Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

rammen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ram-men
Wortbildung  mit ›rammen‹ als Erstglied: Rammbock · Rammbug · Rammbär · Rammklotz · Rammpfahl · Rammpflock · Rammschädel · rammdösig
 ·  mit ›rammen‹ als Letztglied: aufeinanderrammen · einrammen · festrammen · hineinrammen · zusammenrammen
 ·  mit ›rammen‹ als Grundform: Ramme
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. in etw. rammenetw. tief und fest (mit der Ramme) in den Boden treiben, stoßen
Beispiele:
Stangen, Stöcke, Rohre, Bohlen in die Erde rammen
Ein Pfahl galt für die Bauleitung […] als richtig gerammt, wenn er bis zu einer bestimmten Länge aus dem Eise aufragte […] [ WelkHoher Befehl477]
2.
ein Fahrzeug durch (absichtlichen) Zusammenstoß beschädigen
Beispiele:
ehe er stoppen konnte, rammte er den vor ihm fahrenden Personenwagen
der Omnibus wurde von einer Lokomotive, das Feuerschiff von einem Tanker gerammt
mehrere Verletzte gab es, als zwei Züge einander, sich rammten
jmdn. rammenjmdn. durch (absichtlichen) Zusammenstoß verletzen
Beispiel:
Am Neste selbst ist er [der Stichling] ein Berserker, der sogar die menschliche Hand todesmutig rammt […] [ K. LorenzEr redete30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ramme · rammen
Ramme f. Gerät zum Feststampfen von lockerem Boden, zum Einschlagen von Pfählen, ‘Fallklotz, -hammer’, ahd. ramma (9./10. Jh.), spätmhd. ramme. Zugrunde liegt ein (im Nhd. untergegangener) westgerm. Name für ‘Widder, Schafbock’, ahd. ram (8. Jh.), rammo (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. engl. ram, aengl. ram(m). Nhd. Ramm und verdeutlichendes Rammbock ‘Widder’ verschwinden im 16. Jh. aus der Literatursprache. Übertragenen Gebrauch im Sinne von ‘Fallhammer, Rammbug’, ausgehend von der Vorstellung eines mit gesenktem Kopf gegen etw. anrennenden Widders, zeigen nl. engl. ram sowie das in Analogie zu anderen Bezeichnungen für Geräte und Werkzeuge zum Femininum umgebildete Ramme. Die Herkunft des Tiernamens ist unbekannt. Unsicher, ob als ‘starkes’ oder ‘scharf riechendes Tier’ zu anord. ram(m)r ‘kräftig, scharf, bitter’. – rammen Vb. ‘(mit der Ramme) in den Boden treiben, (absichtlich) heftig stoßen (und dabei verletzen, beschädigen)’, mhd. rammen ‘mit dem Mauerbrecher stoßen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
auffahren · rammen
Synonymgruppe
einrammen · festrammen · rammen · stauchen · stoßen

Typische Verbindungen zu ›rammen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rammen‹.

Verwendungsbeispiele für ›rammen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein betrunkener Affe konnte ihm aus reiner Lust das Eisen in den Rücken gerammt haben. [Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 0]
Ein Zug rammte den Baum rund hundert Meter vor der nächsten Station. [Die Zeit, 20.06.2013 (online)]
Einst rammte er sich ein großes Messer in die Hand, seither kann er zwei Finger nicht mehr richtig bewegen. [Die Zeit, 10.10.2011, Nr. 41]
Aber er hat ungefähr fünf Autos gerammt, wir fuhren quasi über sie hinweg. [Die Zeit, 07.11.2010 (online)]
Bestimmt wirst du dir ein Messer in die Hand rammen! [Die Zeit, 24.03.2008, Nr. 12]
Zitationshilfe
„rammen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rammen>.

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