rahmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrah-men
GrundformRahmen
Wortbildung mit ›rahmen‹ als Erstglied: ↗Rahmung  ·  mit ›rahmen‹ als Letztglied: ↗einrahmen · ↗umrahmen  ·  formal verwandt mit: ↗goldgerahmt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ein Bild rahmenein Bild mit einem Rahmen versehen
Beispiele:
ein Porträt, Foto rahmen
er hat sich [Dativ] diese Reproduktion, Zeichnung rahmen lassen
eine dunkel, hell gerahmte Radierung
das alte Gemälde ist in Gold gerahmt
2.
gehoben etw. rahmt etw.etw. umgibt etw.
Beispiele:
dunkles Haar rahmt ihr Gesicht
diese Straße wird von Bäumen, kleinen Häusern gerahmt
Er ... kam an einen halbrunden Platz, der von Säulenbauten gerahmt war [G. HartlaubGroßer Wagen58]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rahmen · rahmen · einrahmen · umrahmen
Rahmen m. ‘festgefügtes Gestell’, (vgl. Bilder-, Fenster-, Tür-, Webrahmen), ‘Gestell der Kraftwagen (Chassis) und Fahrräder’, übertragen ‘Umwelt, Umgrenzung, Umgebung, Hintergrund, Gesamtzusammenhang, in den einzelnes sich einfügt’, ahd. rama f. (um 1000), mhd. ram(e) f. ‘Stütze, Säule, Gestell, Web-, Stickrahmen’, mnd. mnl. rāme m., nl. raam n., Herkunft unsicher. Vielleicht verwandt mit ↗Rand (s. d.) und (als to-Ableitung?) ↗Ranft ‘Brotkanten’ (s. d.), ahd. ramft (9. Jh.), mhd. ranft, ramft ‘Einfassung, Rand’, sowie mit got. rimis ‘Ruhe’ und außergerm. mit aind. rámatē ‘beruhigt, läßt ruhen, steht still, rastet, weilt, ergötzt sich’, rambhá- ‘Stab, Stütze’, griech. ēréma (ἠρέμα) ‘leise, still, ruhig’, lit. rãmas ‘Ruhe’, rìmti ‘ruhig werden’, rem̃ti ‘stützen’, ram̃tis ‘Stütze’. Dann wäre Anschluß an die Wurzel ie. *rem(ə)- ‘ruhen, sich aufstützen, stützen’ möglich. Anders Schüwer in: Jb. d. Vereins f. nd. Sprachforsch. 104 (1981/82) 82 ff., der im Anschluß an Heinertz in: Moderna Språk 48 (1954) 229 ff. die im Ahd. und Mhd. auftretende Bedeutung ‘Stütze, Säule’ für sekundär hält und auf Grund von engl. (aus dem Afrz.) frame ‘Rahmen, Gestell, Gebälk’ (und wohl auch asächs. hrama ‘Gestell’) h-Anlaut für das Germ. annimmt, also germ. *hramō f. bzw. *hraman- m. ‘Lattengestell, Umzäunung, Flechtwerk’ voraussetzt (einem anfrk. *hrama folgt nach FEW 16, 235 f. als Entlehnung afrz. raime ‘Stange zum Aufhängen von Kleidung’, frz. rame ‘Gestell zum Spannen von Textilien’). Als Verwandte werden angeführt aengl. hremman ‘einengen, behindern’, anord. hremma ‘fassen, klemmen, drücken’, got. hramjan ‘kreuzigen’ (d. i. ‘an ein Gestell heften’), russ. (landschaftlich) krómy (кромы) Plur. ‘Webstuhl’, so daß von ie. *krem-, *krom- ‘Gestell aus Latten, hölzerne Umzäunung’ ausgegangen werden kann. Schüwer verbindet damit auch als Labialerweiterung ↗Rumpf (s. d.) und schließt den Komplex an die unter ↗rümpfen (s. d.) genannte Wurzel an. Im Deutschen lange Zeit mit unterschiedlichem Genus, vgl. ahd. rama f., mhd. ram(e) f. und als schwaches Mask. mhd. (md.) rame, mnd. rāme; danach nhd. die Rahm(e) und der Rahme, seit Adelung allgemein der Rahmen. rahmen Vb. ‘mit einem Rahmen versehen’ (um 1800); dazu einrahmen Vb. umrahmen Vb. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einfassen · rahmen · ↗umranden

Typische Verbindungen zu ›rahmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Architektur Ausblick Bart Baute Bild Eingang Fenster Fläche Flügel Fotografie Gebäude Gemälde Gesicht Glas Gold Haar Holz Landschaft Meer Palme Passepartout Szene Wand Zeichnung aufhängen ein einrahmen gleichsam hängen versehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rahmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›rahmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kosten für solch einen Check halten sich im Rahmen.
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001
Ein Schatten, gerahmt von dem schwachen Licht des offenen Fensters, tauchte auf.
Die Zeit, 26.03.1976, Nr. 14
Es hat nämlich keiner vor, sein kleines, kostbares, farbiges Dia zu rahmen, um es später wieder herauszureißen.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 241
Solange ich an diese Schule ging, hing die NBI-Titelseite gerahmt im Foyer.
Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 10
Die Schwester steht wie in die Tür gerahmt und zeigt mit der Hand auf die tote Mutter, zeigt und zeigt.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 67
Zitationshilfe
„rahmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rahmen#1>, abgerufen am 23.02.2020.

