Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

psychisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung psy-chisch
Wortzerlegung Psyche -isch
Wortbildung  mit ›psychisch‹ als Letztglied: innerpsychisch · parapsychisch
Herkunft zu psȳchikósgriech (ψυχικός) ‘zur Seele, zum Leben gehörig, seelisch, geistig’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. die Psyche betreffend
  2. 2. [Psychologie, Medizin] ⟨das Psychische⟩ die Psyche
eWDG

Bedeutungen

1.
die Psyche betreffend
Beispiele:
psychische Vorgänge, Prozesse, Ursachen, Folgen, Reaktionen
psychische Krankheiten, Schädigungen, Störungen, Fehlentwicklungen, Hemmungen, Konflikte, Spannungen, Erregungen, Eigenarten
abnorme psychische Verhaltensweisen
er ist dem physischen und psychischen Zusammenbruch nahe
die psychischen Unterschiede zwischen Mann und Frau
die psychische Entwicklung des Kindes
ein psychischer Schock
die Betreuung psychisch Kranker
das ist psychisch bedingt
psychischen (= seelischen) Belastungen ausgesetzt sein
2.
Psychologie, Medizin das Psychischedie Psyche
Beispiel:
das Psychische des Menschen ist gesellschaftlich determiniert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Psyche · psychisch · Psychose · Psychiatrie · Psychiater · psychiatrisch · Psychologie · Psychologe · psychologisch · Psychopathie · psychopathisch · Psychotherapie
Psyche f. Gesamtheit der Prozesse der höheren Nerventätigkeit des Menschen, ‘Seele, Seelenleben, Gemüt, Wesen, Eigenart’, Übernahme (zufrühest Mitte 17. Jh., fachsprachlich und gemeinsprachlich seit Anfang 19. Jh.) von griech. psȳchḗ (ψυχή) ‘Hauch, Atem, Leben, Lebenskraft, Seele (des Verstorbenen), Geist, Gemüt’; vgl. griech. psȳ́chein (ψύχειν) ‘hauchen, atmen, aushauchen, ohnmächtig werden, sterben, abkühlen, erfrischen’. psychisch Adj. ‘die Psyche betreffend, dazu gehörend, seelisch, innerlich’ (um 1800); vgl. griech. psȳchikós (ψυχικός) ‘zur Seele, zum Leben gehörig, seelisch, geistig’. Psychose f. ‘Gemütserkrankung, Geisteskrankheit, Zustand ungewöhnlich starker seelischer Erregung’ (Mitte 19. Jh.), in Übereinstimmung mit der bei Krankheitsbezeichnungen geläufigen Endung -ose (s. Thrombose); zuvor (1. Hälfte 19. Jh.) ‘Beseelung, Belebung, Seele’, unmittelbar aus gleichbed. griech. psȳ́chōsis (ψύχωσις). Psychiatrie f. Lehre von der Erkennung, Behandlung und Verhütung psychischer Krankheiten (Anfang 19. Jh.); vgl. griech. iātré͞ia (ἰατρεία) ‘das Heilen, Heilung’. Psychiater m. ‘Facharzt für Nerven-, Gemüts- und Geisteskrankheiten’; vgl. griech. iātrós (ἰατρός) ‘(Wund)arzt’ (s. Arzt); psychiatrisch Adj. ‘die Psychiatrie betreffend, dazu gehörend, darauf beruhend’ (beide Anfang 19. Jh.). Psychologie f. Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten der psychischen Prozesse und psychischen Eigenschaften in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von der Umwelt erforscht (18. Jh.), zuvor Psychologia ‘Seelenkunde’ (16. Jh.), gelehrte Bildung zu griech. psȳchḗ (s. oben) in Verbindung mit -logie (s. d.); Psychologe m. ‘Fachmann auf dem Gebiet der Psychologie’ und psychologisch Adj. ‘die Psychologie betreffend, darauf beruhend’ (beide 18. Jh.). Psychopathie f. ‘abnorme psychische Verfassung, die sich in Verhaltensstörungen äußert’ (19. Jh.), zu griech. psȳchḗ (s. oben) und griech. páthos (πάθος) ‘(Miß)geschick, Leid, Gemütsbewegung, Leidenschaft’ (s. Pathos), in Analogie zu anderen Bildungen auf -pathie (s. Apathie, Antipathie); psychopathisch Adj. (19. Jh.). Psychotherapie f. Therapie seelischer oder seelisch bedingter Leiden mit psychischen Mitteln und gemäß psychologischer Methoden (Ende 19. Jh.), zum Grundwort s. Therapie.

Thesaurus

Synonymgruppe
psychisch · psychologisch · seelisch
Synonymgruppe
gedanklich · geistig · innerlich · mental · psychisch · seelisch

Typische Verbindungen zu ›psychisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›psychisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›psychisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie machen unsere psychische Disposition aus, aus der keiner herausspringen kann. [Kast, Verena: Analytische Psychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 133]
Heilpädagogische Therapie wollen wir somit einerseits verstehen als diagnosegerechtes Einwirken auf spezifische psychische Störungen. [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 144]
Die sind psychisch ziemlich kaputt, weil sie alles verloren haben, alles. [Der Spiegel, 09.05.1994]
Sie hat ihre Ursache ebenso in innerer Disposition, in psychischer Not. [Die Zeit, 20.05.1998, Nr. 22]
Erst jetzt aber werden die kollektiven psychischen Ursachen des vereinigten deutschen Leids unübersehbar. [konkret, 1995]
Zitationshilfe
„psychisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/psychisch>.

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