pumpen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpum-pen
GrundformPumpe
Wortbildung mit ›pumpen‹ als Erstglied: ↗Pumpspeicherkraftwerk · ↗Pumpspeicherwerk · ↗Pumpstation · ↗Pumpwerk
 ·  mit ›pumpen‹ als Letztglied: ↗abpumpen · ↗aufpumpen · ↗auspumpen · ↗einpumpen · ↗herauspumpen · ↗hineinpumpen · ↗hochpumpen · ↗leerpumpen · ↗vollpumpen · ↗wegpumpen · ↗zurückpumpen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
eine Flüssigkeit, ein Gas mit einer Pumpe irgendwohin befördern
Beispiele:
Wasser in einen Eimer pumpen
die Feuerwehr pumpte das Wasser aus dem Keller
Erdöl durch die Pipeline pumpen
Luft in einen Schlauch pumpen
das Herz pumpt das Blut durch den Körper
der Mann stand auf dem Hof und pumpte
bildlich
Beispiel:
Geld in ein Projekt pumpen
2.
wie eine Pumpe tätig sein
Beispiele:
Dabei pumpte seine mächtige Brust, als ob er eine ganz schwere Arbeit hätte [RennKrieg20]
Die Lungen pumpen noch wie Maschinen [SchallückWenn man aufhören könnte158]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pumpe · pumpen1
Pumpe f. Gerät zum Fördern von Flüssigkeiten oder Gasen durch Druck- bzw. Saugwirkung. Die Bezeichnung gelangt im 16. Jh. aus mnd. pompe, pumpe ins Hd. Zuerst bezeugt ist mengl. pump ‘Schiffspumpe’ (1440), dann mnl. pompe ‘unterirdische Wasserröhre’ (1463), ‘Pumpe’ (16. Jh.), mnd. pompe (16. Jh.). Es handelt sich um einen Seemannsausdruck lautnachahmenden Ursprungs, der sich offenbar von der engl. und nl. Nordseeküste aus rasch verbreitet, vgl. span. (um 1500); port. bomba, mfrz. pompe (Anfang 16. Jh.) und aus frz. pompe entlehnt ital. pompa (17. Jh.). Die Nebenform Plumpe (16. Jh.) begegnet vor allem im Omd. (aber auch engl. plump) in Anlehnung an die lautmalende Interjektion plump(s) (s. ↗plump). pumpen1 Vb. ‘Flüssigkeiten oder Gase mit einer Pumpe fördern’ (16. Jh.), dazu die (omd.) Nebenform plumpen.

pumpen2 · Pump
pumpen2 Vb. ‘(bei jmdm.) leihen, borgen’ gelangt über die Studentensprache im 18. Jh. in die Umgangssprache. Auszugehen ist wohl von rotw. pompen, pumpen ‘stechen, erstechen, ermorden, verwunden’ und danach (unter dem Einfluß von rotw. stechen ‘geben, schenken’) auch ‘borgen’, abgeleitet von Pumps, Pumper ‘Stoß, Schlag’, pumpeln, pümpeln ‘stoßen’. Vgl. Wolf Rotw. 257. Pump m. ‘Borg, das Leihen’ (18. Jh.); häufig auf Pump (‘mit geborgtem Geld, mit gestundeter Bezahlung’) kaufen, leben.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich etwas) ausborgen · ↗(sich etwas) ausleihen · ↗(sich etwas) borgen · ↗(sich etwas) leihen · ↗entlehnen  ●  (sich etwas) pumpen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anlegen · ↗investieren  ●  (sein Geld) arbeiten lassen  fig. · (Geld) stecken (in)  ugs. · pumpen  ugs. · ↗reinbuttern  ugs. · ↗reinstecken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwasser Ader Bankensystem Blut Bohrloch Feuerwehr Geld Grundwasser Kreislauf Kubikmeter Liquidität Lunge Pipeline Rohr Sauerstoff Schlauch Steuergeld Tank Wasser Wirtschaftskreislauf abpumpen anpumpen aufpumpen auspumpen herauspumpen hineinpumpen leer reinpumpen zurückpumpen Öl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pumpen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wurden keine Investoren gefunden, die bereit gewesen wären, frisches Geld in das Unternehmen zu pumpen.
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2004
Sie hatte sich nur Geld von ihm pumpen wollen, hat es inzwischen anderswoher gekriegt.
Die Zeit, 09.09.1977, Nr. 37
Da wir etwas erhöht liegen, pumpten wir ihm auch unseren Überfluß noch hinunter.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 47
Drei, vier Mal pumpte er Luft in den Toten, drei, vier Mal massierte ich das Herz im entsprechenden Rhythmus - vergebens.
Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 334
Heute abend esse ich Brot, welches ich mir erst pumpen muß.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.01.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„pumpen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pumpen#1>, abgerufen am 10.12.2019.

