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rühmlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung rühm-lich
eWDG

Bedeutung

rühmenswert, löblich
Beispiele:
ein rühmliches Vorhaben, Streben
eine rühmliche Tat
viele Gewässer sind stark verschmutzt, dieser See bildet eine rühmliche Ausnahme
sie führten das Werk zu einem rühmlichen Ende
ein rühmlich bekanntes Fabrikat
sich rühmlich auszeichnen
spöttischeine rühmliche Rolle bei etw. spielen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruhm · rühmen · berühmt · Berühmtheit · rühmlich · ruhmlos · ruhmredig · ruhmvoll
Ruhm m. ‘hohes Ansehen’. Das im Dt. und Nl. begegnende Substantiv ahd. (h)ruom (8. Jh.), mhd. ruom, ruon, (md.) rūm ‘Lob, Ehre, Prahlerei’, asächs. hrōm, mnd. rōm, mnl. nl. roem ‘Ruhm, Ehre’ (germ. *hrōma-) stellt sich mit (anders abgeleitetem) asächs. hrōð ‘Ruhm’, aengl. hrōþor ‘Trost, Freude, Nutzen’, got. hrōþeigs ‘ruhm-, siegreich’ (germ. *hrōþa-), ahd. (h)ruod- in Personennamen (vgl. Rüdiger, Rudolf) zu der unter rufen (s. d.) angeführten Schallwurzel ie. *kar(ə)- ‘laut preisen, rühmen’. Auszugehen ist wohl von einer Bedeutung ‘Freudengeschrei’, die sich einerseits über ‘kriegerisches Selbstlob’ zu ‘Prahlerei’, andererseits über ‘Preis, Lob anderer’ zu ‘Ansehen, Ehre’ entwickelt. – rühmen Vb. ‘jmds. Ruhm verkünden, jmdn. lobend hervorheben’, ahd. (h)ruomen ‘(sich) rühmen, prahlen’ (8. Jh.), mhd. rüemen, ruomen, (md.) rūmen, auch ‘froh sein, jubeln’, asächs. hrōmian ‘sich rühmen’, mnd. rōmen ‘rühmen, prahlen’, mnl. nl. roemen ‘rühmen, loben, preisen’, aengl. hrīeman, hrȳman, hrēman ‘rufen, schreien, prahlen’. berühmt Adj. ‘weithin bekannt, überall hoch angesehen’, spätmhd. berüemet, eigentlich Part. Prät. von mhd. berüemen, ahd. bi(h)ruomen ‘sich rühmen’ (um 1000); Berühmtheit f. ‘berühmte Persönlichkeit, anerkannter guter Ruf, Ruhm’ (1. Hälfte 16. Jh.). rühmlich Adj. ‘rühmens-, lobenswert, löblich’, ahd. (h)ruomlīh ‘überheblich’, mhd. rüem(e)lich ‘lobenswert, ruhmredig, prahlerisch’; vgl. ahd. (h)ruomlīhho Adv. ‘ruhmredig, prahlerisch’ (8. Jh.). ruhmlos Adj. ‘ohne Ruhm, Verdienst’ (17. Jh.). ruhmredig Adj. ‘prahlerisch’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter rhumrettig (Luther), rumretig (Sachs), zu mhd. ruomreiticheit ‘Prahlerei’, ruomereiten, (md.) ruomerēden ‘sich rühmen’, eigentlich ‘sich Ruhm bereiten’ (zum Grundwort s. bereit), dann volksetymologisch an reden angeschlossen. ruhmvoll Adj. mhd. (md.) rūmvol.

Typische Verbindungen zu ›rühmlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rühmlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›rühmlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Reich nahm in diesen Dingen eine wenig rühmliche Stellung ein. [Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 3565]
Es ist daher für uns sehr rühmlich, von diesen Herren abgelehnt zu werden. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1939]]
Natürlich ist es rühmlich, ein dickes wissenschaftliches Werk zu verfassen. [Süddeutsche Zeitung, 23.10.2004]
Das ist zwar nicht sonderlich rühmlich, aber möglicherweise doch effizient «, vermerkt zynisch ein französischen Diplomat. [Die Zeit, 27.06.1986, Nr. 27]
Wie rühmlich es für einen Politiker ist, die Treue zu halten und redlich, ohne Falsch, zu leben, sieht jeder ein. [Die Welt, 22.09.2005]
Zitationshilfe
„rühmlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/r%C3%BChmlich>.

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