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rahmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrah-men
GrundformRahm
Wortbildung mit ›rahmen‹ als Letztglied: ↗abrahmen
eWDG, 1974

Bedeutung

Beispiel:
die Milch rahmen (= entrahmen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rahmen · rahmen · einrahmen · umrahmen
Rahmen m. ‘festgefügtes Gestell’, (vgl. Bilder-, Fenster-, Tür-, Webrahmen), ‘Gestell der Kraftwagen (Chassis) und Fahrräder’, übertragen ‘Umwelt, Umgrenzung, Umgebung, Hintergrund, Gesamtzusammenhang, in den einzelnes sich einfügt’, ahd. rama f. (um 1000), mhd. ram(e) f. ‘Stütze, Säule, Gestell, Web-, Stickrahmen’, mnd. mnl. rāme m., nl. raam n., Herkunft unsicher. Vielleicht verwandt mit ↗Rand (s. d.) und (als to-Ableitung?) ↗Ranft ‘Brotkanten’ (s. d.), ahd. ramft (9. Jh.), mhd. ranft, ramft ‘Einfassung, Rand’, sowie mit got. rimis ‘Ruhe’ und außergerm. mit aind. rámatē ‘beruhigt, läßt ruhen, steht still, rastet, weilt, ergötzt sich’, rambhá- ‘Stab, Stütze’, griech. ēréma (ἠρέμα) ‘leise, still, ruhig’, lit. rãmas ‘Ruhe’, rìmti ‘ruhig werden’, rem̃ti ‘stützen’, ram̃tis ‘Stütze’. Dann wäre Anschluß an die Wurzel ie. *rem(ə)- ‘ruhen, sich aufstützen, stützen’ möglich. Anders Schüwer in: Jb. d. Vereins f. nd. Sprachforsch. 104 (1981/82) 82 ff., der im Anschluß an Heinertz in: Moderna Språk 48 (1954) 229 ff. die im Ahd. und Mhd. auftretende Bedeutung ‘Stütze, Säule’ für sekundär hält und auf Grund von engl. (aus dem Afrz.) frame ‘Rahmen, Gestell, Gebälk’ (und wohl auch asächs. hrama ‘Gestell’) h-Anlaut für das Germ. annimmt, also germ. *hramō f. bzw. *hraman- m. ‘Lattengestell, Umzäunung, Flechtwerk’ voraussetzt (einem anfrk. *hrama folgt nach FEW 16, 235 f. als Entlehnung afrz. raime ‘Stange zum Aufhängen von Kleidung’, frz. rame ‘Gestell zum Spannen von Textilien’). Als Verwandte werden angeführt aengl. hremman ‘einengen, behindern’, anord. hremma ‘fassen, klemmen, drücken’, got. hramjan ‘kreuzigen’ (d. i. ‘an ein Gestell heften’), russ. (landschaftlich) krómy (кромы) Plur. ‘Webstuhl’, so daß von ie. *krem-, *krom- ‘Gestell aus Latten, hölzerne Umzäunung’ ausgegangen werden kann. Schüwer verbindet damit auch als Labialerweiterung ↗Rumpf (s. d.) und schließt den Komplex an die unter ↗rümpfen (s. d.) genannte Wurzel an. Im Deutschen lange Zeit mit unterschiedlichem Genus, vgl. ahd. rama f., mhd. ram(e) f. und als schwaches Mask. mhd. (md.) rame, mnd. rāme; danach nhd. die Rahm(e) und der Rahme, seit Adelung allgemein der Rahmen. rahmen Vb. ‘mit einem Rahmen versehen’ (um 1800); dazu einrahmen Vb. umrahmen Vb. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einfassen · rahmen · ↗umranden

Typische Verbindungen zu ›rahmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Architektur Ausblick Bart Baute Bild Eingang Fenster Fläche Flügel Fotografie Gebäude Gemälde Gesicht Glas Gold Haar Holz Landschaft Meer Palme Passepartout Szene Wand Zeichnung aufhängen ein einrahmen gleichsam hängen versehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rahmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›rahmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kosten für solch einen Check halten sich im Rahmen.
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001
Ein Schatten, gerahmt von dem schwachen Licht des offenen Fensters, tauchte auf.
Die Zeit, 26.03.1976, Nr. 14
Es hat nämlich keiner vor, sein kleines, kostbares, farbiges Dia zu rahmen, um es später wieder herauszureißen.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 241
Solange ich an diese Schule ging, hing die NBI-Titelseite gerahmt im Foyer.
Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 10
Die Schwester steht wie in die Tür gerahmt und zeigt mit der Hand auf die tote Mutter, zeigt und zeigt.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 67
Zitationshilfe
„rahmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rahmen#2>, abgerufen am 23.02.2020.

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