quarren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungquar-ren

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  1. [landschaftlich] ...
    1. 1. abgehackte, schnarrende Laute ausstoßen
    2. 2. [besonders norddeutsch] ...
    3. 3. knarren
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich
1.
abgehackte, schnarrende Laute ausstoßen
Beispiele:
der Frosch quarrt
die Krähen, Häher, Schnepfen quarrten
die quarrenden Rufe der Wasservögel
die Enten flogen quarrend auf
übertragen
Beispiele:
er hat eine quarrende Stimme
Wieder quarrten die Lautsprecher aus den Schreibstuben von einer Großtat [StrittmatterWundertäter429]
2.
besonders norddeutsch
Beispiele:
das Kind quarrt (= gibt weinerliche, missgelaunte Laute von sich)
der Säugling quarrte die ganze Nacht
3.
knarren
Beispiele:
die Stiefel quarren
man hörte das Quarren einer rostigen Türangel
eine Tür quarrt lange [SteinbergUhren254]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

quarren Vb. ‘wehleidig quäken, in weinerlichem Tonfall jammern, einen heiseren, schnarrenden Laut von sich geben’, seit dem 18. Jh. in der Literatursprache bei norddeutschen Schriftstellern zunächst für die Lautäußerung des Frosches bezeugt, nach mnd. quarren ‘grollende, brummende Töne ausstoßen’; lautnachahmend, vgl. (stark flektierendes) ahd. queran ‘seufzen’ (9. Jh., irqueran, um 800) und parallele Bildungen wie nhd. (landschaftlich) querren, quirren, quurren. Zieht man aind. gṛṇā́ti ‘ruft, ruft an, preist’, lit. gìrti ‘rühmen, loben’, aslaw. granъ ‘Formel, Vers’, lat. grātēs (Plur.) ‘Dank’ heran, so kann (trotz semantischen Schwierigkeiten) ein Anschluß an die Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘die Stimme erheben, loben, preisen’ erwogen werden. Jedoch können die mit qu- anlautenden dt. Formen auch für Anlautvarianten von ahd. kerran ‘ächzen, knarren, plappern’ (8. Jh.), karrōn ‘knarren, quietschen, toben’ (11. Jh.), mhd. (landschaftlich) karren, kerren, aengl. ceorran ‘knarren, kreischen’, anord. kurra ‘knurren, murren’ gelten, so daß eine Verbindung zu der unter ↗krähen, ↗Kranich (s. d.) angeführten Schallwurzel ie. *ger- ‘heiser schreien’ möglich ist.

Verwendungsbeispiele für ›quarren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wo es früher fast ohrenbetäubend quakte, trillerte, unkte und quarrte, da herrscht heute allzu oft Schweigen.
Die Zeit, 31.01.2011, Nr. 05
Aber die neue Schreibmaschine glost und glimmt und schnarrt und quarrt und will bedient sein.
Die Zeit, 28.06.1996, Nr. 27
Eine Ente quarrte unten im Kolk, eine Stockente, stellte der Junge fest.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 118
Die Frösche quarrten in den Tümpeln und die Rebhühner lockten im Klee.
Keyserling, Eduard von: Beate und Mareile, Berlin: Fischer [1903], S. 102
Drosseln und Nachtigallen schlagen, Unken quarren und Ketten von Rebhühnern purren auf.
Süddeutsche Zeitung, 17.11.1998
Zitationshilfe
„quarren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/quarren>, abgerufen am 02.04.2020.

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