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rümpfen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung rümp-fen
Wortbildung  mit ›rümpfen‹ als Binnenglied: naserümpfend
eWDG

Bedeutung

eine Partie des Gesichts zum Zeichen der Missbilligung in Falten legen, kraus ziehen
Beispiele:
den Mund, die Lippen rümpfen
die Nase (über jmdn., etw.) rümpfen (= sich über jmdn., etw. erhaben fühlen, verächtlich auf jmdn., etw. herabblicken)
Sabeth rümpfte ihre Brauen [ FrischHomo faber91]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rümpfen Vb. ‘eine Partie des Gesichts mißbilligend in Falten legen, kraus ziehen’, besonders in der Wendung die Nase (über jmdn.) rümpfen ‘sich über jmdn. erhaben fühlen, verächtlich auf jmdn. herabblicken’ (15. Jh.), spätmhd. rümphen ‘kraus, runzlig machen oder werden, in Falten legen’. Das schwache Verb steht im Ablaut zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (h)rimphan (9. Jh.), mhd. rimphen ‘in Falten zusammenziehen, krümmen, runzeln, einschrumpfen, verdorren’, mnd. mnl. rimpen (wozu die Weiterbildung mnl. nl. rimpelen ‘runzeln’), aengl. *(h)rimpan (in gerumpen), westgerm. *(h)rempan ‘schrumpfen, verschrumpeln’ und den Substantiven mnd. mnl. rimpe, rimpel, nl. rimpel, engl. rumple, (mundartlich) rimple ‘Runzel, Falte’. Außergerm. vergleichen sich griech. krámbos (κράμβος) ‘eingeschrumpft, trocken, dürr, nüchtern’, krámbē (κράμβη) ‘Kohl’, (unsicher) lit. kremblỹs ‘Pfifferling’ (weil ‘runzlig, faltig’), kslaw. krǫpъ ‘klein, gering’, poln. krępy ‘untersetzt, klein und stämmig, kurz und dick’. Sie gehören insgesamt zu ie. *(s)kremb(h)-, der nasalierten Nebenform von ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- ‘drehen, krümmen, sich zusammenkrümmen, schrumpfen’, einer Erweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ und ‘einschrumpfen, runzeln’ (dazu auch Harfe, schräg, schrumpfen, s. d.). Vgl. Schüwer in: Jb. d. Vereins f. nd. Sprachforsch. 104 (1981/82) 82 ff., der als Verwandte auch die unter Rahmen und Rumpf (s. d.) angegebenen Formen hier anschließen will.

Typische Verbindungen zu ›rümpfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rümpfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›rümpfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst die gestrengen Ökonomen würden darüber wohl kaum die Nase rümpfen. [Die Zeit, 09.01.1998, Nr. 3]
Es ist müßig, über diese Dinge die Nase zu rümpfen. [Die Zeit, 10.06.2013, Nr. 24]
Nun, der kontrollierende Beamte spürt ihn dennoch, und rümpft verstohlen die Nase. [Die Zeit, 08.04.1977, Nr. 15]
Er zersetzt eben nicht, sondern er rümpft nur die Nase. [Die Zeit, 25.12.1964, Nr. 52]
Wenn wir über alleinerziehende Frauen reden, rümpft keiner die Nase. [Süddeutsche Zeitung, 04.04.2002]
Zitationshilfe
„rümpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/r%C3%BCmpfen>.

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