radial

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungra-di-al
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›radial‹ als Erstglied: ↗Radialgeschwindigkeit · ↗Radialsymmetrie
eWDG, 1974

Bedeutung

fachsprachlich strahlenförmig von einem Mittelpunkt ausgehend
Gegenwort zu axial
Beispiele:
radial angelegte Straßen
eine radial aufgeteilte Gartenfläche
eine Kraft, die in radialer Richtung nach außen wirkt [EinsteinRelativitätstheorie48]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Radius · Radiator · radial
Radius m. ‘halber Durchmesser (eines Kreises, einer Kugel), Halbmesser’, übernommen im 15. Jh. von lat. radius ‘Stab, Radspeiche, Zeichenstab, Strahl eines leuchtenden Gegenstandes, Halbmesser’, zunächst in der dem Lat. entsprechenden, heute nicht mehr üblichen Bedeutung ‘Stab, Speiche, Strahl’; bis ins 18. Jh. häufig in lat. flektierten Formen. Als Fachwort der Geometrie seit dem 17. Jh. gebräuchlich für älteres Semidiameter oder halber Diameter; daneben auch allgemein (meist pluralisch) ‘von einem (Mittel)punkt ausgehende Linie’ und übertragen (Mitte 18. Jh.) ‘Reichweite, Umkreis, Gesichtskreis, Horizont’ (vgl. Aktionsradius). Der schon bei den römischen Ärzten bezeugte medizinische Ausdruck lat. radius ‘auf der Daumenseite gelegener Unterarmknochen, Speiche’ wird im 19. Jh. aus der lat. medizinischen Wissenschaftssprache in die dt. Bildungssprache aufgenommen. Die Herkunft von lat. radius ist nicht geklärt. Vielleicht zu lat. rādīx ‘Wurzel’ (s. ↗Radieschen, ↗radikal, ↗Rettich), von einer Grundbedeutung ‘Schößling, Zweig’ ausgehend? Auf lat. radius gehen als gelehrte Neubildungen ↗Radio, ↗Radar, ↗Radium (s. d.) und Radiator m. ‘Wärmestrahler, Heizkörper’, Bildung (20. Jh.) zu lat. radiātus ‘strahlend’. radial Adj. ‘strahlenförmig, von einem Mittelpunkt ausgehend oder zu ihm hinführend, den Radius betreffend’ (um 1800), aus mlat. radialis.

Thesaurus

Synonymgruppe
radial · ↗sternförmig · ↗strahlenförmig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anordnung Farbverlauf Leitsystem Richtung angeordnet axial verlaufend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›radial‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Programm blendet Objekte ineinander über und füllt sie mit radialen, rechteckigen oder kegelförmigen Verläufen.
C't, 2001, Nr. 14
Auf dem Gas schwamm eine bewegliche Scheibe, die aus 24 radial angeordneten Fachwerkträgern gebaut war.
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2000
Bei der Bewegung des Teilchens werden offenbar die tangentialen und radialen Begrenzungen ihre Richtung ändern.
Eck, Bruno: Technische Strömungslehre, Berlin: Springer 1941, S. 21
Das Netz selbst besteht aus vier radialen Spinnfäden mit dazwischen gespannten Fangfäden.
Die Zeit, 24.03.2008 (online)
Radiale Grate gliedern die Fahne in 4 breite und 12 schmale Felder, 4 sind glattflächig.
o. A.: Lexikon der Kunst - V. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 33994
Zitationshilfe
„radial“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/radial>, abgerufen am 19.02.2019.

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