quirlig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungquir-lig
WortzerlegungQuirl-ig
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich sehr unruhig, lebhaft
Beispiele:
ein quirliges Kind
ein quirliger Fußballspieler
er tauchte im quirligen Straßenverkehr unter
auf den Straßen herrschte quirliges Leben
sie hat ein quirliges Temperament, ist voll quirliger Ungeduld
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Quirl · quirlen · quirlig
Quirl m. ‘Rührstab, Rührinstrument’, ahd. thwiril (9. Jh.), frühnhd. (obd.) twir(e)l, (md.) quirrel, querel ‘was sich schnell herumdreht, Rührstab’, mnd. twerl, dwerl, dwarl ‘Wirbel, Kraushaar’, aengl. þwiril ‘Rührstab’, isl. þyrill, schwed. (mundartlich) tyril ist als Gerätebezeichnung (germ. *þwerila-) mit dem Instrumentalsuffix germ. -ila- (s. ↗Meißel, ↗Schlüssel, ↗Zügel) gebildet zu einem in ahd. thweran ‘mengen, drehen’ (9. Jh.), mhd. twern, dwern ‘herumdrehen, durcheinanderrühren, mischen’, aengl. þweran ‘rühren’ belegten starken Verb germ. *þweran, wozu auch (anders abgeleitetes) aengl. þwēre ‘Stößel, Stampfe’, anord. þvara ‘Rührstab’, schwed. (mundartlich) tvara, tvöra gehören. Vergleichbar sind wohl aind. tváratē ‘eilt’, griech. torýnē (τορύνη, aus *τυρύνη) ‘Rührlöffel, -kelle’, lat. trua ‘Schöpfkelle (auch zum Umrühren)’; Anschluß an eine Wurzel ie. *tu̯er-, *tur-, *tu̯ṛ-, *tru- ‘drehen, quirlen, wirbeln’ ist möglich, wozu mit anlautendem s- auch ↗stören und ↗Sturm (s. d.) zu stellen sind. Zum Anlaut qu- s. ↗quer. quirlen Vb. ‘mit dem Quirl rühren’ (18. Jh.). quirlig Adj. ‘lebhaft, ständig im Bewegung, unruhig’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aktiv · in Bewegung · ↗lebendig · ↗lebenskräftig · ↗lebhaft · ↗munter · ↗quicklebendig · quirlig · ↗rege · sanguin · ↗springlebendig · ↗tätig · ↗umtriebig · ↗vital  ●  ↗kregel  regional · ↗wach  fig. · nicht kaputt zu kriegen  ugs. · ↗putzmunter  ugs. · ↗quietschlebendig  ugs. · ↗rührig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausgelassen · quirlig · überbordend  ●  sprudelnd  fig. · überschäumend  fig.
Synonymgruppe
(ein) unruhiger Geist (sein) · immer in Aktion · immer in Bewegung · nicht stillsitzen können · ↗nimmermüde · quirlig · ↗rastlos · ↗rege · ↗regsam · ↗ruhelos  ●  Hummeln im Hintern haben  ugs. · Pfeffer im Hintern haben  ugs. · keine Ruhe im Hintern (haben)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amerikanerin Angreifer Badeort Basar Bayerin Betriebsamkeit Blondine Durcheinander Einkaufsstraße Ferienort Fußgängerzone Hafenstadt Kater Kerl Lebendigkeit Markttreiben Metropol Metropole Moderatorin Nachtleben Schwabe Spanierin Stürmer Sängerin Temperament Treiben lebenslustig temperamentvoll unberechenbar zierlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›quirlig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Stadt ist quirlig, ein Viertel der gut 100.000 Bewohner sind Studenten.
Die Zeit, 29.09.2005, Nr. 40
Die Stadt ist ruhig, man kennt das quirlige New York nicht wieder.
Bild, 13.09.2001
Die Stadt hat sich gründlich geändert, sie ist schöner, begehrter und quirliger geworden.
Der Tagesspiegel, 30.12.1999
Solange ihn seine angeschlagene Gesundheit nicht sichtbar quälte, wirkte der untersetzte Breschnew, wenn er nicht gerade ablas, lebhaft bis quirlig.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 165
Kniehohe Wellen spülten an den Strand, warfen den quirligen Sand auf und zerrannen glitzernd in Wirbeln von Licht und gemahlenem Kristall.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 236
Zitationshilfe
„quirlig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/quirlig>, abgerufen am 21.11.2019.

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