Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

radeln

Grammatik Verb · radelt, radelte, ist/hat geradelt
Aussprache 
Worttrennung ra-deln
Wortbildung  mit ›radeln‹ als Erstglied: Radler1  ·  mit ›radeln‹ als Letztglied: anradeln · ausradeln · davonradeln · durchradeln1 · durchradeln2 · heimradeln · losradeln
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich Rad fahren
Beispiele:
auf Feldwegen, durch die Straßen radeln
er ist am Nachmittag in die Stadt geradelt
sie radelte eine Stunde auf ihrem Fahrrad zur Arbeit
»Ach … da hat er wohl zuviel geradelt [ RennKindheit32]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rad · radeln · Radler · rädern · radfahren · Radfahrer
Rad n. ‘kreisrundes Teil, das sich um seinen Mittelpunkt dreht (bei einem Fahrzeug die Fortbewegung ermöglichend)’. Das nur im Kontinentalwestgerm. begegnende Substantiv ahd. rad (8. Jh.), mhd. rat (Genitiv rades), asächs. rað, mnd. mnl. rat, nl. rad, afries. reth, rad (germ. *raþa-) ist im Engl. und Nord. früh ausgestorben; doch finden sich hier die vielleicht verwandten Bildungen aengl. rodor, rador ‘Äther, Himmel’, anord. rǫðull ‘Strahlenkranz, Sonne’. Außergerm. sind verwandt air. roth, kymr. rhod ‘Rad’, lat. rota ‘Rad’, rotula, rotulus ‘Rädchen’ (s. Rolle, rollen), rotāre ‘(sich) kreisförmig herumdrehen’ (s. rotieren), lit. rãtas ‘Rad, Kreis’ (Plur. rãtai ‘Wagen’), aind. ráthaḥ ‘Wagen, zweirädriger Streitwagen’, rathī́- ‘im Wagen fahrend, Wagenlenker’, awest. raθa- ‘Wagen’. Sie führen auf ie. *rot(h)- ‘Rad’ und damit auf die Wurzel ie. *ret(h)- ‘laufen, rollen’, vgl. air. rethim ‘laufe’. radeln Vb. ‘radfahren’ (2. Hälfte 19. Jh.) für älteres velozipedieren (s. Fahrrad) als Neubildung zu (Fahr)rad; wohl in Anlehnung an bair. radeln ‘im Kreis drehen’ und an das in der Wiener Umgangssprache gebräuchliche herumradeln ‘vergebliche, ärgerliche Fahrten machen’. Radler m. ‘Radfahrer’ (um 1900, zuerst ironisch für Velozipedist). rädern Vb. im Mittelalter ‘jmdn. durch das Rad hinrichten, aufs Rad flechten’, mhd. rederen; vgl. die Wendung wie gerädert sein ‘todmüde, völlig erschöpft sein, sich zerschlagen fühlen’. radfahren Vb. Radfahrer m. (beide 2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Sport
Synonymgruppe
Fahrrad fahren · Rad fahren · mit dem Rad unterwegs sein · radeln  ●  Velo fahren  schweiz. · pedalieren  scherzhaft · in die Pedale treten  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›radeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›radeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›radeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sodann radelte er mit eigener Kraft aufs offene Meer hinaus. [Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 170]
Immer schneller radelt die Zeit vorüber, je kürzer das Leben wird. [Brief von Wilhelm Busch an Marie Hesse vom 14.08.1903. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1903], S. 20529]
Vier Jahre lang bin ich wacker durch die Stadt geradelt, sommers wie winters. [Die Zeit, 18.11.1988, Nr. 47]
Am späten Nachmittag aber nach getaner Arbeit konnte man ihn in Richtung Wald radeln sehen. [Süddeutsche Zeitung, 04.11.2003]
Ich könnte dorthin radeln, was viele tun, bin aber zu bequem dazu. [Süddeutsche Zeitung, 26.09.2003]
Zitationshilfe
„radeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/radeln>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
radebrechen
radauen
rackern
rackeln
rachsüchtig
radförmig
radial
radieren
radikal
radikaldemokratisch