rassistisch

Grammatik Adjektiv · Komparativ: rassistischer · Superlativ: am rassistischsten
Aussprache 
Worttrennung ras-sis-tisch
Wortbildung  mit ›rassistisch‹ als Letztglied: antirassistisch
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
abwertend von Rassismus (2), seinen Einstellungen, Verhaltensweisen, Bestrebungen oder Maßnahmen bestimmt, ihm entsprechend, für ihn charakteristisch
Das Wort rassistisch wird in dieser Lesart von Sprechern in der Regel nur verwendet, um Einstellungen oder Aktivitäten anderer, insbesondere des politischen bzw. weltanschaulichen Gegners, zu charakterisieren und zu bewerten, häufig auch in Form eines polemischen Vorwurfs.
Kollokationen:
als Adjektivattribut: rassistische Äußerungen, Beleidigungen, Beschimpfungen, Parolen, Übergriffe, Vorurteile, Stereotype, Motive; rassistische Diskriminierung; ein rassistisches Regime
mit Adverbialbestimmung: latent, unverhohlen, unverhüllt, offen rassistisch
in Koordination: rassistisch und antisemitisch, fremdenfeindlich, ausländerfeindlich, nationalistisch, faschistisch, rechtsradikal, diskriminierend, kolonialistisch, menschenverachtend
Beispiele:
Mit ihrer Kritik bestätigt die UN‑Kommission die Ansicht von Menschenrechtsorganisationen, viele Gesetze diskriminierten die Aborigines, wiesen rassistische Grundtöne auf und verletzten mehrere von Australien unterschriebene UN‑Konventionen. [Süddeutsche Zeitung, 06.04.2000]
Der dunkelhäutige [Fußballer] Rüdiger wurde […] [von gegnerischen Fans] permanent mit rassistischen Rufen bedacht. […] Die Anfeindungen waren so laut, dass der Stadionsprecher die schon oft wegen ihrer rassistischen Gesinnung auffällig gewordenen Lazio‑Anhänger […] über Lautsprecher aufforderte, die Schmähungen zu unterlassen. [Die Welt, 03.03.2017]
Der Islam ist keine Rasse, sondern eine Religion. Der Vorwurf, jede Kritik an Kopftuch oder Burka sei rassistisch, macht uns nur mundtot. [Der Spiegel, 24.08.2016 (online)]
Er [der iranische Präsident] kritisierte Israel und die westlichen Staaten pauschal als rassistisch. [Neue Zürcher Zeitung, 21.04.2009]
Die »gewöhnliche« Familie Frank, […] dieses im Tagebuch der 1929 geborenen Anne nacherlebbare jüdische »Schicksal« soll hinführen zur Information über die rassistische Verfolgung im Dritten Reich […], aber auch zur Frage des eigenen Verhaltens gegenüber Diskriminierung […]. [Neue Zürcher Zeitung, 02.04.1994]
übertrieben, abwertend
Das Wort rassistisch wird häufig auch außerhalb des Kontextes von körperlich-biologischen Unterschieden in ungenauer Weise verwendet, um bestimmte Bestrebungen oder Maßnahmen als fremdenfeindlich, diskriminierend, nationalistisch o. ä. zu charakterisieren und zu bewerten.
Beispiele:
Seit Urzeiten sind die Belgier die Sündenböcke der Franzosen, plumpe, auf das Verschlingen von Kartoffeln fixierte Wesen. Die in Frankreich stets paraten Witze über Les Belges sind zahllos, diskriminieren, man könnte sie rassistisch nennen. [Berliner Zeitung, 21.07.2001]
Als wir hier im Balkan einen Krieg hatten, bestand die Reaktion vieler Westeuropäer darin zu sagen: Wir in Westeuropa sind tolerant, während die Osteuropäer übereinander herfallen und sich in rassistischer Manier bekriegen. [Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2016]
Das Blumenwitz‑Gutachten weise nach, daß viele der rassistischen Benes‑Dekrete nach wie vor Bestandteil des tschechischen Rechts seien und sowohl Angehörige der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik als auch EU‑Bürger diskriminierten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2002]
2.
von Rassismus (1), seinen Theorien und Vorstellungen geprägt, ihm entsprechend, für ihn charakteristisch
Das Wort rassistisch wird in dieser Lesart von Sprechern in der Regel nur verwendet, um theoretische Vorstellungen anderer, insbesondere des politischen bzw. weltanschaulichen Gegners, zu charakterisieren und zu bewerten, häufig auch in Form eines polemischen Vorwurfs.
Kollokationen:
als Adjektivattribut: eine rassistische Ideologie; rassistisches Gedankengut; rassistische Stereotype, Klischees
als Adverbialbestimmung: rassistisch argumentierend; rassistisch motiviert, begründet
Beispiele:
Es [das Wort »Neger«] sei untrennbar mit rassistischen Theorien verbunden, die im 19. Jahrhundert aufgekommen sind – und die eine »überlegene«, weiße von anderen »unterlegenen Rassen« unterscheiden. [Der Standard, 15.10.2011]
Die […] »Alt Right«‑Bewegung [in den USA] […] ist […] ein Sammelbecken für all diejenigen, denen der Konservatismus der US‑Republikaner zu weich ist. Damit verknüpft sind rassistische Ideologien und der Wunsch nach einer weißen Vorherrschaft. [Der Spiegel, 16.08.2017 (online)]
Rassistische Ideologien werden pseudowissenschaftlich aufbereitet, um Schwarze als genetisch minderwertig zu beschreiben. [die tageszeitung, 23.11.1994]
Daß ihr Typen [aus Europa] immer eure rassistischen Vorstellungen auf uns [Afrikaner] übertragen müßt. Wir reden nicht in den Kategorien schwarz und weiß. Wir sehen uns die Leute nicht auf ihre Haare oder Hautfarbe an. In Zimbabwe wird jeder leben können, dem es dort gefällt. [Der Spiegel, 11.07.1977]
Die Vertreter rassistischer Anschauungen versuchen die Rassen als sich feindlich gegenüberstehende Menschengruppen hinzustellen und predigen die Rassendiskriminierung als Mittel zum Schutz der »wertvolleren« Rassen vor der Schwächung durch eine Vermischung mit angeblich weniger wertvollen. [Neues Deutschland, 25.08.1956]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
rassistisch [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›rassistisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rassistisch‹.

Zitationshilfe
„rassistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rassistisch>, abgerufen am 26.10.2021.

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