rührig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungrüh-rig
Wortzerlegungrühren-ig
Wortbildung mit ›rührig‹ als Erstglied: ↗Rührigkeit  ·  mit ›rührig‹ als Letztglied: ↗ehrenrührig
eWDG, 1974

Bedeutung

eifrig tätig, betriebsam
Beispiele:
ein rühriger Handwerker, Verlag, Wirt, ein rühriges Institut, ein rühriger Verein
eine rührige Hausgemeinschaft, Stadt
sie sind immer sehr rührig
Wie hatten da seit Jahrhunderten rührige Hände gebaut und gefügt [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,365]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rühren · anrühren · berühren · rührend · gerührt · Rührung · umrühren · rührig · rührselig
rühren Vb. ‘eine flüssige Masse kreisend bewegen und die Bestandteile vermischen, ein Körperglied, sich ein wenig bewegen, etw. vorsichtig (durch Bewegung der Körper-, Fingerglieder) anfassen, nach etw. greifen, innerlich bewegen, weich stimmen, seine Ursache haben’, ahd. (h)ruoren ‘bewegen, (an-, be)rühren, spielen, schütteln, erreichen’ (8. Jh.), mhd. rüeren, ruoren, (md.) rūren, rōren, asächs. hrōrian, mnd. rōren, rūren, mnl. nl. roeren, afries. hrēra, aengl. hrēran, anord. hrœra ‘rühren, bewegen’ (germ. *hrōzijan) und die unter ↗Ruhr (s. d.) genannten Formen führen mit aind. śrīṇā́ti ‘mengt, mischt’, auch ‘kocht’, awest. sar- ‘(sich) vereinigen mit, (sich) anschließen an, es halten mit’, sar- f. ‘Vereinigung, Verbindung, Genossenschaft, Gemeinschaft mit’, griech. kerannýnai (κεραννύναι) ‘mischen’ auf eine Wurzel ie. *k̑erə-, *k̑rā- ‘mischen, durcheinanderrühren’, zum Teil auch ‘kochen’. anrühren Vb. ‘(mit der Hand) leicht anfassen, verrühren, mischen, innerlich ergreifen’, mhd. anerüeren ‘in Bewegung setzen, berühren, angreifen, betreffen’. berühren Vb. ‘(mit der Hand) leicht anfassen, streifen, kurz erwähnen, beeindrucken, bewegen’, ahd. bi(h)ruoren ‘anfassen, antreiben, bewegen’ (9. Jh.), mhd. berüeren, beruoren, (md.) berūren. rührend Part.adj. ‘innerlich bewegend, Gefühlserregungen verursachend, zu Herzen gehend’ (18. Jh.). gerührt Part.adj. ‘innerlich bewegt’ (18. Jh.). Rührung f. ‘innerliche Bewegtheit, Ergriffenheit’ (18. Jh.); vgl. mhd. rüerunge ‘Berührung’, (md.) rūrunge ‘Bewegung’. umrühren Vb. ‘durch Rühren vermischen, quirlen’ (16. Jh.). rührig Adj. ‘eifrig tätig, betriebsam’ (18. Jh.), frühnhd. rüeric ‘beweglich, nicht fest’ (15. Jh.); vgl. mhd. gerüeric ‘rührig, munter’, ahd. gi(h)ruorīg ‘in Blüte stehend’ (10. Jh.), ungi(h)ruorīg ‘unbeweglich’ (9. Jh.). rührselig Adj. ‘zu Rührung neigend, übertrieben gefühlvoll’ (Ende 19. Jh.), gebildet nach redselig (s. ↗Rede).

Thesaurus

Synonymgruppe
aktiv · in Bewegung · ↗lebendig · ↗lebenskräftig · ↗lebhaft · ↗munter · ↗quicklebendig · ↗quirlig · ↗rege · sanguin · ↗springlebendig · ↗tätig · ↗umtriebig · ↗vital  ●  ↗kregel  regional · ↗wach  fig. · nicht kaputt zu kriegen  ugs. · ↗putzmunter  ugs. · ↗quietschlebendig  ugs. · rührig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aktiv · ↗betriebsam · ↗emsig · ↗engagiert · ↗geschäftig · ↗rege · rührig · ↗umtriebig · unter Dampf stehend  ●  ↗schaffig  regional · unter Strom stehend  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bürgerinitiative Chefdirigent Chefin Direktor Förderverein Geschäftsmann Goethe-Institut Heimatverein Herausgeber Initiator Lobby Lobbyist Macher Organisator Pfarrer Pressesprecher Propagandist Schwabe Stuttgarter Unternehmer Veranstalter Verein Verlag Verleger Werber besonders minder tüchtig äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rührig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein rühriger Sponsor hatte gleich abends versprochen, sich der tückischen Technik anzunehmen.
Der Tagesspiegel, 02.10.2003
Vielleicht empörte ihn vor allem der rührige Islam am Ort.
Der Spiegel, 13.06.1988
Wenigstens ist seit vielen Jahren von der früher sehr rührigen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft nichts mehr zu hören.
Friedländer, Hugo: Der Königliche Hof- und Domprediger Adolf Stöcker in dem Beleidigungsprozeß wider den Redakteur Heinrich Bäcker als Zeuge. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 7857
Sie sind von den besten, rührigsten und tüchtigsten Firmen beschäftigt worden.
Kropeit, Richard: Die Reklame-Schule, Berlin-Schöneberg: Kropeit 1907 [1906], S. 465
Auch in Deutschland war man jetzt rühriger in der Vertretung des Fastengedankens.
Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 19
Zitationshilfe
„rührig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rührig>, abgerufen am 18.08.2019.

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