röten

GrammatikVerb · rötete, hat gerötet
Aussprache
Worttrennungrö-ten
Wortbildung mit ›röten‹ als Erstglied: ↗Rötung  ·  mit ›röten‹ als Letztglied: ↗weingerötet
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. rot färben
Beispiele:
die Flammen röteten die Gesichter der Umstehenden
Die untergehende Sonne rötete Möbel und Wände des Zimmers [J. RothRadetzkymarsch186]
oft im Part. Prät.
Beispiele:
seine Hände waren vom Blut des geschlachteten Tieres gerötet
ihre Gesichter waren vom strengen Frost, scharfen Wind gerötet
ihre Lider waren von Übernächtigkeit gerötet
eine vom Frost, reichlichen Alkoholgenuss gerötete Nase
vor Aufregung, Freude, Scham, Zorn gerötete Wangen
stark gerötete, entzündete Augen
sich röten
Beispiele:
im Herbst rötet sich das Laub der Bäume
die Johannisbeeren, Vogelbeeren röten sich (= werden reif)
vor Sonnenuntergang begann der Himmel sich zu röten
er, sein Gesicht rötete sich (= errötete) vor Scham und Zorn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rot · Röte · Rötel · Röteln · röten · erröten · rötlich · Rotauge · Rotkehlchen · Rotwild
rot Adj. Die Farbbezeichnung ahd. rōt (8. Jh.), mhd. rōt, auch ‘falsch, listig’, asächs. rōd, mnd. rōt, mnl. root, nl. rood, afries. rād, aengl. rēad, engl. red, anord. rauðr, schwed. röd, got. rauþs (germ. *rauda-), daneben (ablautend) aengl. rēod ‘rötlich’ (germ. *reuda-) führt wie ↗Rost (s. d.) mit aind. rudhiráḥ ‘rot, blutig’, rúdhiram ‘Blut’, griech. erythrós (ἐρυθρός) ‘rot’, lat. ruber ‘rot’ (s. ↗Rubin, ↗Rubrik), air. rūad ‘rot’, lit. raũdas ‘rotbraun, fuchsrot, rötlich’, aslaw. ruda ‘Erz, Bergwerk’, aruss. rudъ, russ. (landschaftlich) rudój (рудой), rúdyj (рудый) ‘blutrot’ auf eine Wurzel ie. *reudh-, *roudh-, *rudh- ‘rot’. Es handelt sich wohl um die älteste und zugleich in den ie. Sprachen am weitesten verbreitete Farbbezeichnung. Röte f. ‘das Rotsein, rote Färbung’, ahd. rōtī (um 1000), mhd. rœte. Rötel m. Mischung von Ton, Kreide und Eisenoxid, Rötelstein, roter Farbstoff, rœtel(stein) (14. Jh.). Röteln Plur. Kinderkrankheit, bei der sich rote Flecken auf der Haut bilden (2. Hälfte 16. Jh.), älter Rötel Plur. (Mitte 16. Jh.). röten Vb. ahd. rōtēn ‘rot werden, rötlich schimmern’ (8. Jh.), rōten ‘rot machen’ (9. Jh.), mhd. rōten ‘rot sein oder werden’, rœten ‘rot machen’, reflexiv ‘erröten, sich schämen’. erröten Vb. ‘rot werden’, ahd. irrōtēn (10. Jh.), mhd. errōten (auch ‘rot machen’). rötlich Adj. ‘ins Rote spielend, leicht rot’ (15. Jh.), vgl. mhd. rœteleht und rœtec. Rotauge n. ‘Plötze’, ahd. rōtouga (Hs. 13. Jh.), spätmhd. rōtouge, benannt nach einem roten Ring um die Augen. Rotkehlchen n. kleiner Singvogel mit rotgefiederter Kehle und Brust (Anfang 16. Jh.); vgl. ahd. rōtila, rōtilo (Hs. 12. Jh.), frühnhd. rötel (15. Jh.). Rotwild n. Sammelbezeichnung für Edelhirsche (mit im Sommer rötlichbraunem Fell), mhd. rōtwilt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstrengung Aufregung Auge Augenlid Backe Blut Eifer Gesicht Haut Himmel Hitze Kälte Lid Lippe Nase Ohr Rücken Schleimhaut Sonne Stirn Wange Wein Weinen Zorn anschwellen beten jucken langsam reizen schwellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›röten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zuerst rötet sich die Haut, dann juckt es unerträglich, schließlich lösen sich Schuppen ab.
Süddeutsche Zeitung, 08.01.2004
Ihre Augen sind gerötet, vielleicht hat sie vorhin geweint, jetzt ist sie euphorisch.
Die Zeit, 15.10.1982, Nr. 42
Ihre nackten Arme und der entblößte Nacken begannen sich in der frischen Luft zu röten.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 117
Der harte Stoff rötete meine Haut, weckte eine kribbelnde Hitze.
Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 202
Als er die Veränderung auf der Baustelle gewahr wurde, röteten sich seine vorstehenden Bäckchen noch heftiger.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 88
Zitationshilfe
„röten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/röten>, abgerufen am 17.10.2019.

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