rasieren

GrammatikVerb · rasierte, hat rasiert
Aussprache
Worttrennungra-sie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›rasieren‹ als Erstglied: ↗Rasierapparat · ↗Rasiercreme · ↗Rasiercrème · ↗Rasierer · ↗Rasierklinge · ↗Rasiermesser · ↗Rasierpinsel · ↗Rasierschaum · ↗Rasierseife · ↗Rasierspiegel · ↗Rasierwasser · ↗Rasierzeug
 ·  mit ›rasieren‹ als Letztglied: ↗abrasieren · ↗ausrasieren · ↗glattrasieren · ↗kahlrasieren · ↗nachrasieren · ↗wegrasieren
 ·  formal verwandt mit: ↗unrasiert
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
sich, jmdn. rasierensich, jmdm. mit dem Rasierapparat oder Rasiermesser besonders die Barthaare unmittelbar über der Haut abschneiden
Beispiele:
ich rasiere mich (selbst)
der Frisör hat ihn rasiert
er war frisch, sorgfältig, gut, schlecht rasiert
ein rasiertes Kinn, Gesicht
sich den Kopf rasieren lassen (= sich das Kopfhaar bis an die Haut abschneiden lassen)
2.
etw. völlig zerstören, dem Erdboden gleichmachen
Beispiele:
wir standen vor einem von Bomben fast gänzlich rasierten Park
Man hatte einen Teil der Baracken rasiert (= abgerissen), um den Brand aufzuhalten [SeghersDie Toten6,614]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rasieren · Rasur
rasieren Vb. ‘den Bart scheren, die Barthaare abschneiden’. Im Dreißigjährigen Krieg wird das Verb im Sinne von ‘niederreißen, zerstören, (Festungswerke) dem Erdboden gleichmachen, schleifen’ entlehnt aus frz. raser ‘scheren, glatt abschneiden, darüber hinstreichen, streifen, dem Erdboden gleichmachen, schleifen’, das über gleichbed. afrz. raser auf vlat. *rāsāre zurückgeht, eine Intensivbildung zu lat. rādere (rāsum) ‘kratzen, schaben, reinigen, glattmachen, abscheren’ (s. ↗radieren, ↗rasant). Ebenfalls in der 1. Hälfte des 17. Jhs. (geläufig seit dem 18. Jh.) begegnet rasieren (wohl gefördert durch früher bezeugtes Rasur, s. unten) für ‘das Barthaar, den Bart wegnehmen’, älteres ↗barbieren und ↗scheren (s. d.) zurückdrängend. Rasur f. ‘das Rasieren der Barthaare, Schrifttilgung, radierte Stelle in einer Schrift’, aus lat. rāsūra ‘das Schaben, Kratzen, Glattmachen’, spätlat. ‘das Abscheren (von Haar und Bart), die auf dem Kopfe geschorene Stelle, Tonsur’, zu lat. rādere (s. oben); im Dt. zunächst ‘Haarschur’ (15. Jh.), ‘Auskratzung von Schrift(zeichen)’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achsel Achselhaar Augenbraue Barbier Bart Brusthaar Glatze Haupthaar Hauptmann Intimbereich Klinge Kotelette Körperhaar Oberlippe Schamhaar Schädel abrasieren ankleiden ausrasieren duschen einseifen frisieren glatt kahl kämmen nass parfümieren tätowieren waschen wegrasieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rasieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat sich gestern früh nochmals die Haare rasieren lassen, diesmal richtig kurz.
Süddeutsche Zeitung, 14.07.2004
Wer wie ich schwarzhaarig war, hat sich in jener Zeit zweimal täglich rasiert.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 249
Rasiert sie auf einer Länge von 60 Metern ab - mehrere tausend Mark Schaden.
Bild, 20.05.1998
Wenn man sich traf, war sie gepflegt gekleidet und er immer frisch rasiert.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28708
Es macht mir Freude zu baden, mich zu rasieren, mich anzuziehen.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 175
Zitationshilfe
„rasieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rasieren>, abgerufen am 15.10.2019.

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