rabenschwarz

GrammatikAdjektiv
Worttrennungra-ben-schwarz (computergeneriert)
WortzerlegungRabeschwarz
Wortbildung mit ›rabenschwarz‹ als Letztglied: ↗pechrabenschwarz
eWDG, 1974

Bedeutung

tiefschwarz
Beispiele:
rabenschwarzes Haar
rabenschwarze Augen
ein rabenschwarzes Pferd
eine rabenschwarze Nacht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rabe · Rabenaas · Rabenmutter · Rabenvater · rabenschwarz
Rabe m. Der Name des großen, kräftigen Vogels mit schwarzem Gefieder und starkem Schnabel ist wie viele andere Vogelnamen lautnachahmenden Ursprungs. Ahd. (h)raban (9. Jh.), asächs. -hraƀan, mhd. raben, mnd. mnl. rāven, nl. raaf, aengl. hræfn, engl. raven, anord. hrafn, dän. ravn führen auf germ. *hraƀna-. Durch Assimilation von ƀn zu mn zu m(m) entstehen die Nebenformen aengl. hræmn, norw. (mundartlich) ramn, ahd. (h)ram (8. Jh.), aengl. hrǣm, vgl. auch asächs. nahthram. Auf einer Variante germ. *hraƀan- beruhen dagegen ahd. (h)rabo (um 1100), mhd. rabe, mnd. rāve. Konsonantendoppelung zeigt ahd. (h)rappo ‘Rabe’ (Hs. 12. Jh.), s. ↗Rappe, ↗Rappen. Mit dem Vogelnamen vergleichen sich außergerm. aind. kṛ́patē ‘jammert, fleht, ersehnt’, lat. crepāre ‘kurz abgebrochene Laute von sich geben, bersten, platzen, klappern, knarren’, russ. (älter) krop(o)tát’ (кроп(о)тать) ‘brummen, mürrisch sein’. Zugrunde liegt eine Labialerweiterung der Schallwurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- (auch mit anlautendem s- wie in der unter ↗schreien, s. d., behandelten Wurzelerweiterung) zur Bezeichnung heiserer, rauher Töne und der Tiere, die sie hervorbringen, so daß Rabe als ‘Krächzer’ zu verstehen ist. Zu dieser Wurzel gehören auch griech. kórax (κόραξ), lat. corvus ‘Rabe’, cornīx ‘Krähe’, schließlich auch die unter ↗Harke, ↗Rachen, ↗schreien, ↗Reiher (s. d.) behandelten Wörter. Die stark flektierte Form ahd. (h)raban, mhd. raben wird bereits in mhd. Zeit zugunsten der schwachen Form rabe aufgegeben. Rabenaas n. ‘schlechte, gemeine Person’, Schimpfwort seit dem 17. Jh. Rabenmutter f. Rabenvater m. in abschätzigem Sinne Bezeichnung für einen hartherzigen Elternteil (Mitte 16. Jh.), nach der früher verbreiteten irrigen Ansicht, daß der Rabe, wenn er seine Jungen nicht mehr füttern will, diese aus dem Nest stoße. rabenschwarz Adj. ‘tiefschwarz’, mhd. rabenswarz.

Thesaurus

Synonymgruppe
nachtschwarz · ↗tiefschwarz  ●  kohlenschwarz  ugs. · ↗kohlrabenschwarz  ugs. · ↗pechrabenschwarz  ugs. · ↗pechschwarz  ugs. · rabenschwarz  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abend Finsternis Gewissen Groteske Haar Humor Komödie Nachmittag Nacht Pessimismus Prognose Serie Stimmung Tag Tragödie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rabenschwarz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zerknirscht bekannte er, das sei "ein rabenschwarzer Tag" für ihn gewesen.
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2003
Es ist elf Uhr abends in einer wahrlich rabenschwarzen Nacht.
Die Zeit, 20.05.1998, Nr. 22
Ich lese jetzt gerade ein paar rabenschwarze Bücher, es handelt sich um Pflichtlektüre.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 2
Ihre Mitgift muß hauptsächlich aus rabenschwarzen Haaren, zwetschgenkernförmigen Augen und einer nicht so weißen Haut bestanden haben.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 305
Im Gegenteil, manche glänzen wie Gold oder Silber, sie sind grasgrün, schneeweiß oder rabenschwarz.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 137
Zitationshilfe
„rabenschwarz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rabenschwarz>, abgerufen am 19.09.2019.

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