rösten

GrammatikVerb · röstete, hat geröstet
Aussprache
Worttrennungrös-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›rösten‹ als Erstglied: ↗Röstbrot · ↗Röster · ↗Rösterei · ↗Röstgut · ↗Röstkaffee · ↗Röstkartoffel · ↗Röstkastanie · ↗Röstmandel · ↗Röststoff · ↗röstfrisch
 ·  mit ›rösten‹ als Letztglied: ↗anrösten  ·  mit ›rösten‹ als Grundform: ↗Röste  ·  formal verwandt mit: ↗Rösti
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Nahrungsmittel ohne Zusatz von Fett oder Wasser durch Erhitzen auf einem Rost braten
Beispiele:
Brot(scheiben) rösten (= toasten)
essbare Kastanien, einen Braten, eine Scheibe Fleisch rösten
einen Broiler auf dem Grill rösten
gerösteter Kaffee
geröstete Kartoffeln
bildlich
Beispiel:
scherzhaft sich rösten (= von der Sonne bräunen) lassen
2.
Bergmannssprache Erze, Hüttenprodukte bei der Aufbereitung erhitzen
3.
Landwirtschaft weiche Stängelteile des Flachses faulen lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rost1 · rösten1 · Roastbeef
Rost1 m. ‘Gitter aus mehreren nebeneinanderliegenden Stäben’ (unter oder über einem Feuer), ahd. rōst, rōsta (um 800), mhd. rōst ‘Rost, Scheiterhaufen, Glut, Feuer’, asächs. mnd. rōst, mnl. roost, rooste. Herkunft ungewiß. Man denkt an lautmalendes ie. *reus-, eine s-Erweiterung der unter ↗röcheln (s. d.) genannten Schallwurzel. rösten1 Vb. ‘auf dem Rost, in der Pfanne braten, durch Erhitzen bräunen’, ahd. rōsten (9. Jh.), mhd. rœsten, mnd. rōsten, mnl. nl. roosten; vom Substantiv abgeleitet. Roastbeef n. ‘Rindslende, Rinderbraten auf englische Art’, d. h. nicht ganz durchgebraten (18. Jh.), engl. roast beef, zu roast, Part. Prät. von engl. to roast ‘rösten, braten’, aus gleichbed. afrz. rostir (frz. rôtir), das seinerseits aus dem Germ. (ahd. rōsten, s. oben, bzw. westgerm. *raustjan) entlehnt ist. Zu engl. beef s. ↗Steak.

rösten2 Vb. ‘mürbe werden lassen, (Holzteile durch Wässern) faulen lassen’ (von Hanf, Flachs), mhd. rœzen ‘welk, bleich, faul werden, faulen machen’, mnd. röten, nhd. rössen und (unter Einfluß von ↗rösten mit t-Einschub) rösten gehen zurück auf germ. *rautjan, ein Faktitivum zu einem starken Verb germ. *reutan, erhalten in anord. rotinn ‘verfault’ (zu *rjōta). S. auch ↗verrotten. Nahe stehen ahd. rōzēn, rozzēn, mhd. rœzen, rōzen, rozzen, asächs. roton, aengl. rotian ‘faulen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausglühen · ↗brennen · ↗glimmen · ↗glühen · rösten · ↗schmoren  ●  ↗kokeln  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bohne Eichel Glut Grill Kaffeebohne Kakaobohne Kastanie Knoblauch Mandel Pfanne Pinienkern Schneeball Spieß Toast Walnuß Zwiebel anrösten bestreuen braten brühen goldbraun goldgelb hacken hellbraun mahlen mitrösten salzen schmoren trocknen zerkleinern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rösten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kauft ihn, wenn man die Kunst des Röstens beherrscht, am besten grün, sonst fertig geröstet.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 229
Er röstete kleine Mädchen und bestreute sie mit gestoßenem jungem Mann?
Tucholsky, Kurt: Fahrt ins Glück. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928], S. 21114
Von der kann man sich in allen Graden rösten lassen.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 03.04.1928
Rohen Kaffee röstet man in einer geschlossenen Trommel auf milder Flamme unter stetem Rühren oder Drehen.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 256
Schalen zu Tee trocknen, kleinschneiden und nach Wunsch kurz rösten.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 253
Zitationshilfe
„rösten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rösten>, abgerufen am 26.03.2019.

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