quirlen

GrammatikVerb · quirlt, quirlte, hat/ist gequirlt
Aussprache
Worttrennungquir-len
GrundformQuirl
Wortbildung mit ›quirlen‹ als Letztglied: ↗abquirlen · ↗anquirlen · ↗durcheinanderquirlen · ↗einquirlen · ↗verquirlen · ↗zusammenquirlen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. mit dem Quirl vermengen, verrühren
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
Milch und Saft zu einem Fruchtgetränk quirlen
Öl mit Essig für einen Salat quirlen
sie quirlte ein Eidotter in der Tasse schaumig
ein gequirltes frisches Ei essen
2.
sich lebhaft (im Kreise) bewegen, sich schnell drehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
das Wasser quirlt
ein reißender, quirlender Fluss
das Quirlen der Wellen
eine quirlende Schülerschar
der quirlende Rauch einer Zigarette
irgendwohin quirlen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
die Menschen quirlten durch den Saal, in die Arena
bildlich
Beispiele:
ein Fest voll quirlender Lebendigkeit
quirlende Großstädte
Ein Wirbel unausgegorener Überlegungen quirlte durch sein Hirn [RauchfußLämmer122]
quirlender, gurgelnder Jazz [BrodFrau161]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Quirl · quirlen · quirlig
Quirl m. ‘Rührstab, Rührinstrument’, ahd. thwiril (9. Jh.), frühnhd. (obd.) twir(e)l, (md.) quirrel, querel ‘was sich schnell herumdreht, Rührstab’, mnd. twerl, dwerl, dwarl ‘Wirbel, Kraushaar’, aengl. þwiril ‘Rührstab’, isl. þyrill, schwed. (mundartlich) tyril ist als Gerätebezeichnung (germ. *þwerila-) mit dem Instrumentalsuffix germ. -ila- (s. ↗Meißel, ↗Schlüssel, ↗Zügel) gebildet zu einem in ahd. thweran ‘mengen, drehen’ (9. Jh.), mhd. twern, dwern ‘herumdrehen, durcheinanderrühren, mischen’, aengl. þweran ‘rühren’ belegten starken Verb germ. *þweran, wozu auch (anders abgeleitetes) aengl. þwēre ‘Stößel, Stampfe’, anord. þvara ‘Rührstab’, schwed. (mundartlich) tvara, tvöra gehören. Vergleichbar sind wohl aind. tváratē ‘eilt’, griech. torýnē (τορύνη, aus *τυρύνη) ‘Rührlöffel, -kelle’, lat. trua ‘Schöpfkelle (auch zum Umrühren)’; Anschluß an eine Wurzel ie. *tu̯er-, *tur-, *tu̯ṛ-, *tru- ‘drehen, quirlen, wirbeln’ ist möglich, wozu mit anlautendem s- auch ↗stören und ↗Sturm (s. d.) zu stellen sind. Zum Anlaut qu- s. ↗quer. quirlen Vb. ‘mit dem Quirl rühren’ (18. Jh.). quirlig Adj. ‘lebhaft, ständig im Bewegung, unruhig’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›quirlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Luft Mixer Ventilator durcheinander durchquirlen umher

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›quirlen‹.

Verwendungsbeispiele für ›quirlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nacht für Nacht fängt das zögernd an, synkopierend tropft zusammen, quirlt und brodelt seine Zeit, ebbt und versiegt.
Die Zeit, 26.06.1958, Nr. 26
Wenn man heftig genug quirlt, scheint sich beides zu vermischen, eins zu werden, zusammenzugehören.
Die Welt, 26.06.1999
Ziehe die Haut von der Wurst ab, quirle das Ei und gieße es auf den Teller.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 192
Die Maschine quirlt die Mixtur in hohe Gläser, ein Lächeln präsentiert die Getränke.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 24
Nicht weit von ihm quirlte ein Wässerlein zwischen Wurzeln und sattgrünen Polstern.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 622
Zitationshilfe
„quirlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/quirlen>, abgerufen am 20.01.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Quirlbrett
Quirl
Quirite
Quirinalspalast
Quirinal
quirlig
quirlständig
Quisel
Quisquilien
Quissel