Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

rationieren

Grammatik Verb · rationiert, rationierte, hat rationiert
Aussprache 
Worttrennung ra-ti-onie-ren · ra-tio-nie-ren
Wortbildung  mit ›rationieren‹ als Erstglied: Rationierung
Herkunft vgl. gleichbedeutend rationnerfrz

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. in Rationen zuteilen
  2. 2. [veraltet] etw. rationell einrichten
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. in Rationen zuteilen
Beispiele:
im Krieg wurden Lebensmittel, wurde der Treibstoff rationiert
Josef mußte es [das Zisternenwasser] scharf rationieren [ Feuchtw.Jüd. Krieg175]
2.
veraltet etw. rationell einrichten
Beispiel:
Die rationierte Küche mit neuzeitlichem Kochgeschirr [ Tageszeitung1956]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ration · rationieren · Rationierung
Ration f. ‘zugeteilte Menge, Portion’, Entlehnung (18. Jh.) von gleichbed. frz. ration; vgl. afrz. racion ‘Rechnungsführung und Kasse einer Gruppe von Soldaten’, mfrz. ‘kirchliche Pfründe’, das auf lat. ratio (s. rational), mlat. ‘Pfründe, zugemessener Anteil an nötiger Verpflegung (für Soldaten)’ beruht. Ein vereinzelter Frühbeleg Ractzion (1534) in einer Reisebeschreibung von Spanien dürfte auf span. ración bzw. katalan. ració (gleicher Herkunft) zurückgehen. Im Dt. zunächst vereinzelt Ration ‘vernünftiger Grund’ (16. Jh.), dann besonders in der Heeressprache ‘für einen Tag zugeteilte Menge an Lebensmitteln für die Soldaten und an Futter für die Pferde’, vgl. eiserne (‘bis zuletzt, für den Notfall aufzuhebende’) Ration (2. Hälfte 19. Jh.); allgemein ‘Maß, Portion’ (Mitte 19. Jh.), dann besonders ‘die dem einzelnen in Not- und Kriegszeiten zukommende (beschränkte) Menge an Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern’ (20. Jh.). – rationieren Vb. ‘in Rationen zumessen, auf Rationen setzen, planmäßig und sparsam einteilen’ (Ende 19. Jh.), unter Einfluß von gleichbed. frz. rationner abgeleitet von Ration. Rationierung f. ‘das Einteilen, Zumessen in Portionen’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Typische Verbindungen zu ›rationieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rationieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›rationieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch im Hotel, in dem die Helfer untergebracht sind, seien die Portionen rationiert. [Die Zeit, 14.03.2011, Nr. 11]
Der falsche Weg hingegen ist es, die höhere Bildung zu rationieren. [Die Zeit, 11.08.1978, Nr. 33]
Moral muß billig sein, sonst müssen wir sie leider rationieren. [Süddeutsche Zeitung, 11.08.1995]
In keinem Fall werde es dabei darum gehen, Leistungen zu begrenzen und zu rationieren. [Süddeutsche Zeitung, 13.10.1995]
Es scheint also, als sollten wir strenger rationiert werden als die Allgemeinheit. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1939. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1939], S. 158]
Zitationshilfe
„rationieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rationieren>.

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