ragen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungra-gen
Wortbildung mit ›ragen‹ als Letztglied: ↗aufragen · ↗emporragen · ↗herausragen · ↗hervorragen · ↗hinausragen · ↗hineinragen · ↗hochragen · ↗vorragen · ↗weitragend · ↗überragen
eWDG, 1974

Bedeutung

sich besonders in vertikaler Richtung aufgrund der Länge, Höhe von der Umgebung abheben
Beispiele:
gehoben vor uns ragte ein schwarzer Wald
gehoben in der Ebene ragt ein einsamer Baum, Fels
gehoben weithin ragende Säulen, Türme
mit Präposition
in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
Felsklippen ragen aus dem Wasser
er ragte hoch, deutlich aus der Menge der Zuschauer
in Verbindung mit »bis«
Beispiel:
die Stange ragt bis an das Dach (= die Stange reicht bis an das Dach)
in Verbindung mit »in«
Beispiele:
Berggipfel, Türme, Häuser ragen in den Himmel, in die Wolken
die Bretter, Masten des Gerüsts ragen weit in die Luft
die Landzunge ragt weit in den See
Dort standen, weit in das Land ragend, zwei mächtige uralte Eichbäume [G. KellerGr. Heinrich4,851]
in Verbindung mit »über«
Beispiel:
Im Vorgarten ragte eine Blautanne hoch über das Dach [NollHolt2,126]
in Verbindung mit »zum«
Beispiel:
die Türme ragen stolz zum Himmel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ragen · aufragen · überragen
ragen Vb. ‘über Niedrigeres hervorstehen, sich deutlich an Höhe oder Länge abheben’, mhd. mnl. ragen; vgl. auch ahd. bi(h)raget ‘steil’ (8. Jh.) und aengl. oferhrǣgan ‘sich emportürmen’. Herkunft ungewiß. Vielleicht besteht Verwandtschaft mit mhd. rac ‘straff, gespannt, steif’ und ræhe ‘starr, steif’, außergerm. mit griech. króssai Plur. (κρόσσαι, aus *κροκι̯αι) ‘Kragbalken, hervorstehende Zinnen’, prókrossos (πρόκροσσοϛ) ‘stufenweise, staffelförmig aufgestellt’, air. crīch (aus *krēku̯ā) ‘Ende, Grenze, Furche’, lit. krãkė ‘Stock, Stab’, russ. (älter) krókva (кроква) ‘Stange, Knebel, Dachsparren’, tschech. krokev, poln. krokiew ‘Dachsparren’, so daß Anschluß an ie. *krē̌k-, *krok- ‘vorspringender Balken, Pflock’ möglich ist. ragen wird heute meist mit Richtungsbezeichnungen verbunden (in die Höhe ragen, empor-, hervorragen). Älter sind die präfigierten Bildungen aufragen Vb. ‘steil in die Höhe ragen’, mhd. ūfragen, und überragen Vb. ‘über etw., jmdn. herausstehen, größer sein’ (17. Jh.), übertragen ‘übertreffen, besser, stärker sein’, oft im Part. Präs. überragend ‘bedeutend, ausgezeichnet, außerordentlich’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufbauen · ↗(sich) auftürmen · ↗(sich) erheben · ↗aufragen · ↗aufsteigen · ↗aufstreben · ↗auftürmen · ↗emporragen · ↗hervorheben · ↗hervortreten · ↗hinausragen · ↗hochragen · ragen · ↗türmen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fels Himmel Höhe Kirchturm Kran Luft Mast Meer Meter Minarett Schornstein Stumpf Turm Wasser Wolkenkratzer aufragen empor emporragen heraus herausragen hereinragen hervor hervorragen hinaufragen hinausragen hinein hineinragen hochragen steil vorragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ragen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der vordere Teil des Gebäudes ragt 40 Meter über die Elbe.
Bild, 25.05.2005
In wenigen Jahren wird dieser Turm in schwindelnde Höhen ragen.
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2001
Ast in Ast ragen sie ineinander, das natürliche Dach vieler Straßen.
Die Welt, 07.10.1999
Es ragte wohl gut drei Meter über der kleinen Frau in die Höhe.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 78
Die auf ihrem Rücken verschnürten Lasten ragten hoch über ihre Köpfe.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 455
Zitationshilfe
„ragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ragen>, abgerufen am 13.10.2019.

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