rangieren

GrammatikVerb · rangierte, hat rangiert
Aussprache
Worttrennungran-gie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›rangieren‹ als Erstglied: ↗Rangieranlage · ↗Rangierbahnhof · ↗Rangierberg · ↗Rangierbetrieb · ↗Rangierdienst · ↗Rangierer · ↗Rangiergleis · ↗Rangierleiter · ↗Rangierlokomotive · ↗Rangiermeister
 ·  mit ›rangieren‹ als Letztglied: ↗ausrangieren · ↗einrangieren · ↗umrangieren
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Eisenbahnwagen auf ein anderes Gleis schieben, in bestimmter Reihenfolge zu einem Zug zusammenstellen oder aus diesem herauslösen
Beispiele:
einen Transport auf ein Nebengleis rangieren
der Lokomotivführer rangiert den Güterzug
die Wagen werden, der Zug wird rangiert
beim Rangieren der Straßenbahn kam es zu einem Verkehrsunfall
auf dem Güterbahnhof wird Tag und Nacht rangiert
die Lokomotive rangiert
2.
eine bestimmte Stellung, Stufe in einer Rangordnung einnehmen, innehaben
Beispiele:
im Schiffsbau rangierte Japan an erster Stelle vor Großbritannien und Schweden
mit einer Gold- und zwei Silbermedaillen rangierte unser Sportklub im vorigen Jahr in der Gesamtwertung auf Platz zwei
Knöpfe rangieren unter Kurzwaren (= werden zu den Kurzwaren gerechnet, unter Kurzwaren geführt)
umgangssprachlich sie rangierten unter ferner liefen (= sie kamen erst in letzter Linie in Betracht)
Nach der Ansicht der Frau Bernheim rangierte etwa ein Staatsbeamter über einem Bankier [J. RothRechts und links38]
3.
veraltet sich rangierenseine Angelegenheiten, Verhältnisse (wieder) in Ordnung bringen
Beispiel:
es sei daher wünschbar, Frankreich Zeit zu lassen, sich zu rangieren [BebelAus meinem Leben417]
sich aufstellen, formieren
Beispiel:
Man erwartete, daß der Feind von Neuem sich rangieren und den Kampf fortsetzen werde [DroysenYork v. Wartenburg1,40]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rang · rangieren · einrangieren · ausrangieren
Rang m. ‘Reihe, Reihenfolge, Stellung innerhalb einer Ordnung’ (vor allem im gesellschaftlichen Leben, in Beruf und Amt, in der militärischen Laufbahn). Frz. rang, hervorgegangen aus dem aus germ. *hringa- im Sinne von ‘kreisförmig aufgestellter Heeresverband’ (s. ↗Ring) entlehnten afrz. renc ‘Reihe, Kampfreihe’, wird zu unterschiedlichen Zeiten ins Dt. entlehnt und steht hier entsprechend dem frz. Gebrauch für ‘Reihe, Schlachtordnung’ (17. Jh.), ‘Reihenfolge, Stufe der gesellschaftlichen Ordnung, Amt, Würde’ (18. Jh.), ‘vorkragendes Geschoß im Zuschauerraum eines Theaters’ (19. Jh.). rangieren Vb. ‘eine bestimmte Stellung in einer Rangordnung einnehmen’ (Mitte 19. Jh.), ‘(Eisenbahnwagen, -züge) verschieben’ (2. Hälfte 19. Jh.). Aus dem zu afrz. renc, frz. rang (s. oben) gebildeten Verb frz. ranger ‘aufstellen, einreihen, (ein)ordnen’ (afrz. rengier ‘in Reihen stellen, ordnen’, s. ↗arrangieren), wird nhd. rangieren in den jetzt nicht mehr gebräuchlichen Bedeutungen ‘aufstellen, formieren, aufmarschieren lassen’ von Truppen oder Schiffen (17. und 18. Jh.) und ‘(ein)ordnen, einstufen, einteilen’ (2. Hälfte 17. Jh. bis Ende 19. Jh.) entlehnt; hieraus entwickeln sich die oben genannten, heute üblichen Verwendungen. einrangieren Vb. ‘in etw. einreihen, rangmäßig einordnen’ (Anfang 19. Jh.); ausrangieren Vb. ‘(Altes, Überflüssiges) aussondern, ausscheiden, wegwerfen’, (von Menschen) ‘außer Dienst stellen, entlassen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anlegen · ↗anordnen · ↗arrangieren · ↗aufbauen · ↗aufreihen · ↗aufstellen · ↗einrichten · ↗gestalten · ↗gliedern · ↗ordnen · rangieren · ↗realisieren · serialisieren · ↗strukturieren · ↗systematisieren · ↗zusammenstellen
Synonymgruppe
(sich) aufstellen · ↗formieren · rangieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstiegsplatz Beliebtheitsskala Hitliste Liste Mittelfeld Platz Plätzen Prioritätenliste Rang Rangliste Skala Spitz Spitzengruppe Stelle Tabelle Tabellenplatz Top Ten Umfrage Weltrangliste Zähler abgeschlagen ausrangieren dahinter gleichauf hinten oben unten unter vorn vorne

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rangieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im europäischen Vergleich rangiert "MUC" auch weiterhin nur an neunter Stelle.
Süddeutsche Zeitung, 04.09.1999
In diesen drei Disziplinen rangiert die Bank auf den Plätzen eins bis drei.
Der Tagesspiegel, 18.07.1999
Auch in Jena rangieren da an erster Stelle die eigenen vier Wände.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 334
Unter den drei besten Dingen der Welt rangiert Essen an zweiter und Schlafen an dritter Stelle.
Tange, Ernst Günter: Zitatenschatz für Lebenskünstler, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000, S. 34
Daß sie stets vor den Kindern, auch den erwachsenen Töchtern und Söhnen, rangieren, ist selbstverständlich.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6571
Zitationshilfe
„rangieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rangieren>, abgerufen am 18.09.2019.

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