rümpfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrümp-fen (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

eine Partie des Gesichts zum Zeichen der Missbilligung in Falten legen, kraus ziehen
Beispiele:
den Mund, die Lippen rümpfen
die Nase (über jmdn., etw.) rümpfen (= sich über jmdn., etw. erhaben fühlen, verächtlich auf jmdn., etw. herabblicken)
Sabeth rümpfte ihre Brauen [FrischHomo faber91]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rümpfen Vb. ‘eine Partie des Gesichts mißbilligend in Falten legen, kraus ziehen’, besonders in der Wendung die Nase (über jmdn.) rümpfen ‘sich über jmdn. erhaben fühlen, verächtlich auf jmdn. herabblicken’ (15. Jh.), spätmhd. rümphen ‘kraus, runzlig machen oder werden, in Falten legen’. Das schwache Verb steht im Ablaut zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (h)rimphan (9. Jh.), mhd. rimphen ‘in Falten zusammenziehen, krümmen, runzeln, einschrumpfen, verdorren’, mnd. mnl. rimpen (wozu die Weiterbildung mnl. nl. rimpelen ‘runzeln’), aengl. *(h)rimpan (in gerumpen), westgerm. *(h)rempan ‘schrumpfen, verschrumpeln’ und den Substantiven mnd. mnl. rimpe, rimpel, nl. rimpel, engl. rumple, (mundartlich) rimple ‘Runzel, Falte’. Außergerm. vergleichen sich griech. krámbos (κράμβος) ‘eingeschrumpft, trocken, dürr, nüchtern’, krámbē (κράμβη) ‘Kohl’, (unsicher) lit. kremblỹs ‘Pfifferling’ (weil ‘runzlig, faltig’), kslaw. krǫpъ ‘klein, gering’, poln. krępy ‘untersetzt, klein und stämmig, kurz und dick’. Sie gehören insgesamt zu ie. *(s)kremb(h)-, der nasalierten Nebenform von ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- ‘drehen, krümmen, sich zusammenkrümmen, schrumpfen’, einer Erweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ und ‘einschrumpfen, runzeln’ (dazu auch ↗Harfe, ↗schräg, ↗schrumpfen, s. d.). Vgl. Schüwer in: Jb. d. Vereins f. nd. Sprachforsch. 104 (1981/82) 82 ff., der als Verwandte auch die unter ↗Rahmen und ↗Rumpf (s. d.) angegebenen Formen hier anschließen will.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Franzose Gast Geruch Intellektuelle Kenner Kollege Kreis Kritiker Leut Leutchen Nase Parteifreund Purist Weinkenner da damals darüber dennoch eher freilich gern gerne gleich heute natürlich schütteln sonst verächtlich zwar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rümpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch der hochgeistige Herr Kardinal rümpfte ganz offiziell die Nase.
Der Tagesspiegel, 26.09.2000
Selbst die gestrengen Ökonomen würden darüber wohl kaum die Nase rümpfen.
Die Zeit, 09.01.1998, Nr. 3
Über Christen rümpfte man damals genauso die Nase wie über die Kyniker.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 313
Der »zivilisierte« Europäer hatte damals kaum mehr das Recht, über andere Völker die Nase zu rümpfen.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3042
Ich brachte ihnen mit den durchdringenden Geruch des Tabaks; da rümpften sie die Nasen.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8853
Zitationshilfe
„rümpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rümpfen>, abgerufen am 13.11.2019.

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