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pumpen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpum-pen
Wortbildung mit ›pumpen‹ als Erstglied: ↗Pumperei · ↗Pumpgenie  ·  mit ›pumpen‹ als Letztglied: ↗anpumpen · ↗zusammenpumpen  ·  mit ›pumpen‹ als Grundform: ↗Pump · ↗verpumpen
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp
1.
sich [Dativ] von jmdm. etw. pumpen (= sich etw. borgen)
Beispiele:
ich möchte mir von, bei dir Geld, ein Buch pumpen
Diesen Monat werde ich gewiß nicht bei Heilbutt pumpen müssen [FalladaKleiner Mann228]
2.
jmdm. etw. pumpen (= jmdm. etw. borgen)
Beispiele:
er hat ihm Geld gepumpt
kannst du mir (mal) dein Fahrrad pumpen?
Horst hatte den Lieferwagen seiner Malerfirma gepumpt [S. LenzBrot38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pumpe · pumpen1
Pumpe f. Gerät zum Fördern von Flüssigkeiten oder Gasen durch Druck- bzw. Saugwirkung. Die Bezeichnung gelangt im 16. Jh. aus mnd. pompe, pumpe ins Hd. Zuerst bezeugt ist mengl. pump ‘Schiffspumpe’ (1440), dann mnl. pompe ‘unterirdische Wasserröhre’ (1463), ‘Pumpe’ (16. Jh.), mnd. pompe (16. Jh.). Es handelt sich um einen Seemannsausdruck lautnachahmenden Ursprungs, der sich offenbar von der engl. und nl. Nordseeküste aus rasch verbreitet, vgl. span. (um 1500); port. bomba, mfrz. pompe (Anfang 16. Jh.) und aus frz. pompe entlehnt ital. pompa (17. Jh.). Die Nebenform Plumpe (16. Jh.) begegnet vor allem im Omd. (aber auch engl. plump) in Anlehnung an die lautmalende Interjektion plump(s) (s. ↗plump). pumpen1 Vb. ‘Flüssigkeiten oder Gase mit einer Pumpe fördern’ (16. Jh.), dazu die (omd.) Nebenform plumpen.

pumpen2 · Pump
pumpen2 Vb. ‘(bei jmdm.) leihen, borgen’ gelangt über die Studentensprache im 18. Jh. in die Umgangssprache. Auszugehen ist wohl von rotw. pompen, pumpen ‘stechen, erstechen, ermorden, verwunden’ und danach (unter dem Einfluß von rotw. stechen ‘geben, schenken’) auch ‘borgen’, abgeleitet von Pumps, Pumper ‘Stoß, Schlag’, pumpeln, pümpeln ‘stoßen’. Vgl. Wolf Rotw. 257. Pump m. ‘Borg, das Leihen’ (18. Jh.); häufig auf Pump (‘mit geborgtem Geld, mit gestundeter Bezahlung’) kaufen, leben.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich etwas) ausborgen · ↗(sich etwas) ausleihen · ↗(sich etwas) borgen · ↗(sich etwas) leihen · ↗entlehnen  ●  (sich etwas) pumpen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anlegen · ↗investieren  ●  (sein Geld) arbeiten lassen  fig. · (Geld) stecken (in)  ugs. · pumpen  ugs. · ↗reinbuttern  ugs. · ↗reinstecken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwasser Ader Bankensystem Blut Bohrloch Feuerwehr Geld Grundwasser Kreislauf Kubikmeter Liquidität Lunge Pipeline Rohr Sauerstoff Schlauch Steuergeld Tank Wasser Wirtschaftskreislauf abpumpen anpumpen aufpumpen auspumpen herauspumpen hineinpumpen leer reinpumpen zurückpumpen Öl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pumpen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wurden keine Investoren gefunden, die bereit gewesen wären, frisches Geld in das Unternehmen zu pumpen.
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2004
Sie hatte sich nur Geld von ihm pumpen wollen, hat es inzwischen anderswoher gekriegt.
Die Zeit, 09.09.1977, Nr. 37
Da wir etwas erhöht liegen, pumpten wir ihm auch unseren Überfluß noch hinunter.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 47
Drei, vier Mal pumpte er Luft in den Toten, drei, vier Mal massierte ich das Herz im entsprechenden Rhythmus - vergebens.
Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 334
Heute abend esse ich Brot, welches ich mir erst pumpen muß.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.01.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„pumpen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pumpen#2>, abgerufen am 10.12.2019.

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