Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

randalieren

Grammatik Verb · randaliert, randalierte, hat randaliert
Aussprache 
Worttrennung ran-da-lie-ren
Wortzerlegung Randale -ieren
Wortbildung  mit ›randalieren‹ als Erstglied: Randalierer
Wahrig und ZDL

Bedeutung

jmd. randaliertunkontrolliert Lärm, Krawall machen, lautstark protestieren (und bei Tumulten andere Menschen verletzen oder Sachen beschädigen)
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: wieder, nachts, betrunken randalieren
hat Präpositionalgruppe/-objekt: in der Nacht, in der (Innen-)Stadt, im Stadion, in der Wohnung randalieren; auf den Straßen randalieren
als Aktiv-/Passivsubjekt: Fans, Jugendliche, Hooligans, Demonstranten, Betrunkene randalieren
Beispiele:
In der Kleinstadt bei Groningen hatten am Wochenende hunderte Jugendliche randaliert, Geschäfte geplündert und Autos in Brand gesteckt. [Der Standard, 24.09.2012]
Zwei Polizeiwagen waren am Sonntag […] gerufen worden, weil der Rentner auf der Straße randalierte und Anwohner bepöbelte. [Bild, 18.12.2018]
Nach einer friedlichen Demonstration tagsüber wandelte sich das Bild mit Einbruch der Dunkelheit, als auf Krawall erpichte Gruppen zu randalieren begannen. [Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2015]
Unbekannte haben vor dem Rathaus Neukölln in Berlin randaliert und mit Steinen sowie Farbbeuteln geworfen. [Die Zeit, 11.01.2015 (online)]
Fußball‑Hooligans randalieren schon seit vielen Jahren und besonders gern bei Länderspielen. [Die Zeit, 25.06.1998, Nr. 27]
Die Rowdys versuchten, die polizeilichen Maßnahmen beim Abtransport der Verletzten [die in einen Lüftungsschacht gestürzt waren] zu stören, randalierten und wurden tätlich. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1979]]
Und plötzlich war dieses Quälende wieder weg, und ich konnte lachen und singen, schreien, randalieren und übermütig sein wie die anderen. [Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690–1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26180]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

randalieren · Randal
randalieren Vb. ‘lärmenden Unfug treiben, Krach machen’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus der Studentensprache, eigentlich ‘Randal treiben’, zu längere Zeit nicht mehr üblichem, gleichfalls studentensprachlichem Randal m. ‘Lärm, Krach’ (heute wieder aufgenommen, zumal im Plur. Randale). Dieses vermutlich eine Kontamination von mundartlichem (obd. omd.) Rand, Rant ‘Possen, lärmender Spaß, Tumult’ (eigentlich ‘Lauf, Bewegung, Wendung’, Verbalsubstantiv zu dem unter rinnen, s. d., behandelten Verb) und Skandal (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Randale machen · herumtoben · herumwüten · randalieren · toben · wüten  ●  Amok laufen  ugs. · ausrasten  ugs. · austicken  ugs. · berserkern  geh., selten · rumtoben  ugs. · rumwüten  ugs. · verrückt spielen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›randalieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›randalieren‹.

Zitationshilfe
„randalieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/randalieren>.

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