rackern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungra-ckern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›rackern‹ als Erstglied: ↗Rackerei  ·  mit ›rackern‹ als Letztglied: ↗abrackern · ↗totrackern
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich, salopp, abwertend schwer arbeiten, sich plagen, mühen, abrackern
Beispiele:
den ganzen Tag schwer rackern
sie haben von früh bis spät gerackert und geschuftet
er muss viel rackern für seine Kinder
das Leben seiner Mutter, die sich zu Tode rackerte [KischRasender Reporter247]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Racker · rackern · abrackern
Racker m. ‘Kind, das gern Schabernack treibt, lustige Streiche, kleine Dummheiten macht, Schlingel’. Mnd. racker, racher ‘der den Unflat Fortschaffende, Abtrittsfeger, Abdecker, Schinder, Totengräber’ (vgl. mnd. racke, rache ‘Kot, Dreck, Unflat’), nd. Racker ‘Schinder, Henkersknecht’ gehört zu mnd. racken, rachen ‘den Unflat zusammenfegen, fortschaffen’, einer Intensivbildung zu mnd. rāken ‘zusammenscharren, umwühlen, graben’ (zur Etymologie s. ↗Rechen). Schon im Mnd. wird das Substantiv als Schimpfwort in verschiedenen Abstufungen für Menschen und Tiere verwendet (vgl. auch nl. rakker ‘Henkersknecht’, dann ‘Taugenichts, Range’), dringt in die md. und obd. Mundarten ein und geht in der 2. Hälfte des 18. Jhs. in die Literatursprache über. Fortan wird es in abgeschwächter Bedeutung Kindern zugerufen und schließlich allein auf diese beschränkt. rackern Vb. ‘schwer arbeiten, sich abmühen, plagen’, eigentlich ‘wie ein Racker (Abdecker) arbeiten’, in md. und obd. Mundarten zum Schimpfwort Racker gebildet und Anfang des 19. Jhs. in die Literatursprache eingegangen; zur gleichen Zeit begegnet verstärktes abrackern Vb. reflexiv.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · ↗werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · ↗(sich) abfretten  ugs., süddt. · ↗(sich) fretten  ugs. · ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · ↗hackeln  ugs., österr. · ↗keulen  ugs., ruhrdt., regional · ↗malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ↗ranklotzen  ugs. · ↗reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · ↗roboten  ugs. · ↗rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · ↗schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · ↗werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baustelle Kapitän Mannschaft Minute Mittelfeld Pause Rasen Spieler Stunde Stürmer Wahlkampf ab abrackern ackern bis dafür grätschen kämpfen mühen rackern redlich rennen schießen schuften schwitzen täglich unermüdlich viel vorbildlich wühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rackern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er rackert 24 Stunden - und das zwölf Monate im Jahr.
Die Welt, 23.09.2002
Nur wenn man Lust darauf hat zu führen und bereit ist, mehr als alle anderen zu rackern.
Die Zeit, 09.04.2001, Nr. 15
Dafür haben wir bis zu 18 Stunden am Tag gerackert.
Bild, 04.08.1997
Wie verbreitet ist gerade unter den Hausfrauen die Meinung, daß man es seinem guten Ruf schuldig sei, von früh bis spät zu rackern!
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 226
Aber die Armen rackern sich in Krankheit, Schmutz und Sorge und schauen gar nicht hinüber.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 215
Zitationshilfe
„rackern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rackern>, abgerufen am 25.04.2019.

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