prosaisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungpro-sa-isch (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
abwertend poesielos, nüchtern, ohne Schwung, Phantasie
Beispiele:
ein prosaischer Mensch
er ist eine prosaische Natur
eine prosaische Bemerkung, Frage
das Vernünftige ist meist prosaisch [FontaneBriestI 4,395]
2.
veraltet in Prosa abgefasst
Beispiel:
in Goethes prosaischen Schriften [Hofmannsth.ProsaII 140]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prosa · prosaisch
Prosa f. ‘nicht (durch Reim, Vers, Rhythmus) gebundene Form der Sprache’, ahd. prōsa (9. Jh.), spätmhd. prōse, Entlehnung von lat. prōsa ‘ungebundene Rede’, Substantivierung (aus ōrātio prōsa, eigentlich ‘geradeaus gerichtete Rede’) des Adjektivs lat. prōs(s)us, hervorgegangen aus lat. prōrsus, prōvorsus ‘nach vorwärts, geradeaus gekehrt’, übertragen ‘gerade, schlicht, ungebunden’ (von der Rede); vgl. lat. vertere (versum) ‘kehren, wenden, drehen’. Unter Einfluß von gleichbed. afrz. frz. prose steht bis ins 18. Jh. auch Prose. Übertragener Gebrauch ‘Nüchternheit, rauhe Wirklichkeit’ setzt in der 1. Hälfte des 18. Jhs. ein. prosaisch Adj. ‘in ungebundener Rede’ (Ende 17. Jh.), ‘nüchtern, hausbacken, alltäglich’ (Mitte 18. Jh.), wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. prōsaïque, aus spätlat. prōsaicus ‘in Prosa’.

Thesaurus

Synonymgruppe
amusisch · ↗dröge · ↗dürftig · ↗fantasielos · ↗nüchtern · ↗phantasielos · prosaisch · ↗trocken · ↗uninspiriert
Assoziationen
Synonymgruppe
in Prosa · in ungebundener Rede · prosaisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Angelegenheit Bezeichnung Ding Gegenwart Gemüt Jugendschrift Kern Nüchternheit Prosa Realität Schrift Vers Wahrheit Wirklichkeit Zeitgeist ausdrücken ausnehmen daherkommen eher formulieren höchst klingen lyrisch nüchtern poetisch vergleichsweise weniger ziemlich zugehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prosaisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während die Männer niederknien, erörtern einige prosaische Frauen am Rande, wo auf der Welt man ein solches Auto eigentlich noch fahren kann.
Der Tagesspiegel, 31.08.2002
In Wirklichkeit freilich tragen sich die Dinge viel prosaischer zu.
Die Welt, 03.12.1999
Kritik ist die Darstellung des prosaischen Kerns in jedem Werk.
Benjamin, Walter: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1920], S. 102
Indessen scheint doch dieser Zug von dem selbst prosaischen Xenophon übertrieben worden zu sein.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 6922
Die Hundstage dauern nicht ewig, und er wird wieder prosaisch werden und zur Ruhe kommen.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10073
Zitationshilfe
„prosaisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prosaisch>, abgerufen am 21.02.2019.

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