räuchern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungräu-chern
Wortbildung mit ›räuchern‹ als Erstglied: ↗Räucheraal · ↗Räucherei · ↗Räucherfisch · ↗Räucherfleisch · ↗Räucherhering · ↗Räucherkammer · ↗Räucherkerze · ↗Räucherlachs · ↗Räuchermann · ↗Räuchermittel · ↗Räuchermännchen · ↗Räucherschale · ↗Räucherschinken · ↗Räucherspeck · ↗Räucherung · ↗Räucherware · ↗Räucherwerk · ↗Räucherwurst · ↗räucherig
 ·  mit ›räuchern‹ als Letztglied: ↗anräuchern · ↗ausräuchern · ↗durchräuchern · ↗einräuchern
 ·  mit ›räuchern‹ als Grundform: ↗verräuchern  ·  formal verwandt mit: ↗beweihräuchern
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. mit Rauch behandeln
a)
Fleisch, Fisch haltbar machen
Beispiele:
Schinken, Aal in der Räucherkammer räuchern
ein geräucherter Hering
zum Abendbrot gab es Geräuchertes
b)
etw. mit einem Räuchermittel von Krankheitserregern, Schädlingen reinigen
Beispiel:
einen Lagerraum, ein Zimmer (mit Schwefel) räuchern
c)
fachsprachlich Eichenholz durch Ammoniakdämpfe dunkel färben
Beispiel:
Zwei Leuchter in Eiche, geräuchert [Kultur im Heim1969]
2.
Räuchermittel verbrennen
Beispiel:
mit Weihrauch, Räucherkerzen räuchern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rauch · rauchen · Raucher · Nichtraucher · rauchig · räuchern · verräuchern
Rauch m. ‘aufsteigender Qualm, Dunst von brennenden Stoffen’, ahd. rouh (9. Jh., vgl. wīhrouh, 8. Jh., s. ↗Weihrauch), mhd. rouch, asächs. mnd. rōk, mnl. rooc, nl. rook, afries. rēk, aengl. rēc, anord. reykr (germ. *rauki-) und dazu wohl denominativ gebildetes rauchen Vb. ‘Qualm, Dunst entwickeln, aufsteigen lassen’, ahd. rouhhen ‘(be)räuchern, opfern’ (9. Jh.), mhd. rouchen ‘Rauch machen, von sich geben, (be)räuchern’, mnd. mnl. rōken, nl. roken, afries. rēka, aengl. rēcan, anord. reykja, schwed. röka stehen im Ablaut zu den unter ↗riechen (s. d.) behandelten Verben in deren alter Bedeutung ‘rauchen, dampfen’. (Tabak) rauchen kommt in der 2. Hälfte des 17. Jhs. auf, wohl nach frz. fumer du tabac; zuvor Tabak nehmen, trinken, saufen, schmoren. Dazu Raucher m. (17. Jh.), Nichtraucher m. (19. Jh.). rauchig Adj. ‘von Rauch durchzogen, voller Rauch, rauchfarben, nach Rauch schmeckend’, ahd. rouhhīg (Hs. 15. Jh.), spätmhd. rouchic ‘rauchig, dunstig, blähend, (übel)riechend’, asächs. rōkag (um 900). räuchern Vb. ‘Fleisch-, Fischwaren über längere Zeit dem Rauch aussetzen und dadurch haltbar machen, Rauchopfer bringen, Räuchermittel verbrennen’ (15. Jh.), iterative Weiterbildung von gleichbed. frühnhd. räuchen, röuchen; dazu verräuchern Vb. ‘mit Rauch erfüllen, durch Rauch schwärzen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
räuchern  ●  ↗selchen  österr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aal Buchenholz Fisch Fischer Fleisch Forelle Lachs Schinken Wurst ausräuchern backen beizen braten fangen kochen pökeln salzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›räuchern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da räuchern die Teams, die schon mal ein wichtiges Barbecue gewonnen haben.
Die Zeit, 09.11.2009, Nr. 45
Ich war schon lange nicht mehr auswärts essen - ich mag mein Essen nicht geräuchert!
Bild, 05.08.2003
Nein - das wird nicht mehr verfeuert, nur paar Bauern räuchern noch damit.
Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 46
Oft werden die Hölzer zusätzlich gefärbt, gebeizt, geräuchert oder graviert.
o. A.: Lexikon der Kunst - I. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6603
Die einzige Lösung wäre die, daß wir es räuchern lassen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 18.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„räuchern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/räuchern>, abgerufen am 22.11.2019.

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