rammeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungram-meln
Wortbildung mit ›rammeln‹ als Erstglied: ↗Rammelplatz · ↗Rammelzeit · ↗rammelvoll
 ·  mit ›rammeln‹ als Letztglied: ↗vorrammeln · ↗zurammeln  ·  mit ›rammeln‹ als Grundform: ↗Rammelei · ↗gerammelt · ↗verrammeln
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
salopp an etw. rammelnan etw. heftig rütteln
Beispiel:
an der Tür, am Tor, Fenster rammeln
2.
salopp sich stoßen, drängen, balgen
3.
Jägersprache sich paaren, sich begatten, besonders von Hasen, Kaninchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rammeln · gerammelt · verrammeln · Rammler
rammeln Vb. ‘decken, sich paaren’ (besonders von Hasen, Kaninchen), ahd. rammalōn, remmilōn (11. Jh.), frühnhd. rammeln ‘bespringen, begatten’ (von Böcken), nl. rammelen, iterative Ableitung von dem unter ↗Ramme (s. d.) aufgeführten, im Nhd. untergegangenen Substantiv ahd. ram(mo), mhd. ram, rammel ‘Widder, Bock’, daher eigentlich ‘widdern, bocken’. In frühnhd. Zeit wird rammeln auch zu ‘(sich) balgen, raufen’ abgeschwächt. Dagegen geht die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘(ein)rammen’, auch ‘heftig rütteln, stoßen’, als Neubildung von ↗Ramme (s. d., auch Rammel) aus. Dazu gerammelt Part.adj. in gerammelt voll ‘voll bis obenhin, bis zum Rand’ (nach kräftigem Rütteln und Aufstoßen bei der Füllung eines Gefäßes, 19. Jh.), verallgemeinert ‘übervoll’. verrammeln Vb. ‘durch Hindernisse den Weg versperren’ (um 1800). Rammler m. ‘Schafbock, Männchen von Hase, Kaninchen’, spätmhd. rammeler, remler ‘Widder während der Brunstzeit’, nl. rammelaar ‘männliches Kaninchen’.

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
(seinen) ehelichen Pflichten nachkommen · ↗(sich) lieben · Geschlechtsverkehr haben · Verkehr haben · ↗verkehren  ●  (mit jemandem) intim werden  verhüllend · Sex haben  Hauptform · den Beischlaf vollführen  Amtsdeutsch · ↗erkennen  biblisch · es kommt zum Geschlechtsverkehr  Amtsdeutsch · mit jemandem schlafen  verhüllend · (den) Lachs buttern  derb · (ein) Rohr verlegen  derb · (eine) Nummer schieben  ugs. · (es) treiben (mit)  ugs. · ↗(jemanden) flachlegen  ugs. · ↗(jemanden) vernaschen  ugs. · Liebe machen  ugs. · Sex machen  ugs. · ↗begatten  fachspr. · ↗bimsen  derb · ↗bumsen  ugs. · einen wegstecken  ugs. · ↗ficken  vulg. · ↗knattern  ugs. · ↗kohabitieren  geh. · ↗koitieren  geh. · ↗kopulieren  fachspr. · ↗nageln  derb · ↗pimpern  derb · ↗poppen  ugs. · ↗pudern  ugs., österr. · rammeln  ugs. · schnackseln  ugs. · ↗vögeln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • nehmen, was übrig bleibt (für Sex)  ●  Reste ficken  vulg., abwertend
Assoziationen
  • Sex zu dritt  ●  ↗Dreier  ugs. · ↗Ménage-à-trois  geh., franz. · ↗Sandwich  ugs. · flotter Dreier  ugs.
  • Missionarstellung  ●  Sex (liegend) von vorne  ugs. · ventro-ventrale Kopulation (wiss.)  fachspr.
  • Akt · ↗Geschlechtsakt · ↗Sex · körperliche Liebe · sinnliche Liebe  ●  (die) schönste Nebensache der Welt  fig., verhüllend · GV  Abkürzung · ↗Geschlechtsverkehr  Hauptform · ↗Verrichtung  Amtsdeutsch, verhüllend · ↗Vollzug  verhüllend · (das) Bumsen  ugs. · ↗Begattung  fachspr. · ↗Beilager  geh., veraltet · ↗Beischlaf  geh. · ↗Beiwohnung  geh., veraltet · ↗Coitus  fachspr. · ↗Fick  vulg. · ↗Geficke  vulg. · ↗Gevögel  vulg. · ↗Kohabitation  fachspr. · ↗Koitus  fachspr. · ↗Kopulation  fachspr. · ↗Liebesakt  geh. · ↗Nummer  ugs. · ↗Schäferstündchen  ugs., verhüllend · ↗Verkehr  geh. · fleischliche Beiwohnung  geh., veraltet
  • (ein) Verhältnis haben  ●  (noch) aktuell sein  fig. · (et)was haben mit (jemandem)  ugs., Hauptform · (et)was läuft (zwischen)  ugs. · (et)was miteinander haben  ugs.
  • (sich) ganz hingeben · (sich) verschenken (emphatisch) · (sich) verschwenden (emphatisch) · (sich) verströmen (emphatisch)  ●  (sich) vergeuden (an)  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hase Saal rammeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rammeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als er sich einen günstigen Platz suchte, rammelte er auch noch gegen einen Unterschrank.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 143
Ehe sie noch dazu kamen, die Rettungsleinen hinüberzuschießen, rammelte der Schoner auf den Strand.
Die Zeit, 22.12.1949, Nr. 51
Weil er gern rammelt und oft flieht, hat er den Künstlernamen "Kaninchen".
Die Zeit, 09.04.2003, Nr. 15
Die können nur stammeln und rammeln; ein Herz haben sie nicht.
Süddeutsche Zeitung, 23.10.2001
Die Hasen rammeln im Revier, Kurzum es liebelt jedes Tier, Und wer küßt mir?
Röhrich, Lutz: Kuß, küssen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3560
Zitationshilfe
„rammeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rammeln>, abgerufen am 15.11.2019.

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