quetschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungquet-schen
Wortbildung mit ›quetschen‹ als Erstglied: ↗Quetschfalte · ↗Quetschkartoffel · ↗Quetschkommode · ↗Quetschwunde
 ·  mit ›quetschen‹ als Letztglied: ↗abquetschen · ↗ausquetschen · ↗dazwischenquetschen · ↗einquetschen · ↗herausquetschen · ↗hineinquetschen · ↗zusammenquetschen
 ·  mit ›quetschen‹ als Grundform: ↗verquetschen · ↗zerquetschen
eWDG, 1974

Bedeutung

etw., jmdn. drücken, pressen
a)
etw. durch heftigen Druck oder mit einer Presse bearbeiten
Beispiele:
Kartoffeln (zu Brei), Trauben, Obst quetschen
er quetschte ihm freudig die Hände
jmdn., etw. durch Druck verletzen
Beispiele:
er, sein Fuß war von einem Kran gequetscht worden
er quetschte sich [Dativ] zwischen den Balken die Finger
ich habe mich gequetscht
mir wurde die Hand in der Tür gequetscht
Flüssigkeit aus etw. ausdrücken
Beispiel:
den Saft aus einer Zitrone, Apfelsine quetschen
bildlich
Beispiel:
abwertend Vater Jan quetscht einen Tusch aus seiner Geige [StrittmatterBienkopp114]
b)
jmdn., etw. mit Druck an einen bestimmten Ort stoßen
Beispiele:
jmdn. an die Wand, gegen eine Mauer quetschen
er wurde vom Auto gegen einen Baum gequetscht
er quetschte sein Gesicht, seine Nase gegen, an die Fensterscheibe
umgangssprachlich etw., sich in etw. zwängen, zusammendrängen
Beispiele:
er quetschte seine Hemden in den vollen Koffer
er quetschte noch ein paar Worte zwischen die engen Zeilen
sie quetschten sich in das kleine Auto, volle Zugabteil, durch die enge Tür
die Kinder saßen ängstlich in eine Ecke gequetscht
Die Menschenmasse ... quetscht sich zwischen den Rasenplätzen über die Kieswege [WerfelMusa Dagh135]
c)
eine gequetschte Stimmeeine nicht voll tönende, leicht heisere Stimme
Beispiele:
sie sprach mit gequetschter Stimme
er brachte nur ein gequetschtes Lachen, gequetschte Laute hervor
Aus einem kleinen Koffergrammophon kommen langgezogene gequetschte Melodien in fremdem Rhythmus [JohoPeyrouton108]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

quetschen · Quetschung · Quetsche · Quetschkommode
quetschen Vb. ‘stark zusammenpressen, klemmen, durch heftigen Druck verletzen’, nur bezeugt im Dt. und Nl., ahd. (aostnfrk.) quetson, mhd. quetzen, quetschen ‘schlagen, prägen, stoßen, zerdrücken’, mnd. quessen, quetsen ‘drücken, verletzen, beschädigen’, mnl. quetsen, quessen, nl. kwetsen ‘zerdrücken, zermalmen’. Außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten finden sich nicht; Herkunft unbekannt. Vielleicht lautnachahmend? Einfluß von afrz. casser, quasser ‘zerbrechen, zerschlagen, zunichte machen’, reflexiv ‘sich verletzen’ (frz. casser), aus lat. quassāre ‘schütteln, erschüttern, zerschmettern, zerschlagen’, Intensivum zu lat. quatere ‘schütteln, erschüttern, stoßen, beschädigen’, zeigt mhd. qua(t)schiure, (mit Umlaut) quetschiure ‘Quetschung, Wunde’, nach afrz. cassëure, quassëure ‘Bruch, Verletzung’. Quetschung f. ‘Einklemmung, durch starken Druck bewirkte Verletzung’, mhd. quetzunge, quetschunge ‘Quetschung, Wunde’; vgl. auch gleichbed. mhd. qua(t)schiure, quetschiure (s. oben). Quetsche f. ‘Presse, Kelter’ (md., 15. Jh.), ‘Klitsche, dürftigen Ertrag abwerfende (Gast)wirtschaft’ (19. Jh.). Quetschkommode f. scherzhaft für ‘Ziehharmonika, Akkordeon’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
drücken · ↗knautschen · ↗pferchen · ↗pfropfen · ↗pressen · quetschen · ↗stopfen · ↗zwängen  ●  proppen  norddeutsch
Oberbegriffe
  • sonstige Verben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkordeon Beifahrersitz Daumen Drehtür Gedränge Hode Lunge Meniskus Rippe Rückbank Rückenmark Sitzreihe Spalt Tube abquetschen aneinander ausquetschen durch durchquetschen einquetschen herausquetschen hervor hindurch hindurchquetschen hineinquetschen rausquetschen stauchen vorbei vorbeiquetschen zusammenquetschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›quetschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil niemand im Jet tauschen wollte, quetschte sich Les in einen Sitz.
Bild, 22.02.2002
Als die Frau zum ersten Mal in ihrem Leben eine Maus anfaßt, quetscht sie auf ihr herum.
Süddeutsche Zeitung, 19.03.1998
Als der Vater den Schuh von der Hand hebt, ist sie gequetscht.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 67
Und es gelang ihnen, sich an den Tisch gleich hinter ihm zu quetschen.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 185
Es drückt hier, reibt dort, zieht lang, quetscht, preßt zusammen und läßt wieder los.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 238
Zitationshilfe
„quetschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/quetschen>, abgerufen am 21.10.2019.

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