quod licet Jovi, non licet bovi

Alternative Schreibung quod licet Iovi, non licet bovi
Grammatik Mehrwortausdruck
Herkunft quod licet Iovi, non licet bovilat ‘was Jupiter darf, ist einem Ochsen nicht erlaubt’ < quodlat ‘was’ + licetlat ‘es ist erlaubt, man darf’ + Iūppiterlat ‘Jupiter’ + bōslat ‘Rind, Stier, Ochse’
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

bildungssprachlich was dem einen (aufgrund seiner Stellung, seines Status) erlaubt ist, ist (noch lange) nicht allen gestattet
Beispiele:
Doch schon in der Antike war klar, dass Gleichheit eine sehr individuelle Größe ist. Damals hieß es: Quod licet Jovi non licet bovi (Was Jupiter erlaubt ist, gehört sich für das Rindvieh noch lange nicht). [Süddeutsche Zeitung, 31.08.2009]
»Quod licet Jovi, non licet bovi«, lautet ein lateinisches Zitat. Danach verleihen Rang, Stellung, Ruhm, Reichtum und Ansehen Vorrechte, die dem gemeinen Volk verwehrt bleiben. Die Begünstigten wähnen sich auserkoren. Vor diesem Hintergrund scheint die Bekämpfung von Steuerflucht, Willkürherrschaft, zügelloser Machtausübung und Korruption einer Sisyphos‑Arbeit gleichzukommen. [Süddeutsche Zeitung, 16.04.2016]
Quod licet Iovi, non licet bovi. In nicht bildungsfernen Haushalten haben Eltern zumindest mal in früheren Jahren diesen Satz bemüht, um ihre aufmüpfigen Kinder in die Schranken zu weisen, Kinder die denken, sie könnten sich zu viel rausnehmen. [Saarbrücker Zeitung, 15.03.2012]
Es ist seit je das Vorrecht großer Mächte, ohne zu erröten, mit zweierlei Elle zu messen. Quod licet Iovi, non licet bovi[…]. Zu allen Zeiten hängen die Mächtigen – wie jetzt die Amerikaner in dem neuesten Menschenrechtsbericht des State Department – einer Doppelmoral an. [Die Zeit, 10.03.2005, Nr. 11]
Jetzt haben Österreich, Italien und Spanien ein Embargo gegen französisches Rind erlassen. Wissenschaftlich unbegründet, faucht die Pariser Regierung, EU‑rechtlich höchst bedenklich – und wirtschaftlich fatal. Frankreichs Zugang zur gemeinsamen europäischen Politik zeigt sich hier in einer doppelsinnigen Selbstherrlichkeit: Quod licet Iovi, non licet bovi – was EU‑Gott Frankreich darf, soll anderen EU‑Staaten gefälligst verboten bleiben. [Berliner Zeitung, 30.11.2000]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„quod licet Jovi, non licet bovi“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/quod%20licet%20Jovi%2C%20non%20licet%20bovi>, abgerufen am 14.04.2021.

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