prostituieren

GrammatikVerb · prostituierte, hat prostituiert
Aussprache
Worttrennungpros-ti-tu-ie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben
1.
sich, etw., jmdn. prostituierensich, etw., jmdn. auf unwürdige Weise (für etw. Niedriges) öffentlich preisgeben, herabwürdigen
Beispiele:
er prostituierte sich (als Künstler, Wissenschaftler) dadurch in der unwürdigsten Weise
der Musiker ist vom bürgerlichen Kunstbetrieb prostituiert worden
Er prostituiert sein Talent – wie einst Balzac – zu leichten und nur für die Stunde bestimmten Machwerken [St. ZweigBalzac329]
2.
sich prostituierensich gewerbsmäßig Männern für sexuelle Handlungen anbieten
Beispiel:
sie hat sich prostituiert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prostituieren · Prostitution · Prostituierte
prostituieren Vb. ‘entehren’, reflexiv ‘sich öffentlich bloßstellen, demütigen’ (2. Hälfte 16. Jh.), besonders ‘sich gewerbsmäßig sexuell feilbieten’ (Anfang 18. Jh.), entlehnt aus lat. prōstituere ‘vorn hinstellen, seinen Körper öffentlich zur Unzucht preisgeben, schänden’; vgl. lat. statuere ‘hinstellen, aufstellen’. Prostitution f. ‘Beschimpfung, Erniedrigung, Verkommenheit’ (um 1700), ‘gewerbsmäßiges sexuelles Feilbieten’ (1. Hälfte 18. Jh.), spätlat. prōstitūtio (Genitiv prōstitūtiōnis) ‘das öffentliche Sichpreisgeben’, übertragen ‘Entehrung, Beschimpfung’. Prostituierte f. ‘Frau, die sich gewerbsmäßig sexuell feilbietet’ (Mitte 19. Jh.). Die Aufnahme der Wortgruppe ins Dt. wird unterstützt durch frz. prostituer, prostitution, prostituée.

Thesaurus

Synonymgruppe
(seinen) Körper verkaufen · (sich) öffentlich preisgeben · Liebesdienste leisten · auf den Strich gehen · ↗huren  ●  ↗(sein) Geld als Sexarbeiter(in) verdienen  variabel · (sein) Geld auf der Straße verdienen  verhüllend · (sich) prostituieren  Hauptform · ↗anschaffen (gehen)  ugs. · es für Geld tun  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mädchen Not stehlen vergewaltigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prostituieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die junge Frau hat ebenfalls wiederholt dementiert, sich prostituiert zu haben.
Die Zeit, 24.06.2013, Nr. 23
Sie prostituiere sich, schrieb einer, für das faschistische Regime ihres Vaters.
Die Welt, 28.02.2004
Doch wer, der das kritische Handwerk noch so gewissenhaft übte, darf sich rühmen, sich niemals prostituiert zu haben?
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 27013
Keine Angst davor, um es kraß und klar zu sagen, sich prostituieren zu müssen.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 128
Selbst ihre überlebensgroße Thea ist jetzt bloß noch eine von jenen, die gezwungen sind, sich für Geld auf der Bühne zu prostituieren.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 920
Zitationshilfe
„prostituieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prostituieren>, abgerufen am 19.03.2019.

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