rütteln

GrammatikVerb
Worttrennungrüt-teln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›rütteln‹ als Erstglied: ↗Rüttelbeton · ↗Rüttelei · ↗Rüttelplatte
 ·  mit ›rütteln‹ als Letztglied: ↗aufrütteln · ↗durchrütteln · ↗wachrütteln · ↗zusammenrütteln
 ·  mit ›rütteln‹ als Grundform: ↗gerüttelt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. in schnellen Rucken (hin und her) bewegen
Beispiele:
der Wind rüttelt die Bäume, an den Fensterläden
er rüttelte sie aus dem Schlaf
sie hat ihn an der Schulter, am Arm gerüttelt
etw. rütteltetw. bewegt sich in schnellen Rucken hin und her
Beispiel:
der Wagen rüttelte auf dem holprigen Pflaster
an etw. rüttelngewaltsam zerrend oder stoßend auf etw. einwirken, um zu öffnen
Beispiel:
an der Türklinke, am Gartentor, an den Gitterstäben rütteln
übertragen etw. erschüttern, bedrohen
Beispiele:
daran ist nicht zu rütteln, lässt sich nicht rütteln (= das steht unumstößlich fest, darf nicht geändert werden)
Netzig war eine Hochburg des Freisinns, der Umsturz rüttelte an den Grundlagen [H. MannUntertan4,358]
2.
Zoologie, Jägersprache ein Raubvogel rütteltein Raubvogel hält sich durch kurze Flügelschläge an einer Stelle in der Luft
Beispiel:
Er [ein Bussard] rüttelt über der Beute [SeegerHabicht79]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rütteln Vb. ‘in schnellen Rucken (hin und her) bewegen, heftig schütteln, erschüttert werden, ruckartig fahren’, vom Vogelflug ‘mit schnellen Flügelschlägen in der Luft flattern, ohne sich vorwärtszubewegen’, mhd. rütteln, rüt(e)len ‘in Erschütterung setzen, schütteln’, intensiv-iterativ gebildet zu gleichbed. mhd. rütten, (md.) rutten (erhalten in ↗zerrütten, s. d.). Herkunft ungewiß. Geht man von einer Grundbedeutung ‘lockern, durch Schütteln losreißen’ aus, so ist Anschluß an ↗roden (s. d.) und die dort genannte Wurzel möglich. Wenig wahrscheinlich ist eine Verbindung mit der unter ↗Ried (s. d.) genannten Wortgruppe.

Thesaurus

Synonymgruppe
rütteln · ↗schütteln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atomausstieg Besitzstand Fensterladen Fundament Gitter Gitterstab Grundfest Grundfeste Grundpfeiler Grundprinzip Klinke Pfeiler Schlaf Selbstverständnis Stabilitätspakt Status quo Tabu Tarifautonomie Thron Wind Zaun aufrütteln daran dran durcheinander durchrütteln schütteln wach wachrütteln zerren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rütteln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dafür rütteln jetzt fast alle der tausend Freien zusammen daran.
Der Tagesspiegel, 19.12.2003
An diesem Wort ist nicht zu rütteln, das gilt unwiderruflich.
Süddeutsche Zeitung, 19.10.1994
An deren längst blattlosen Zweigen rüttelte immer noch eigensinnig der Wind.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 165
Zuerst war es auch unmöglich, in irgendeiner Weise daran zu rütteln.
Brief von Ernst G. an Herrn R. vom 18.06.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich rüttelte noch einmal, aber nur wenig, um nicht laut zu werden, und es lag auch dieses Mal fest.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 95
Zitationshilfe
„rütteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rütteln>, abgerufen am 19.01.2019.

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