putschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungput-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›putschen‹ als Letztglied: ↗aufputschen · ↗wegputschen
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend
1.
einen Putsch machen
Beispiel:
als im Jahr 1920 ein gewisser Herr Kapp mit rechtsradikalen Anhängern putschte [HartungWunderkinder50]
2.
Hetzreden führen
Beispiel:
da fährt jemand im Land herum und putscht bei den Leuten [FalladaWolf1,349]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Putsch · putschen · aufputschen · Putschist
Putsch m. ‘Revolte, Umsturz(versuch), politischer Handstreich’. Der Ausdruck für die überraschende Aktion einer meist reaktionären Minderheit zum Sturz einer Regierung oder Regierungsform stammt aus der Schweiz. Putsch wird zu Anfang der 40er Jahre des 19. Jhs. von Zürich aus für einen plötzlichen, rasch vorübergehenden Auflauf oder Aufstand (nach den Vorgängen der voraufgehenden 30er Jahre in verschiedenen Teilen der deutschsprachigen Schweiz) ins Dt. übernommen. Zugrunde liegt das zufrühest (1431) in Zürich bezeugte, wahrscheinlich lautnachahmende schweiz. Mundartwort Putsch ‘Knall, heftiger Stoß, Puff, Anprall’, das im 16. Jh. den übertragenen Sinn ‘plötzlicher Vorstoß, Anlauf gegen ein Hindernis, zu einem Unternehmen’ entwickelt und bis ins 19. Jh. auf die Schweiz beschränkt bleibt (vgl. die einen Zusammenprall charakterisierende Interjektion putsch). putschen Vb. ‘eine Revolte, einen Putsch machen’ (Mitte 19. Jh.); vgl. schweiz. putschen, pütschen ‘knallen’ (16. Jh.). aufputschen Vb. ‘aufwiegeln, aufhetzen’ (2. Hälfte 19. Jh.), danach ‘(sich) durch Drogen, Medikamente oder andere Reizmittel aufmuntern, in einen Zustand der Erregung versetzen’. Putschist m. (20. Jh.), älter (heute unüblich) Putscher m. (Mitte 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amt Armee Armeechef Baath-Partei Diktator Erzbischof General Generalstabschef Kommunist Macht Major Mannheimer Militär Nationalist Obrist Offizier Premier Präsidentenamt Präsidentin Reformer Spitz Staatsspitz Streitkraft auf aufputschen dreimal erfolglos hoch wegputschen zweimal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›putschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den vergangenen 37 Jahren hat das Militär dreimal gegen die gewählten Politiker geputscht.
Die Zeit, 06.06.1997, Nr. 24
Dann muss ich mich abreagieren, das putscht mich nach vorn, das gibt mir Motivation und Kraft.
Die Welt, 12.07.2004
Die Kämpfer putschen sich damit auf und schüchtern ihre Gegner ein.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 381
Wann beginnen nun Ihre Versuche, gegen die Hitler-Regierung zu putschen?
o. A.: Einhundertundneunzehnter Tag. Donnerstag, 2. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10052
Kroatien und Zeta gewannen die Unabhängigkeit, in Bulgarien putschte Konstantin Bodin.
Rubin, Berthold: Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 6937
Zitationshilfe
„putschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/putschen>, abgerufen am 21.10.2019.

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