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rasten

Grammatik Verb · rastet, rastete, hat gerastet
Aussprache 
Worttrennung ras-ten
Wortbildung  mit ›rasten‹ als Erstglied: Rasthaus · Rasthof · Rastpause · rastbar
 ·  mit ›rasten‹ als Letztglied: ausrasten2 · ausrasten1 · zurückrasten
eWDG

Bedeutung

Rast machen, (sich) ausruhen
Beispiele:
die Wandergruppe rastete an einem See, auf einem Hügel
wir mussten auf unserem Marsch wegen der großen Hitze mehrmals rasten
gehobener ruhte und rastete nicht, bis er sein Ziel erreicht hatte
er hat nicht einmal an Sonn- und Feiertagen gerastet (= die Arbeit unterbrochen)
Kochkunstdieser Teig muss eine halbe Stunde rasten (= ruhen)
sprichwörtlichwer rastet, der rostet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rast · Rüst(e) · rasten · rastlos · Unrast
Rast f. ‘Ruhepause’, ahd. rasta (9. Jh.), mhd. rast(e), asächs. rasta, mnd. rast(e), mnl. raste, (mit Umlaut) anord. rǫst ‘Ruhe(pause), das Verweilen, Wegstrecke, Meile’, schwed. rast ‘Rast, Ruhe, Pause’, got. rasta ‘Meile, Wegstrecke’ sowie daneben ahd. restī (8. Jh.), resta (9. Jh.) ‘das Verweilen’, mhd. rest(e) ‘Ruhe, Rast, Sicherheit, Ruhestätte, Grab’, asächs. resta, auch ‘Tod’, mnd. reste ‘Rast, Ruhe’, aengl. ræst, rest, engl. rest (germ. *rast(j)ō-) und (ablautend) mnd. roste, ruste, mnl. ruste, nl. rust ‘Ruhe, Rast, Pause’ (germ. *rust(j)ō-) gehören wie (ohne ableitenden Dental gebildetes) aengl. ærn, anord. rann, got. razn ‘Haus’ zu einer s-Erweiterung der unter Ruhe (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *erə-, *rē- ‘ruhen’. Die alte Bedeutung ‘Wegstrecke, Meile’ bezeichnet die zwischen zwei Rastorten zurückgelegte Wegstrecke unterschiedlicher Länge. Ablautendes spätmhd. rust f., mnd. roste, ruste ‘Ruhe’ (s. oben) wird in die Literatursprache übernommen Rüst(e) f. ‘das Ausruhen, Weile, Ordnung’ (die Sonne geht zur Rüste ‘zur Ruhe’, 16. Jh.). – rasten Vb. ‘Rast machen, (sich) ausruhen’, ahd. resten (8. Jh.), rastōn (9. Jh.), mhd. rasten, resten ‘ruhen’, asächs. restian, mnd. resten, rosten, aengl. ræstan, restan, engl. to rest ‘(aus)ruhen’ sind Ableitungen von den oben genannten Substantiven. rastlos Adj. ‘sich keine Ruhe gönnend, ruhelos, unermüdlich’ (17. Jh.). Unrast f. ‘Ruhe-, Rastlosigkeit, innere Unruhe’, mhd. unraste, unreste ‘Unruhe, Rast- und Ruhelosigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich kurz) ausruhen · Pause machen · Rast machen · ausspannen · eine Pause einlegen · eine Ruhepause einlegen · entspannen · erholen · pausieren · rasten · verschnaufen  ●  (sich) ausrasten  österr. · relaxen  Anglizismus
Assoziationen
  • eine Pause machen · in (der) Pause sein  ●  Pause haben  ugs. · Pause machen  ugs., Hauptform

Verwendungsbeispiele für ›rasten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rastend ist es und doch rastlos, Ferne ist es und doch so nah! [Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 203]
Ich raste mit dem Wagen hinüber, denn es war schon elf Uhr. [Die Zeit, 31.10.1997, Nr. 45]
Die Täter rasten mit einem Auto in den verglasten Eingang. [Die Zeit, 23.12.2013 (online)]
Das geschlossene Feld raste aus dem Bergischen Land Richtung Köln. [Die Zeit, 25.04.2011 (online)]
Anschließend rasten sie von hinten auf ein drittes parkendes Auto. [Die Zeit, 24.03.2008 (online)]
Zitationshilfe
„rasten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rasten>.

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