Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

quirlen

Grammatik Verb · quirlt, quirlte, hat/ist gequirlt
Aussprache 
Worttrennung quir-len
GrundformQuirl
Wortbildung  mit ›quirlen‹ als Letztglied: abquirlen · anquirlen · durcheinanderquirlen · einquirlen · verquirlen · zusammenquirlen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. mit dem Quirl vermengen, verrühren
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
Milch und Saft zu einem Fruchtgetränk quirlen
Öl mit Essig für einen Salat quirlen
sie quirlte ein Eidotter in der Tasse schaumig
ein gequirltes frisches Ei essen
2.
sich lebhaft (im Kreise) bewegen, sich schnell drehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
das Wasser quirlt
ein reißender, quirlender Fluss
das Quirlen der Wellen
eine quirlende Schülerschar
der quirlende Rauch einer Zigarette
irgendwohin quirlen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
die Menschen quirlten durch den Saal, in die Arena
bildlich
Beispiele:
ein Fest voll quirlender Lebendigkeit
quirlende Großstädte
Ein Wirbel unausgegorener Überlegungen quirlte durch sein Hirn [ RauchfußLämmer122]
quirlender, gurgelnder Jazz [ BrodFrau161]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Quirl · quirlen · quirlig
Quirl m. ‘Rührstab, Rührinstrument’, ahd. thwiril (9. Jh.), frühnhd. (obd.) twir(e)l, (md.) quirrel, querel ‘was sich schnell herumdreht, Rührstab’, mnd. twerl, dwerl, dwarl ‘Wirbel, Kraushaar’, aengl. þwiril ‘Rührstab’, isl. þyrill, schwed. (mundartlich) tyril ist als Gerätebezeichnung (germ. *þwerila-) mit dem Instrumentalsuffix germ. -ila- (s. Meißel, Schlüssel, Zügel) gebildet zu einem in ahd. thweran ‘mengen, drehen’ (9. Jh.), mhd. twern, dwern ‘herumdrehen, durcheinanderrühren, mischen’, aengl. þweran ‘rühren’ belegten starken Verb germ. *þweran, wozu auch (anders abgeleitetes) aengl. þwēre ‘Stößel, Stampfe’, anord. þvara ‘Rührstab’, schwed. (mundartlich) tvara, tvöra gehören. Vergleichbar sind wohl aind. tváratē ‘eilt’, griech. torýnē (τορύνη, aus *τυρύνη) ‘Rührlöffel, -kelle’, lat. trua ‘Schöpfkelle (auch zum Umrühren)’; Anschluß an eine Wurzel ie. *tu̯er-, *tur-, *tu̯ṛ-, *tru- ‘drehen, quirlen, wirbeln’ ist möglich, wozu mit anlautendem s- auch stören und Sturm (s. d.) zu stellen sind. Zum Anlaut qu- s. quer. – quirlen Vb. ‘mit dem Quirl rühren’ (18. Jh.). quirlig Adj. ‘lebhaft, ständig im Bewegung, unruhig’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›quirlen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›quirlen‹.

Verwendungsbeispiele für ›quirlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nacht für Nacht fängt das zögernd an, synkopierend tropft zusammen, quirlt und brodelt seine Zeit, ebbt und versiegt. [Die Zeit, 26.06.1958, Nr. 26]
Wenn man heftig genug quirlt, scheint sich beides zu vermischen, eins zu werden, zusammenzugehören. [Die Welt, 26.06.1999]
Ein Geheimdienst quirlt seine nie zu überprüfenden Erkenntnisse zu einer Anzeige zusammen. [konkret, 1983]
Rauch quirlt umher, flüssiges Eisen wirft Funken, über heißem Sand tanzen violette Flämmchen. [Die Zeit, 29.10.1953, Nr. 44]
Sie trägt den Koffer nach oben, er quirlt das Ei in der Küche. [Süddeutsche Zeitung, 07.10.1997]
Zitationshilfe
„quirlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/quirlen>.

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