prollig

Grammatik Adjektiv · Komparativ: prolliger · Superlativ: am prolligsten
Aussprache  [ˈpʀɔlɪç]
Worttrennung prol-lig
Wortzerlegung Proll-ig
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

salopp, oft abwertend wie ein Proll, ein ungebildeter, ungehobelter Mensch aussehend, handelnd, wirkend; proletenhaft, angeberisch, billig, geschmacklos
Beispiele:
Das Kraftzentrum der [Modezeitschrift] »Vogue« war ihr Büro in einem schmucklos bis scheußlichen 50er‑Jahre‑Bau an der Münchner Leopoldstraße, wo es draußen laut, prollig und vulgär war. [Die Welt, 30.06.2018]
Dafür kombiniert er [ein Modedesigner] […] weite Jogginghosen mit drapierten Volantblusen, federleichte Seidenkleider mit schwarzen Turnschuhen und elegante Blazer mit Männerjeans mit Batikprint. Die Stiefel sind weiß, und auf den Käppis steht »Woman«. […] Seine Mode ist auf stilvolle Weise prollig, für echtes Proletentum fehlt ihr das Aufgebrezelte. [Zeit Magazin, 03.02.2017]
Dinge, die mehr oder weniger kluge Leute in der letzten Woche über Köln gesagt haben: »Die prolligste Stadt Deutschlands«[.] [Welt am Sonntag, 24.01.2016]
Requisiten, Licht und Musik werden [auf der Bühne] dosiert eingesetzt, um sein Spiel zu untermalen und zu ergänzen. [Edgar] Selge wechselt meisterlich zwischen prolligen Zoten und intellektueller Fachsimpelei, zwischen Weinerlichkeit und Angeberei. [Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2016]
Hier im Pott (= Ruhrgebiet), wo man doch angeblich rustikaler, ach was, prolliger ist als anderswo und das Herz auf der Zunge trägt. [Die Zeit, 02.02.2014]
Das einmal im Jahr stattfindende Hermannstraßenfest [in Berlin] ist das prolligste [sic!], das man sich vorstellen kann. Da gibt es neben Döner nur Bratwurst zu essen und Billigstwaren aus den anliegenden Shops zu kaufen. [Die Zeit, 29.04.2010]
Berlin hat bekanntlich keine Bourgeoisie mehr[…]. Die Berliner Gesellschaft ist prollig, kleinbürgerlich und parvenuhaft, überaus vital, aber ungehobelt und sozial nicht recht unterscheidungsfähig. [Die Zeit, 06.04.2000]
All die Sprüche von Gott und Liebe und Schuld und Wahrheit wirken in dem Witze‑Gemetzel nur angestrengt, nicht absurd. Mußte das sein? Hätten die Sugar Dollies nicht das bleiben können, was sie sein wollen: einfach blöd und prollig und primitiv? [die tageszeitung, 05.04.1997]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
banausisch · ↗grobschlächtig · ↗kulturlos · ↗primitiv · ↗roh  ●  prollig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›prollig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prollig‹.

Zitationshilfe
„prollig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prollig>, abgerufen am 25.02.2021.

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