putzig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungput-zig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›putzig‹ als Erstglied: ↗putzigerweise
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich drollig, possierlich
Beispiele:
ein putziges kleines Mädchen, junges Tier, putziger Anblick
etw. ist putzig
putzig aussehen
jmd., etw. ist putzig anzusehen
dieser unglückliche Krüppel, der da mit seiner putzigen Wichtigkeit in hellem Überzieher und blankem Zylinder ... durch die Straßen marschierte [Th. MannFriedemann9,17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

putzig Adj. ‘drollig, erheiternd, seltsam’. Das seit der Mitte des 18. Jhs. zunächst im Nordd. bezeugte Adjektiv ist abgeleitet von landschaftlich üblichem Butze m. ‘Kobold, Knirps’, mhd. butze ‘Poltergeist, Schreckgespenst’ (s. ↗Mumpitz); vgl. auch Butzemann, Butzelmann, Botzenmann. Für das Adjektiv ist daher von einer Bedeutung ‘wie ein Kobold aussehend und handelnd’ auszugehen. Herkunft ungewiß. Vielleicht kann Butz(e) als affektisch verschärfte Koseform von Burkhart (wie Fritz von Friedrich) gedeutet und als den Dämon versöhnlich stimmende Anrede aufgefaßt werden. Foerste in: Nd. Wort 2 (1961) 74 f. hält dagegen nordd. putzig ebenso wie mnd. putze, pusse ‘Possen, Streich’ für Entlehnungen (16. Jh.) von gleichbed. nl. potsig und poets, pots. Er sieht in dem nl. Substantiv eine Kreuzung von mfrz. pocher ‘etw. nach einem Muster bilden, eine Figur nach den Umrissen einer anderen zeichnen, nachahmen’ (einer Ableitung von afrz. poche ‘Tasche, Beutel, Sack’, aus gleichbed. anfrk. *pokka) und nl. boots, boets ‘Tonmodell, Skizze, Entwurf, Spaß, Possen’, bootsen ‘modellieren, nachahmen, nachäffen, Possen reißen’ (aus afrz. mfrz. bocer ‘die Rohform eines Bildwerks herausarbeiten, weiche Masse formen’, abgeleitet von afrz. boce ‘Beule, Relief, erhabene Arbeit’, s. ↗Possen).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ganz) reizend · ↗allerliebst · ↗herzallerliebst · ↗herzig · ↗puppig · ↗wonnig · zum Knuddeln  ●  ↗niedlich  Hauptform · ↗süß  emotional · ↗goldig  ugs. · putzig  ugs. · ↗schnatz  ugs., regional · ↗schnuckelig  ugs. · zum Abknutschen  ugs. · zum Anknabbern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
drollig · ↗goldig · ↗knuddelig · ↗knuffig · ↗niedlich · ↗possierlich  ●  putzig  ugs. · ↗süß  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Accessoire Altstadt Anblick Anekdote Bär Deutsch Einfall Fachwerkhaus Figur Geschöpf Geselle Hase Holzhaus Kerl Männchen Nager Nehrung Roboter Teddy Tier Vierbeiner Vogel Waschbär Wesen ausnehmen geradezu irgendwie klingen nett süß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›putzig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Langsam wird es für mich putzig, muss ich ehrlich sagen.
Die Zeit, 15.04.2004, Nr. 17
Und vor seinen putzigen roten Nullen steht auch noch eine formschöne Dreiundvierzig.
Die Welt, 24.10.2003
Oftmals sieht sich das Ergebnis nur nett an, putzig, unbedeutend.
Süddeutsche Zeitung, 04.05.1994
Die Tiere sind putzig, gelten als scheu und tun keinem weh.
Bild, 18.01.2000
Franz meinte, es sei eine putzige Kruke, und verstand zuerst nicht.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 182
Zitationshilfe
„putzig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/putzig>, abgerufen am 24.03.2019.

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