räuspern

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungräus-pern
eWDG, 1974

Bedeutung

sich durch Hüsteln die Kehle reinigen
a)
um die Stimme vor dem Reden, Singen klar zu machen
Beispiele:
der Redner nahm sein Manuskript, räusperte sich und begann
sich kurz, leise, leicht, stark, laut räuspern
Dann und wann ein Räuspern weit hinten [im Saal] [FrischGantenbein340]
b)
um jmds. Aufmerksamkeit auf sich zu lenken
Beispiele:
nach längerem Warten räusperte er sich vernehmlich
sich auffällig, kräftig, heftig, ungeduldig, missbilligend räuspern
er räusperte sich warnend [R. BartschGeliebt330]
c)
um seine Verlegenheit zu verbergen
Beispiel:
sich verlegen, nervös räuspern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

räuspern Vb. meist reflexiv ‘durch Hüsteln die Kehle reinigen’, frühnhd. riuspern, ruspern, reuspern, reißperen (15. Jh.) ist im Sinne von ‘die Kehle (sauber)kratzen’ eine Iterativbildung mit r-Suffix (wie spätmhd. riuspeln mit l-Suffix) zu ahd. girūspen ‘sich sträuben’ (11. Jh.), mhd. riuspen, mnd. rūspen ‘aufstoßen, rülpsen’. Außergerm. vergleichbar sind lat. rūspārī ‘durchforschen, untersuchen’, eigentlich ‘aufreißend, durchwühlend nach etw. forschen’, und lit. raũsti ‘(die Erde) aufwühlen, wühlen’, so daß von ie. *reus-, *rūs- ausgegangen werden kann, einer Erweiterung der unter ↗Raub (s. d.) angeführten Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’.

Typische Verbindungen zu ›räuspern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kehle Mikrofon Richter aufstehen dann erneut husten laut leise lächeln mal mehrmals schweigen spucken streichen ungeduldig verlegen vernehmlich zu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›räuspern‹.

Verwendungsbeispiele für ›räuspern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man ertappt sich immer mal wieder dabei, sich an Waits Stelle zu räuspern.
Die Welt, 18.11.2004
Dann war es Nacht vor dem Fenster und sie räusperte sich.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 326
Das mit dem "niemand" war wohl etwas voreilig, denn da räuspert sich nun doch einer.
Der Tagesspiegel, 03.09.2000
Tatsächlich wage ich es noch nicht einmal, mich ermahnend zu räuspern.
Beyer, Marcel: Flughunde, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1995 [1995], S. 21
Er räusperte sich ein und ein zweites Mal, aber er sprach nicht.
Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 228
Zitationshilfe
„räuspern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/r%C3%A4uspern>, abgerufen am 26.01.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Räusperer
rauspauken
rausnehmen
rausmüssen
rauslaufen
rauspflücken
rausplatzen
rausprügeln
rausrücken
rausschaffen