Nach einem Monat flog er hinaus, um den Lohn geprellt.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003
Doch hätte er, wäre ihre Erledigung in Ruhe vor sich gegangen, zweifellos versucht, sie um ihren Lohn zu prellen.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 248
Der Wirt nutzte die Gelegenheit die Magd um einen guten Teil des wohlverdienten Lohns zu prellen.
Betzner, Anton: Der Kohlhöfer. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 180
Andererseits sind es liebenswerte junge Menschen, ich brächte es nicht übers Herz, sie um ihr Urlaubsglück zu prellen.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 232
Zitationshilfe
„prellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prellen>, abgerufen am 15.11.2019.

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