Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

rasieren

Grammatik Verb · rasiert, rasierte, hat rasiert
Aussprache 
Worttrennung ra-sie-ren
Wortbildung  mit ›rasieren‹ als Erstglied: Rasierapparat · Rasiercreme · Rasiercrème · Rasierer · Rasierklinge · Rasiermesser · Rasierpinsel · Rasierpuder · Rasierschaum · Rasierseife · Rasiersitz · Rasierspiegel · Rasierwasser · Rasierzeug
 ·  mit ›rasieren‹ als Letztglied: abrasieren · ausrasieren · glatt rasieren · glattrasieren · kahl rasieren · kahlrasieren · nachrasieren · wegrasieren
 ·  formal verwandt mit: unrasiert
Herkunft zu rāderelat ‘kratzen, schaben, reinigen, glattmachen, abscheren’
eWDG

Bedeutungen

1.
sich, jmdn. rasierensich, jmdm. mit dem Rasierapparat oder Rasiermesser besonders die Barthaare unmittelbar über der Haut abschneiden
Beispiele:
ich rasiere mich (selbst)
der Frisör hat ihn rasiert
er war frisch, sorgfältig, gut, schlecht rasiert
ein rasiertes Kinn, Gesicht
sich den Kopf rasieren lassen (= sich das Kopfhaar bis an die Haut abschneiden lassen)
2.
etw. völlig zerstören, dem Erdboden gleichmachen
Beispiele:
wir standen vor einem von Bomben fast gänzlich rasierten Park
Man hatte einen Teil der Baracken rasiert (= abgerissen), um den Brand aufzuhalten [ SeghersDie Toten6,614]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rasieren · Rasur
rasieren Vb. ‘den Bart scheren, die Barthaare abschneiden’. Im Dreißigjährigen Krieg wird das Verb im Sinne von ‘niederreißen, zerstören, (Festungswerke) dem Erdboden gleichmachen, schleifen’ entlehnt aus frz. raser ‘scheren, glatt abschneiden, darüber hinstreichen, streifen, dem Erdboden gleichmachen, schleifen’, das über gleichbed. afrz. raser auf vlat. *rāsāre zurückgeht, eine Intensivbildung zu lat. rādere (rāsum) ‘kratzen, schaben, reinigen, glattmachen, abscheren’ (s. radieren, rasant). Ebenfalls in der 1. Hälfte des 17. Jhs. (geläufig seit dem 18. Jh.) begegnet rasieren (wohl gefördert durch früher bezeugtes Rasur, s. unten) für ‘das Barthaar, den Bart wegnehmen’, älteres barbieren und scheren1 (s. d.) zurückdrängend. – Rasur f. ‘das Rasieren der Barthaare, Schrifttilgung, radierte Stelle in einer Schrift’, aus lat. rāsūra ‘das Schaben, Kratzen, Glattmachen’, spätlat. ‘das Abscheren (von Haar und Bart), die auf dem Kopfe geschorene Stelle, Tonsur’, zu lat. rādere (s. oben); im Dt. zunächst ‘Haarschur’ (15. Jh.), ‘Auskratzung von Schrift(zeichen)’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›rasieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rasieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›rasieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer wie ich schwarzhaarig war, hat sich in jener Zeit zweimal täglich rasiert. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 249]
Mit Beginn der Vorbereitung haben weite Teile des Teams aufgehört, sich zu rasieren. [Die Zeit, 26.08.2010 (online)]
Wenn wir im Hotel sind, rasiere ich mir den Kopf kahl. [Die Zeit, 03.11.2005, Nr. 45]
Die Männer sind alle rasiert und nüchtern, sie arbeiten diszipliniert. [Die Zeit, 13.10.2005, Nr. 42]
Die Haare gingen ihm aus, morgens rasierte er sich jetzt immer den Kopf. [Die Zeit, 15.05.1995, Nr. 20]
Zitationshilfe
„rasieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rasieren>.

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