rasseln

GrammatikVerb · rasselt, rasselte, hat/ist gerasselt
Aussprache
Worttrennungras-seln
Wortbildung mit ›rasseln‹ als Erstglied: ↗Rasselbande · ↗Rasselgeräusch  ·  mit ›rasseln‹ als Letztglied: ↗anrasseln · ↗durchrasseln · ↗heranrasseln · ↗hereinrasseln · ↗herunterrasseln · ↗reinrasseln · ↗vorbeirasseln · ↗zusammenrasseln
 ·  mit ›rasseln‹ als Grundform: ↗Gerassel · ↗Rasselei  ·  formal verwandt mit: ↗sporenrasselnd · ↗säbelrasselnd · ↗waffenrasselnd
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
rasch und kurz aufeinanderfolgende harte, metallisch klingende Töne von sich geben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
morgens um sechs Uhr rasselt bei mir der Wecker
das Telefon rasselte gestern den ganzen Tag
das alte Tor ging rasselnd auf
man hörte deutlich, wie seine Lungen rasselten
Die Standuhr ... rasselte wie immer vor dem Stundenschlag [FrischStiller570]
Ein Schiff ... ließ rasselnd den Anker fallen [EulenbergSonderbare Geschichten103]
Ein paarmal hatte es in ihrer Kehle noch gerasselt [FalladaJeder stirbt444]
mit etw. rasselnmit etw. (durch wiederholtes Aneinanderschlagen) rasch und kurz aufeinanderfolgende harte, metallisch klingende Töne hervorbringen
Beispiele:
mit den Ketten, dem Schlüsselbund, der Sammelbüchse rasseln
der Hund hat wie wild an der Kette gerasselt
umgangssprachlich, abwertend, bildlich
Beispiel:
mit dem Säbel rasseln (= sich kriegerisch gebärden, mit Krieg drohen)
2.
sich mit dem Geräusch von 1 vorwärtsbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der Wagen, die Karre ist über das holprige Pflaster gerasselt
Panzer rasselten durch die Straßen
salopp, übertragen durchs Examen rasselnein Examen nicht bestehen
Beispiel:
er ist schon zum zweiten Mal durchs Examen gerasselt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rasseln · Rassel · Rasselbande
rasseln Vb. ‘klappern, rattern, ein Geräusch von sich geben (mit aneinanderschlagenden Ketten, mit Lärminstrumenten)’, mhd. raʒʒeln ‘toben, lärmen’ ist Iterativum zu gleichbed. mhd. raʒʒen, frühnhd. rassen (bis Ende 16. Jh.). Für rasseln kann in frühnhd. Zeit semantischer Einfluß von mnd. rettelen ‘klappern, rattern’ angenomen werden. Allgemein verbindet man diese Verben mit aengl. hratian ‘eilen’, anord. hrata ‘fallen, stürzen, schwanken, eilen’ und schließt sie mit verwandtem ↗Scherz (s. d.) an eine Dentalerweiterung ie. *(s)kerd-, *(s)kred- der dort genannten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’, eigentlich ‘(sich) drehend bewegen, schwingen’ an. Angesichts der semantischen Differenzen scheint es jedoch möglich, nhd. rasseln, mnd. rettelen, nd. rateln, nl. ratelen, engl. to rattle ebenso wie ↗rattern (s. d.) als lautmalende Bildungen von den zuvor genannten Formen abzutrennen. Rassel f. ‘Knarre, Klapper’ (16. Jh.), ehemals ein Gerät der Nachtwächter, um ihr Nahen anzukündigen. Rassel ist ein vorwiegend westd. und südd. Wort gegenüber nordd. md.Knarre (s. d.) und bair.-öst. Ratsche. Rasselbande f. ‘lärmende, zu gemeinsamen Streichen aufgelegte Schar übermütiger Kinder’ (19. Jh.), obsächs. ‘unbändige, lärmende Gesellschaft’, md. auch ‘liederliches Volk’.

Thesaurus

Synonymgruppe
klirren · rasseln · ↗scheppern · ↗schmettern
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
klackern · ↗klappern · ↗knattern · ↗prasseln (Regen, Hagel) · ↗rappeln · rasseln · ↗rattern · ↗scheppern
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›rasseln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abi Anker Ankerkette Aufnahmeprüfung Führerscheinprüfung Juwel Kette Klapperschlange Klingel Lunge Panzerkette Rassel Schlüsselbund Säbel Wecker aneinander aneinanderrasseln durch durchrasseln herab heran herunterrasseln hinunter klappern klirren runterrasseln scheppern vernehmlich vorüber zusammenrasseln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rasseln‹.

Verwendungsbeispiele für ›rasseln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In Biologie schaffte er die Norm nicht, rasselte auch durch die mündliche Prüfung.
Bild, 09.07.1998
Er brauchte nicht lange zu warten, da rasselte es wieder.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 355
Dann keuchte und rasselte es wieder und nach zwei Stunden hielt er auf freiem Felde.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 287
Und furchtbar, furchtbar rasselt und röchelt noch das Tier auf der Bank.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 147
Alles nützt nichts, wenn wir in die Zweite Liga rasseln ", sagte der Schweizer aber auch.
Die Welt, 09.01.2003
Zitationshilfe
„rasseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rasseln>, abgerufen am 20.01.2020.

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