prognostizieren

GrammatikVerb · prognostizierte, hat prognostiziert
Aussprache
Worttrennungpro-gnos-ti-zie-ren · prog-nos-ti-zie-ren
formal verwandt mitPrognose
Wortbildung mit ›prognostizieren‹ als Erstglied: ↗prognostizierbar
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutung

bildungssprachlich etw. prognostizierenden voraussichtlichen Verlauf künftiger Entwicklungen, Prozesse vorhersagen
Beispiele:
Der Arbeitskreis Steuerschätzungen hatte […] für dieses Jahr ein Steueraufkommen von 813 Milliarden DM prognostiziert. [Süddeutsche Zeitung, 04.08.1997]
Klimazonen sollten sich verschieben, Dürre häufiger werden, Regen stärker – so prognostizieren es Klimamodelle. [Spiegel, 27.10.2014 (online)]
Deren Abschneiden [der Parteien bei der Wahl] ist angesichts der unterschiedlichen Konstellationen in den Bundesstaaten schwer zu prognostizieren. [Die Zeit, 17.04.2014 (online)]
Für die zweite Jahreshälfte aber wurde prognostiziert: ein zwar etwas langsameres, dafür aber um so reibungsloseres Fortschreiten des wirtschaftlichen Wachstums. [Die Zeit, 29.12.1955, Nr. 52]
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: etw. annähernd, exakt, korrekt, langfristig, mittelfristig, optimistisch, verlässlich, zuverlässig prognostizieren
mit Akkusativobjekt: einen Rückgang, Anstieg prognostizieren; ein Plus, Wachstum prognostizieren
in Koordination: etw. analysieren, beschreiben und prognostizieren
hat Präpositionalgruppe/-objekt: etw. zu Jahresbeginn, für das Geschäftsjahr, für das Gesamtjahr prognostizieren
mit Aktiv-/Passivsubjekt: Experten, Analysten, Volkswirte, Marktforscher prognostizieren etw.; Meteorologen prognostizieren, der Wetterdienst prognostiziert etw.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prognose · prognostizieren
Prognose f. ‘(wissenschaftlich begründete) Vorhersage des voraussichtlichen Verlaufs (besonders einer Krankheit, des Wetters), Darstellung des voraussichtlichen Ablaufs zukünftiger Prozesse oder Ereignisse in Natur, Gesellschaft, Wissenschaft und Technik’, entlehnt (18. Jh.) aus spätlat. prognōsis, griech. prógnōsis (πρόγνωσις) ‘das Vorherwissen’, zu griech. progignṓskein (προγιγνώσκειν) ‘im voraus erkennen’; vgl. griech. gignṓskein (γιγνώσκειν) ‘erkennen’ (s. ↗Diagnose). Das Wort erscheint anfangs in der griech.-lat. Form Prognosis, woraus wenig später Prognose, und bezeichnet zunächst, dem Gebrauch der griechischen und römischen Ärzte folgend, den voraussichtlichen Verlauf einer Krankheit. prognostizieren Vb. ‘vorhersagen, weissagen, aus dem Lauf der Gestirne Zukünftiges voraussagen’ (16. Jh.), dann unter dem Einfluß des Substantivs ‘den voraussichtlichen Verlauf künftiger Entwicklungen vorhersagen’; vgl. mlat. prognosticare ‘ahnen, vorhersagen, prophezeien’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ankündigen · ↗orakeln · prognostizieren · ↗prophezeien · ↗prädizieren · ↗voraussagen · ↗vorhersagen · ↗wahrsagen · ↗weissagen  ●  eine Prognose aufstellen  variabel · ↗augurieren  geh., bildungssprachlich, selten, lat.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
abschätzen · ↗schätzen · ↗vermuten · ↗vorausberechnen · ↗vorhersagen · ↗vorhersehen  ●  hypothetisieren  fachspr. · prognostizieren  geh. · ↗präsumieren  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyst Anstieg Cent Durchschnitt Experte Forschungsinstitut Gesamtjahr Geschäftsjahr Gewinn Gewinnwachstum Marktforscher Meteorologe Plus Rückgang Schnitt Steigerung Studie Umsatzanstieg Umsatzplus Umsatzwachstum Volkswirt Wachstum Wachstumsrate Wirtschaftsforschung Wirtschaftsforschungsinstitut Wirtschaftswachstum Zunahme Zuwachs Ökonom Ökonomen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prognostizieren‹.

Zitationshilfe
„prognostizieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prognostizieren>, abgerufen am 19.10.2018.

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