psychologisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung psy-cho-lo-gisch
Wortzerlegung Psychologie-isch
Herkunft Psychologie
eWDG

Bedeutungen

1.
die Psychologie betreffend
Beispiele:
die psychologische Forschung, Ausbildung
psychologische Richtungen
ein psychologisches Praktikum machen
eine psychologische Prüfung
ein psychologisches Wörterbuch
auf der Psychologie beruhend
Beispiele:
psychologische Untersuchungsmethoden, Testverfahren, Experimente
ein psychologisches Gutachten
2.
auf die Psyche eines anderen gerichtet, eingehend
Beispiele:
psychologische Beobachtungen machen
du musst noch viele psychologische Erkenntnisse sammeln
jmds. Handlung psychologisch deuten, erklären
der Autor gestaltete den Kampf und Entschluss seines Helden mit psychologischem Einfühlungsvermögen
der Roman lässt eine psychologische Vertiefung der Handlung vermissen
ein psychologischer Roman
die psychologische Wirkung dieses Films, dieser Maßnahme
psychologisch geschickt vorgehen, handeln
umgangssprachlichdas war nicht sehr psychologisch von dir
umgangssprachlichdas ist psychologisch falsch, richtig
Für die psychologische Durchdringung des Antlitzes gibt es bei den Porträts gute Ansätze [ Bild. Kunst1954]
die psychologische Krieg(s)führungMethode des kalten Krieges, die unter Ausnutzung psychologischer Effekte der Schwächung des Gegners dienen soll
Beispiel:
die offensive Bekämpfung der psychologischen Kriegführung des Klassenfeindes [ Einheit1968]
3.
umgangssprachlich psychisch
Beispiele:
seine Krankheit hat psychologisch Ursachen
Hochform im Augenblick des Starts, kein wesentlicher Sturz, keine Erkrankung, schnelle Anfangserfolge und als Summe daraus ein psychologisches »Hoch« [ Tageszeitung1964]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Psyche · psychisch · Psychose · Psychiatrie · Psychiater · psychiatrisch · Psychologie · Psychologe · psychologisch · Psychopathie · psychopathisch · Psychotherapie
Psyche f. Gesamtheit der Prozesse der höheren Nerventätigkeit des Menschen, ‘Seele, Seelenleben, Gemüt, Wesen, Eigenart’, Übernahme (zufrühest Mitte 17. Jh., fachsprachlich und gemeinsprachlich seit Anfang 19. Jh.) von griech. psȳchḗ (ψυχή) ‘Hauch, Atem, Leben, Lebenskraft, Seele (des Verstorbenen), Geist, Gemüt’; vgl. griech. psȳ́chein (ψύχειν) ‘hauchen, atmen, aushauchen, ohnmächtig werden, sterben, abkühlen, erfrischen’. psychisch Adj. ‘die Psyche betreffend, dazu gehörend, seelisch, innerlich’ (um 1800); vgl. griech. psȳchikós (ψυχικός) ‘zur Seele, zum Leben gehörig, seelisch, geistig’. Psychose f. ‘Gemütserkrankung, Geisteskrankheit, Zustand ungewöhnlich starker seelischer Erregung’ (Mitte 19. Jh.), in Übereinstimmung mit der bei Krankheitsbezeichnungen geläufigen Endung -ose (s. ↗Thrombose); zuvor (1. Hälfte 19. Jh.) ‘Beseelung, Belebung, Seele’, unmittelbar aus gleichbed. griech. psȳ́chōsis (ψύχωσις). Psychiatrie f. Lehre von der Erkennung, Behandlung und Verhütung psychischer Krankheiten (Anfang 19. Jh.); vgl. griech. iātré͞ia (ἰατρεία) ‘das Heilen, Heilung’. Psychiater m. ‘Facharzt für Nerven-, Gemüts- und Geisteskrankheiten’; vgl. griech. iātrós (ἰατρός) ‘(Wund)arzt’ (s. ↗Arzt); psychiatrisch Adj. ‘die Psychiatrie betreffend, dazu gehörend, darauf beruhend’ (beide Anfang 19. Jh.). Psychologie f. Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten der psychischen Prozesse und psychischen Eigenschaften in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von der Umwelt erforscht (18. Jh.), zuvor Psychologia ‘Seelenkunde’ (16. Jh.), gelehrte Bildung zu griech. psȳchḗ (s. oben) in Verbindung mit ↗-logie (s. d.); Psychologe m. ‘Fachmann auf dem Gebiet der Psychologie’ und psychologisch Adj. ‘die Psychologie betreffend, darauf beruhend’ (beide 18. Jh.). Psychopathie f. ‘abnorme psychische Verfassung, die sich in Verhaltensstörungen äußert’ (19. Jh.), zu griech. psȳchḗ (s. oben) und griech. páthos (πάθος) ‘(Miß)geschick, Leid, Gemütsbewegung, Leidenschaft’ (s. ↗Pathos), in Analogie zu anderen Bildungen auf -pathie (s. ↗Apathie, ↗Antipathie); psychopathisch Adj. (19. Jh.). Psychotherapie f. Therapie seelischer oder seelisch bedingter Leiden mit psychischen Mitteln und gemäß psychologischer Methoden (Ende 19. Jh.), zum Grundwort s. ↗Therapie.

Thesaurus

Synonymgruppe
psychisch · psychologisch · ↗seelisch

Typische Verbindungen zu ›psychologisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›psychologisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›psychologisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für die psychologische Wirkung kam es vor allem auf die ersten 24 Stunden an.
Die Zeit, 04.01.2005, Nr. 02
Wir haben beide einige psychologische Fehler begangen, aber das ist unvermeidbar.
Der Tagesspiegel, 25.10.2004
Diese Lieder dienen einer anderen sozialen Funktion als psychologisch wirksame Förderung.
Engel, Hans: Soziologie der Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 8031
Ich möchte nun etwas über die psychologische Tätigkeit hinzufügen, die wir begreifen nennen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 18598
Er scheidet alle psychologische Erklärung, soweit er nicht aus dem Besitz höhere Bildung ableitet, aus.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 438
Zitationshilfe
„psychologisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/psychologisch>, abgerufen am 28.02.2021.

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