prusten

Grammatik Verb · prustet, prustete, hat geprustet
Worttrennung prus-ten
Wortbildung  mit ›prusten‹ als Letztglied: ↗herausprusten · ↗losprusten
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich mehrmals kräftig und hörbar durch den Mund, die Nase Luft ausstoßen
Beispiele:
durch die Nase prusten
der alte Mann kam prustend (= keuchend) näher
das Pferd prustete (= schnaubte)
vor Lachen prusten
[er] springt kopfüber in das Wasser, prustend taucht er auf [ WeisenbornMädchen36]
lachen und dabei mehrmals kräftig und hörbar Luft ausstoßen
Beispiele:
ich hörte helles Lachen und Prusten
ins Taschentuch prusten
prustendes Gelächter
jmdm. Wasser ins Gesicht prusten (= Wasser mit dem Mund ins Gesicht spritzen und dabei kräftig und hörbar Luft ausstoßen)
Das Gelächter hättet ihr hören sollen: […] sie prusteten, husteten und kamen ganz außer Atem [ KusenbergNicht zu glauben21]
Aina kam aus dem Lachen nicht heraus […] »Du übertreibst!« prustete sie [ BredelEnkel550]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prusten Vb. ‘schnauben, schnaufen, laut blasen, niesen, plötzlich in Lachen ausbrechen’. Mnd. nd. prūsten ‘niesen, schnauben, fauchen’, eigentlich ‘einen brausenden Ton hören lassen’, wird gegen Ende des 16. Jhs. in die Literatursprache aufgenommen. Lautmalenden Urspungs. Vergleichbar sind anord. frysa, frusa ‘schnauben (von Pferden)’, schwed. frusta ‘schnauben, schnaufen, prusten’, außergerm. aind. pruṣṇṓti ‘besprengt, beträufelt, näßt’, lit. praũsti ‘waschen’, aruss. prysnuti ‘in Bewegung geraten (vom Meer)’, russ. prýskat’ (прыскать) ‘spritzen, besprengen’, die den Ansatz eines lautmalenden ie. *preus- zulassen mit einer Wurzel ie. *per(ə)- ‘sprühen, spritzen, prusten, schnauben’ bzw. *(s)p(h)er- ‘streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen’ (s. ↗sprühen).

Thesaurus

Synonymgruppe
(los)prusten · in (schallendes) Gelächter ausbrechen · ↗johlen · schallend (auf)lachen
Oberbegriffe
Assoziationen
  • breites Grinsen · freches Grinsen
  • (sich) ein Lachen nicht verkneifen können · einfach lachen müssen (bei) · ↗nicht (länger) an sich halten können (und loslachen) · unfreiwillig komisch (sein) · unwillkürlich lachen müssen · zum Lachen reizen
  • (sich) (auf dem Boden) wälzen vor Lachen · ↗(sich) (beinahe) totlachen · (sich) (die) Seiten halten (müssen) vor Lachen · (sich) ausschütten vor Lachen · (sich) biegen vor Lachen · (sich) den Bauch halten vor Lachen · (sich) festhalten müssen vor Lachen · ↗(sich) kaputtlachen · (sich) kugeln (vor Lachen) · (sich) nicht / kaum noch halten können vor Lachen · Tränen lachen · Tränen weinen vor Lachen · aus vollem Halse lachen · dröhnend lachen · einen Lachanfall haben · einen Lachflash haben · ↗grölen (vor Lachen) · herausplatzen vor Lachen · hysterisch lachen · schallend lachen · wiehernd lachen  ●  (sich fast) in die Hose machen vor Lachen  ugs. · (sich) 'nen Ast lachen  ugs. · (sich) (auf dem Boden) kugeln vor Lachen  ugs. · (sich) (fast) bepissen vor Lachen  derb · (sich) bekringeln (vor Lachen)  ugs. · ↗(sich) beömmeln  ugs. · (sich) flachlegen vor Lachen  ugs. · (sich) halbtot lachen  ugs. · ↗(sich) kranklachen  ugs. · (sich) kringeln (vor Lachen)  ugs. · (sich) krumm und bucklig lachen  ugs. · (sich) krumm und schieflachen  ugs. · (sich) nicht mehr / kaum noch einkriegen (vor Lachen)  ugs. · (sich) scheckig lachen  ugs. · (sich) schepp lachen  ugs., variabel · ↗(sich) schieflachen  ugs. · (sich) schlapplachen  ugs. · ↗(sich) weglachen  ugs. · (sich) wegschmeißen (vor Lachen)  ugs. · fast sterben vor Lachen  ugs. · ↗geiern  ugs., regional · in die Tischkante beißen vor Lachen  ugs. · ↗losgrölen  ugs. · ↗losprusten  ugs. · ↗loswiehern  ugs. · rumgeiern  ugs. · ↗wiehern  ugs.

Typische Verbindungen zu ›prusten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prusten‹.

Verwendungsbeispiele für ›prusten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach prusten sie so sehr vor Freude, dass sogar er lächeln muss.
Die Zeit, 18.04.2007, Nr. 16
Ich prustete in meinen Gin - den Whisky hatte ich bereits in mich hineingeschüttet.
C't, 2001, Nr. 4
Ich pruste, schnappe nach Luft, so einfach ist das nicht.
Dückers, Tanja: Spielzone, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2002 [1999], S. 86
Da prustete der große schwarze Mann aus Berlin furchtbar komisch durch die Nase.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 28
Als ich erwachte, prusteten und kicherten Michaela und der Baron.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 245
Zitationshilfe
„prusten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/prusten>, abgerufen am 16.01.2021.

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